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Österreich will erste Geschäfte nach Ostern wieder öffnen
Aus Tagesschau vom 06.04.2020.
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Corona-Ausstiegsplan steht Österreich mit bester Zwischenzeit

«Wir haben in Österreich schneller und restriktiver reagiert als in anderen Ländern. Das gibt uns jetzt die Möglichkeit, schneller wieder aus dieser Krise herauszukommen», sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz heute an einer mit Spannung erwarteten Pressekonferenz.

Mehr Genesungen als Neuinfektionen

Sein Plan: Unmittelbar nach Ostern sollen kleinere Geschäfte bis 400 Quadratmeter wieder öffnen dürfen. Ab Mai dann alle Geschäfte, Einkaufszentren und Friseure. Allerdings nur unter strengen Sicherheitsvorkehrungen wie dem Tragen von Masken und einer limitierten Anzahl von Kunden im Geschäftslokal.

Zurück zur Normalität – so soll es ablaufen:

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Ab 14. April sollen kleinere Geschäfte bis 400 Quadratmeter wieder öffnen dürfen. Ab 1. Mai sollen alle Geschäfte, Einkaufszentren und Friseure wieder öffnen dürfen – aber nur unter strengen Sicherheitsvorkehrungen wie dem Tragen von Masken und einer limitierten Anzahl von Kunden im Geschäftslokal. Alle anderen Bereiche, Hotels und Gastronomie sollen erst Mitte Mai folgen dürfen.

Veranstaltungen werden bis Ende Juni nicht mehr stattfinden dürfen. Dazu zählen alle Sport- und Kulturevents unter Einbeziehung von Publikum.

Weiterhin gelte es, soziale Kontakte zu meiden und Abstand zu halten. Auch solle man nicht mit Menschen ausserhalb des eigenen Haushalts Ostern feiern. Noch immer dürfen sich nirgendwo im Land mehr als fünf Personen versammeln. Schutzmasken müssen nach Ostern auch in öffentlichen Verkehrsmitteln getragen werden.

Der ambitionierte Plan hat gute Gründe: «Der Peak scheint erreicht zu sein», schreibt die Zeitung «Die Presse» heute. Im Klartext: Die Zahl der Genesungen übersteigt in Österreich jene der Neuinfektionen.

Problematische Ostern?

Es sei ein «Etappensieg» sagte der Chef der ORF-Wissenschaftsredaktion nach der Bekanntgabe des Ausstiegsplans. Wenn schon eine Metapher aus dem Sport, dann wäre wohl «beste Zwischenzeit für Österreich» treffender gewesen.

Denn der Plan wird nur umgesetzt, wenn die Ansteckungsahlen weiter zurückgehen. Ostern ist dabei ein problematischer Termin, weil sich dann traditionell Familien und Freunde zum Ostermahl oder Picknick treffen.

Nicht immer alles verfassungskonform

Kein anderes europäisches Land hat die Ausbreitung des Corona-Virus so erfolgreich gebremst, wie die Donaurepublik. Und das, obwohl es mit Tirol einen Virus-Hotspot beklagt. Die Regierung handelte trotz grossen Meinungsverschiedenheiten in der konservativ-grünen Regierung rasch und entschlossen.

Dabei schoss sie zwar auch mehrmals über das Ziel hinaus. So verboten Polizisten in Wien zeitweise den Aufenthalt auf öffentlichen Parkbänken, was sich als verfassungswidrig erwies. Über Ostern wollte die Regierung gar Polizisten von Haus zu Haus schicken, um zu kontrollieren, dass sich nirgends mehr als fünf Personen zum Ostermahl versammeln. Auch diese Massnahme musste nach Protesten von Verfassungsrechtlern zurückgezogen werden.

Reifeprüfung bestanden

Es ist ein hart erkämpfter Erfolg für die konservativ-grüne Koalition. Trotz grosser Differenzen demonstrierte die Regierung bei ihren zahlreichen Pressekonferenzen stets grosse Einigkeit und Stringenz. Und das trotz Dauerfeuer der rechtsnationalen Partei FPÖ. Kann dieser Ausstiegsplan wie geplant umgesetzt werden, hätte auch die so oft als «fragil» bezeichnete Regierung ihre Reifeprüfung bestanden.

Peter Balzli

Peter Balzli

SRF-Korrespondent in Wien

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Peter Balzli war in den 1990er Jahren erstmals für SRF tätig. Zuerst für die Sendungen «Kassensturz» und «Time-Out», dann war er als Korrespondent des Schweizer Fernsehens in Paris und in London. Seit Mitte 2016 berichtet er als freier SRF-Korrespondent aus Wien über Ost- und Südeuropa und das Baltikum.

Tagesschau, 06.04.2020, 13:00 Uhr

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35 Kommentare

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  • Kommentar von Eva Werle  (Eva Werle)
    Kann man den Politikern nicht mal zeigen, wie man diesen Mund-Nasen-Schutz trägt? Steht auf den Verpackungen extra drauf, sogar mit Abbildung. Das begreift jeder Depp und trotzdem trägt der Laschet seine unter der Nase und der Kurz hängt sie sich locker über die Nasenspitze.... Vorbildfunktion?!?
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  • Kommentar von Robin Niederberger  (R. N.)
    Soviel zu "die Grenzen schliessen macht keinen Sinn"...
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    1. Antwort von Thomas Bünzli  (Tumasch)
      Genau, darum konnte man sich aus ganz Europa in Ischgl noch lange anstecken, obwohl man längst von den Ansteckungen wusste ….!
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  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Österreich bzw. Kanzler Kurz hat schneller und restriktiver gehandelt als andere Länder und konnte Schlimmes verhindern. Die Osterwoche wird die entscheidende Woche sein. Kleine Geschäfte sollen mit 14. April öffnen, grössere mit Mai. Ab Anfang Mai soll dann der ganze Handel wieder anlaufen. Österreichs Regierung handelte schnell und richtig. Bravo! Hoffe, dass für alle die Normalität wieder beginnen kann. Wünsche allen Österreicher gute Gesundheit.
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    1. Antwort von Heiner Zumbrunn  (Heiner Zumbrunn)
      Herr Keller: Ihr Aussage ist objektiv falsch. In Österreich liegt Ischgl. Eines der Zentrum für das verteilen der Viren durch Europa. Kanzler Kurz hat gehandelt als es zu spät war -weil der politische Druck begann zu steigen. Nun steigt der Drucke wieder - und Kanzler Kurz denkt nicht lange sondern kurz - und öffnet. Die Regierung Kurt handelt verantwortungslos und populistisch.
      Das schlimmste was passieren kann: Die zweite Welle. Bis sicher zu sein braucht noch Zeit sagen alle Wissenschafter!
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    2. Antwort von Peter Amthauer  (Peter.A)
      @Zumbrunn Hinweis: Die Wissenschaft diskutiert derweil kontrovers über den Coronavirus, dessen Verbreitungswege und dessen Eindämmungsmöglichkeiten. Das kann man wissen, wenn man sich nicht nur aus einer Quelle informiert.
      MfG
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