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Britische Parlamentswahl Brexit-Partei lässt Tories den Vortritt

  • In Grossbritannien will die Brexit-Partei von Nigel Farage bei den kommenden Wahlen doch nicht gegen konservative Parlamentsmitglieder antreten.
  • Man werde nur in den Wahlkreisen kandidieren, die derzeit von anderen Parteien vertreten werden, sagte Parteichef Farage vor den Medien.
  • Seinen Meinungswechsel begründete er nun damit, dass er die Reihen von Premierminister Boris Johnson nicht schwächen wolle.
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Aus dem Archiv: «Die Brexit-Partei könnte die Tories viele Stimmen kosten»
22:21 min, aus 4x4 Podcast vom 30.10.2019.
abspielen. Laufzeit 22:21 Minuten.

Bei der Parlamentswahl am 12. Dezember will die Brexit-Partei sich nicht um die 317 Mandate bewerben, die bei der vergangenen Wahl von der Konservativen Partei gewonnen wurden. Stattdessen wolle sie sich ganz auf die Wahlkreise konzentrieren, die von Labour und pro-europäischen Parteien vertreten werden, so Parteichef Farage.

Früher hatte Farage Kandidaturen der Brexit-Partei in möglichst allen Wahlkreisen angekündigt.

Farage lehnte Zusammenarbeit bislang ab

Einen Wahlpakt mit den Tories von Premierminister Boris Johnson hatte Farage bis vor Kurzem ausgeschlossen, solange die sich nicht zu einem EU-Austritt ohne Abkommen bekennen. Johnson hofft bei der Wahl auf eine stabile Mehrheit, um seinen nachgebesserten Brexit-Deal durchs Unterhaus zu bringen. Den hatte Farage bislang abgelehnt mit der Begründung, es handle sich nicht um einen «echten Brexit». Konservative Politiker fürchteten, die Konkurrenz von rechts könnte sie wichtige Stimmen kosten.

Ausgelöst hatte den Sinneswandel bei Farage nun angeblich eine Äusserung Johnsons. Der Regierungschef habe sich dazu bekannt, die künftigen Beziehungen mit der EU im Rahmen eines Freihandelsabkommens nach dem Vorbild Kanadas zu gestalten, sagte Farage. «Das hat für mich einen grossen Unterschied gemacht.» Bislang sei immer die Rede von einer engen und besonderen Partnerschaft gewesen. Doch er stand Berichten zufolge auch unter heftigem Druck aus den eigenen Reihen.

Wen favorisieren enttäuschte Labour-Wähler?

Ob das Entgegenkommen Farages für Johnson einen entscheidenden Unterschied macht, ist fraglich. Der Premier ist für einen klaren Sieg auf die Stimmen von Brexit-Befürwortern in traditionellen Labour-Hochburgen wie dem Nordosten Englands und den West Midlands um Birmingham angewiesen. Doch die Erwartung ist, dass enttäuschte Labour-Wähler eher zur Brexit-Partei von Farage überlaufen könnten als zu den verhassten Tories.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von S. Borel  (Vidocq)
    Sollte dieser Farage tatsächlich auch noch zum Sir geschlagen werden, würde mich das sehr traurig machen, denn damit wäre England für mich definitiv gestorben....
    1. Antwort von Daniel Bucher  (DE)
      Ihre Einstellung wird die Engländer und England wenig kümmern.
      Farage zeigt Stil und setzt sich für sein Ziel ein - nicht für Macht oder seine persönliche Profilierung. Bravo.
    2. Antwort von Thomas F. Koch  (dopp.ex)
      Würde Farage sich wirklich für das Land einsetzen wollen, hätte er nicht am 4. Juli 2016 seinen Rücktritt als UKIP Präsident gegeben und sich gemütlich nach Brüssel zurück gezogen. Spätestens bei den letzten Neuwahlen hätte er sich schon zur Wahl stellen sollen.
      Aber als EU-Parlamentarier erhält er ein anständiges Gehalt, bestehend aus Grundgehalt, fixen Spesen und Sitzungsgeldern ohne noch dafür was leisten zu müssen. Und bei jeder Austrittsverlängerung kassiert er noch ein paar Monate länger.
  • Kommentar von Max Wyss  (Pdfguru)
    Gemäss verschiedenen Quellen wurde Herrn Farage etwa 48 Stunden vor seiner Kehrtwendung die Adelswürde angeboten.

    Honi soit qui mal y pense…
  • Kommentar von Benedikt Walchli  (Benedikt Walchli)
    Land kommt vor Partei. Sehr weise Entscheidung.
    1. Antwort von Sancho Brochella  (warum?)
      Wenn das Land wirklich vorher käme, gäbe es die Brexit-Partei gar nicht. Meine persönliche Meinung; die Zeit wird's weisen.
    2. Antwort von Daniel Fuchs  (Daniel Fuchs)
      @Sancho: Das sehen Sie natürlich falsch... Die Brexit Partei gibt es weil sich das Parlament geweigert hat den Volkswillen wie versprochen umzusetzen... Und das ist der einzige Grund, ob wir persönlich damit einverstanden sind spielt nicht die geringste Rolle.
    3. Antwort von Henri Jendly  (Henri Jendly)
      ich sage nur: Cambridge Analytics!