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Der Katastrophenschutz in New South Wales funktioniert gut
Aus HeuteMorgen vom 22.03.2021.
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Bundesstaat New South Wales Hochwasser in Australien: «Es ist die reinste Sintflut»

Tagelanger Regen führt in Australien zu den schlimmsten Überschwemmungen seit Jahrzehnten. Premierminister Scott Morrison spricht gar von einer Jahrhundertflut. Besonders betroffen ist der bevölkerungsreichste Bundesstaat New South Wales mit Sydney als Hauptstadt. Die Journalistin Esther Blank berichtet aus Sydney über die aktuelle Lage.

Esther Blank

Esther Blank

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Esther Blank arbeitet als freie Journalistin für diverse Medienhäuser, darunter die NZZ und Focus. Sie lebt seit 1994 in Sydney, Australien.

SRF News: Wie ist die Situation im Katastrophengebiet zur Stunde?

Im Moment ist es die reinste Sintflut draussen. Der Starkregen vor dem Haus hört sich manchmal an wie ein Wasserfall. Und die Flüsse, an denen die Menschen in den Vororten von Sydney und überall in New South Wales leben, steigen immer noch rasant. Hier spricht man bereits von einer Jahrhundertflut. In der Gegend von Port Macquarie zum Beispiel hat es mancherorts in sechs Tagen fast 900 Liter pro Quadratmeter geregnet.

Was jedoch erstaunt: Es gibt bisher keine offiziellen Todesopfer zu beklagen. Gibt es dafür eine Erklärung?

Die Australier sind an Wetterextreme gewöhnt, an Katastrophen, die man bewältigen muss. Und der Katastrophenschutz mit Tausenden von Freiwilligen tritt sofort automatisch an, wenn es Katastrophen gibt. Und die Australier sind auch sehr daran gewöhnt, auf ihre Nachbarn zu achten, dass nicht jemand vergessen wird, wenn eine Flut oder ein Feuer kommt. Und das alles konnten sie üben, schon dieses Jahr und im vergangenen Jahr bei den schrecklichen Buschbränden, die genau diese Gemeinden heimgesucht haben, die jetzt auch wieder betroffen sind.

Hunde in Transportboxen
Legende: Hunde werden auf Booten in Sicherheit gebracht, in Sydney, am 22. März. Reuters

Jetzt ist die Rede von einer Jahrhundertflut. Sie haben gesagt, der Katastrophenschutz funktioniere ganz ordentlich. Kann man trotzdem sagen: Bisher Glück gehabt?

Ja, natürlich. Die Leute bemühen sich, sich um ihre Nachbarn zu kümmern und Menschen zu retten. Nicht nur Menschen: Es werden überall auch erschöpfte Tiere wie Pferde oder Kühe aus dem Wasser gezogen. Selbst in Städten, die eigentlich nichts mit Landwirtschaft zu tun haben.

Die Überschwemmungen werden nicht aufhören, sondern noch schlimmer werden.

Doch natürlich kann man nicht erwarten, dass das weiter so geht. Die Premierministerin von New South Wales sagte, man müsse mit Schlimmerem rechnen, denn es kommen zwei Wettersysteme zusammen in den nächsten Tagen. Dann wird es noch einmal ganz schlimm werden. Und das Wasser hat natürlich schon überall den Höchststand erreicht und der Boden ist völlig gesättigt. Dadurch werden die Überschwemmungen nicht aufhören, sondern noch schlimmer werden.

Das Gespräch führte Samuel Wyss.

HeuteMorgen, 22.3.2021, 8 Uhr;

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Karl Kirchhoff  (Charly)
    Viele Menschen leben ja nach dem Motto „nach mir die Sintflut. Vielleicht wird der oder die eine Betroffene, dessen Hab und Gut nun weggespült wurde, das Dasein in Zukunft etwas verantwortungsvoller gestalten. Auch mal gut, wenn es nicht immer nur die Ärmsten der Armen ,wie in Bangladesch, trifft.
  • Kommentar von Markus Weilenmann  (markusweile)
    2011 gab es bereits in New South Wales eine "Jahrhundert-Flut" und damals standen schlussendlich grosse Teile von Brisbane unter Wasser. Ein Problem war, dass im Untergrund der Felder sich grosse, eigentlich leere Kavernen mit Wasser füllten und schliesslich ganze Felder formlich "explodierten". Da die Verwaltung nicht alle Kavernen sowie deren Beschaffenheit kennen kann, besteht die Gefahr böser Überraschungen. Das wird auch jetzt wieder der Fall sein.
  • Kommentar von Jos Schmid  (Jos Schmid)
    Australien hat einen CO2 Ausstoss von mehr als 16t pro Kopf und Jahr. 4x soviel wie die Schweiz, die überhaupt kein Musterschüler ist. Das führt halt zu einer beschleunigten Klimaerwärmung - allerdings auf dem ganzen Planeten.