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Jemen: Stimmen nach einer Lösung werden lauter
Aus HeuteMorgen vom 19.11.2018.
abspielen. Laufzeit 02:01 Minuten.
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Bürgerkrieg in Jemen Lange vergessen – plötzlich auf der diplomatischen Agenda

Der Jemenkrieg galt lange als vergessener Konflikt. Nun häufen sich Appelle für eine Rückkehr an den Verhandlungstisch. Saudi-Arabien steht nach der Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi unter Druck.

Die jemenitische Währung zerfällt, die Wirtschaft steht wegen des Kriegs vor dem Zusammenbruch, 80 Prozent der Bevölkerung sind in der einen oder anderen Form auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Meritxell Relano leitet die Operationen des UNO-Kinderhilfswerks Unicef in Jemen. Sie erlebt jeden Tag in direkter Anschauung, was das heisst. Am Telefon berichtet sie aus der jemenitischen Hauptstadt Sanaa von Eltern, die mit sterbenden Kleinkindern auf dem Arm zu spät zum Spital kommen, weil sie das Geld für den Transport nicht rechtzeitig auftreiben konnten.

Meritxell Relano, Unicef-Chefin in Jemen
Legende: Die Not in Jemen sei gross, sagt Meritxell Relano. Keystone

Sie berichtet davon, dass viele Kinder aus der Pflege entlassen, sogleich wieder krank werden, weil sie zuhause kein sauberes Wasser und kaum noch zu Essen haben.

Die Kämpfe müssten sofort aufhören.
Autor: Meritxell RelanoLeiterin Unicef in Jemen

Die Not sei im ganzen Land gross. Praktisch die Hälfte der jemenitischen Bevölkerung sei inzwischen unmittelbar von Hunger bedroht, schätzt die UNO. «Die Kämpfe müssten sofort aufhören», sagt die Chefin von Unicef in Jemen. Sie ist nicht allein.

Fall Khashoggi als Wendepunkt?

Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman ist die treibende Kraft hinter einer Militärkoalition in Jemen. Sie kämpft gegen die Huthi-Rebellen, die von Iran unterstützt werden.

Seit das saudische Königshaus wegen der Ermordung des Regimekritikers Jamal Khashoggi in die Defensive geriet, äussert sich plötzlich auch die internationale Diplomatie viel kritischer zum Jemenkrieg. Die USA und Grossbritannien, die grössten Waffenlieferanten Saudi-Arabiens, sind unter den Stimmen, die neuerdings am lautesten die Rückkehr an den Verhandlungstisch fordern.

Fragile Waffenruhe um Hudeida

Um die umkämpfte Hafenstadt Hudeida herum gilt seit ein paar Tagen eine Waffenruhe. Sie ist fragil. Wird sie der Anfang zu einem politischen Prozess? Nichts ist ungewisser. Es gibt Kräfte in der Region und in Jemen selbst, die weiterhin glauben, von den Kämpfen und dem Chaos zu profitieren.

Aber es gibt auch dieses neue internationale Klima, die diplomatischen Appelle. Der letzte Gesprächsversuch in Genf scheiterte im September, bevor er richtig begann. Martin Griffiths, der Sondervermittler der UNO für Jemen, sagte am Wochenende, er habe Zusicherungen von allen Kriegsparteien für ein Treffen in Schweden. Wann genau, ist offen. Es solle «in Kürze» stattfinden, sagte der Sondervermittler nur.

Karte von Jemen
Legende: In Hudaida ruhen seit einigen Tagen die Waffen. SRF
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6 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Volkart  (Lex18)
    Saudi-Arabien steht völlig zurecht in der Kritik, wenn auch sehr spät. Denn in Sachen Verstösse gegen Menschenrechte kommt dieses Land noch weit vor dem Iran. Auch wenn der Iran auch kein Unschuldslamm ist.
  • Kommentar von Hans Bernoulli  (H.Bernoulli)
    "sind unter den Stimmen, die neuerdings am lautesten die Rückkehr an den Verhandlungstisch fordern." Etwas gar spät oder? Je nach Situation (Aleppo z.B.) ist man viel rascher empört und besorgt um die Zivilisten...
  • Kommentar von Kerzenmacher Boris  (zombie1969)
    So tragisch der fall J. Khashoggi auch ist, es ist eine reine saudische innere Angelegenheit. Es wurde ein saudischer Bürger auf saudischem Hoheitsgebiet von Saudis ermordet. Also kein Grund das sich der "Westen" hier einmischt.