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Zehntausende flüchten aus Nordsyrien
Aus Tagesschau vom 19.10.2019.
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Brüchige Feuerpause Kurden und Zivilisten verlassen Grenzstadt Ras al-Ain

  • Kurdische Kämpfer und Zivilisten haben mit dem Abzug aus der selbstverwalteten Grenzstadt Ras al-Ain begonnen.
  • Sowohl die Kurden als auch das türkische Verteidigungsministerium bestätigten, dass ein Fahrzeug-Konvoi die Stadt verlassen habe.
  • Der Abzug ist Teil der vereinbarten Feuerpause.
  • Die fünftägige Waffenruhe dauert bis am Dienstag. Zu deren Einhaltung gibt es widersprüchliche Angaben.
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Aus dem Archiv: Nordsyrien: Schüsse trotz Waffenruhe
Aus Tagesschau vom 18.10.2019.
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Die von den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) teilten mit, die umkämpfte Grenzstadt Ras al-Ain verlassen zu haben. «Wir haben keine Kämpfer mehr in der Stadt», schrieb ein SDF-Sprecher am Sonntag bei Twitter. Das türkische Verteidigungsministerium teilte am Sonntag ebenfalls mit, es verfolge den Abzug der YPG. Es gebe dabei «keinerlei Hindernisse».

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete, dass sich rund 500 SDF-Kämpfer komplett aus Ras al-Ain zurückgezogen hätten. Zuvor seien Leichen und Verwundete aus dem Ort gebracht worden. Das türkische Verteidigungsministerium erklärte, ein Konvoi aus 55 Fahrzeugen sei nach Ras al-Ain hereingefahren. Danach habe ein Konvoi aus 86 Fahrzeugen die Stadt in Richtung Tall Tamar verlassen.

Gegenseitige Schuldzuweisung

Zuvor warfen sich die Parteien vor, die vereinbarte Waffenruhe nicht einzuhalten. Laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte sind allein am Samstag bei türkischen Luftangriffen 14 Menschen in Nordsyrien getötet worden. Das Verteidigungsministerium in Ankara warf der YPG vor, binnen 36 Stunden 14 Angriffe verübt zu haben. Zwölf der Angriffe mit leichten und schweren Waffen wie Raketen seien aus Ras al-Ain gekommen.

Kritik aus den eigenen Reihen

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«Die US-Truppen aus Syrien abzuziehen, ist ein schwerer strategischer Fehler», schrieb der Mehrheitsführer der Republikaner im US-Senat, Mitch McConnell, in einem Gastbeitrag für die Washington Post am Freitag. Der Rückzug mache die USA unsicherer, stärke deren Feinde und schwäche wichtige Verbündete. Der US-Abzug und die türkische Offensive verursachten einen «strategischen Albtraum für unser Land».

Erdogan hatte am Freitag bereits mit einer Wiederaufnahme der Offensive gedroht, sollte die YPG-Miliz bis Dienstagabend nicht wie vereinbart abgezogen sein. Laut Erdogan soll die «Sicherheitszone» eine Tiefe von 30 Kilometern haben und sich über 444 Kilometer bis an die irakische Grenze erstrecken.

Die SDF haben aber nur einer Waffenruhe für die 120 Kilometer zwischen den Grenzstädten Ras al-Ain und Tal Abjad zugestimmt, auf die sich die türkische Offensive konzentriert hat. Auch ist unklar, wie der syrische Machthaber Baschar al-Assad auf die Pläne für die «Sicherheitszone» reagiert.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Drago Stanic  (drago stanic)
    Hat irgendjemand hier in Forum geglaubt, dass diese Deal wird eingehalten? Es war wichtig für Trump seinen Leute etwas zu verkaufen. Geschenk hat einfach kein Inhalt. Inhalt wird an Dienstag zwischen Putin und Erdogan besprochen.
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    1. Antwort von kurt trionfini  (kt)
      Herr Drago: Ihr erster Kommentar dem ich zustimme. Weil Sie, anstelle der Pauschal- Schuldigen "USA", endlich den aktuellen und verantwortlichen Leader der USA benennen.
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  • Kommentar von Klaus Waldeck  (kdwbz)
    Bei der Krim-Annektion durch Russland wurden sofort Sanktionen jederart gegen Russland in die Wege geleitet , und dies obwohl die Annektion eher friedlich und ohne Todesopfer vor sich ging. Nun wo die Türkei einen offenen Krieg gegen Syrien führt , welcher bereits mehrere Hundert Tote gefordert hat ist von den Sanktionieren NICHTS zu hören. So etwas nennt man zweideutige Moral ....
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    1. Antwort von Alexander Ognjenovic  (Alex)
      Russland ist nicht in der NATO. Die Türkei ist schon in der NATO, deshalb erlauben die NATO-Staaten der Türkei einfach alles. Leider ist das so.
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    2. Antwort von Hans Bernoulli  (H.Bernoulli)
      Genau. Die Gleiche Frage stellt sich mit SA und dem Yemen und letztlich mit den USA und dem Irak, der Westmächte mit Libyen usw. Es geht und ging nie um Moral. Bezüglich Russland und der Krim ging es darum, dem "bösen" Russland möglichst viel Schaden zuzufügen und zu provozieren. Wie Brzezinski es 2014 sagte: er hätte es gerne gesehen wenn die Krimsezession ein grösserer Krieg ausgelöst hätte, denn für ihn war klar, wer diesen gewinnen würde...
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    3. Antwort von Thomas F. Koch  (dopp.ex)
      Es gibt Unterschiede zur Krim-Annektion.
      1. Es gibt einen gültigen Vertrag von 1998 zwischen Syrien und der Türkei, der es der Türkei erlaubt, begrenzte militärische Aktionen gegen Terroristen auf syrischem Boden auszuführen. Die definierte Tiefe von 10km will Erdogan deutlich überschreiten.
      2. Die Türken haben (noch) keine syrischen Truppen angegriffen. Sie konzentrierten sich auf die YPG.
      3. Die Aktion dürfte genauso mit Putin (und damit mit Assad), wie mit Trump besprochen worden sein.
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    4. Antwort von R. Raphael  (R.Raphael)
      Die US-Atrategie ziehlt seit über 100 Jahren aus Eigeninteressen darauf ab, die Russophobie in Europa ständig aufrecht zu erhalten. Mit der Türkei die den USA nicht mehr folgen will, tun sich in der Nato Gräben auf, welche die westliche Verlogenheit mehr als dokumentieren.Die Krim sei ein Drama ( mit demokratischer Wahl und ohne jegliches Blutvergiessen, derweil westlich unterstützte Kriege der Heilsbringung dienen...
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  • Kommentar von Peter Amthauer  (Peter.A)
    Mit welchem Recht halten sich eigentlich nicht eingeladene ausländische Truppen in Syrien auf? Darf nun jeder unter Angabe von nationalen Interessen ins Nachbarland einmarschieren?
    MfG
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    1. Antwort von Alexander Ognjenovic  (Alex)
      An der Stelle ist zu fragen was machen schweizer Soldaten auf dem Balkan?
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    2. Antwort von kurt trionfini  (kt)
      Herr Ognejenovic:
      1. Der Krieg im Balkan ist vorbei. 2. Informieren Sie sich: Welchen Auftrag haben die Schweizer Soldaten im Balkan? 2. Welchen die Truppen Erdogans in Nordsyrien?
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    3. Antwort von Christa Wüstner  (Saleve2)
      Die Schweizer Soldaten befinden sich zur Erhaltung der Friedensförderung
      Schon seit den 50 iger Jahren in vielen Teilen der Welt, jetzt im Auftrag
      der OSZE der UNO und der EU. Sie sind teilweise nicht bewaffnet.Sie sind in
      Europa, Asien und Afrika tätig. Absolut kein Vergleich mit Erdogans Truppen in Nord Syrien.
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