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Thailand: Der Unmut gegen die Regierung und den König wächst
Aus HeuteMorgen vom 05.08.2020.
abspielen. Laufzeit 02:40 Minuten.
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Corona und Tourismusflaute In Thailand brodelt es

Es wird wieder demonstriert in Bangkok. Die Angst vor dem autoritären Regime scheint verflogen.

Am 18. Juli demonstrierten über 2000 vor allem junge Thailänderinnen und Thailänder vor dem Demokratie-Monument in der Hauptstadt Bangkok. Es war eine der grössten Demonstrationen seit dem Militärputsch vor sechs Jahren – und es schien, als hätten die Demonstrierenden jede Angst vor dem autoritären thailändischen Regime verloren.

«Sie brechen das Gesetz», verkündete die Polizei über Lautsprecher, doch die jungen Thailänderinnen und Thailänder mokierten sich und richteten ihre Sprechgesänge direkt an den Premierminister. «Prayuth, verschwinde. Wir wollen, dass du aufhörst, die Leute zu drangsalieren. Wir wollen, dass das Parlament aufgelöst wird. Wir wollen eine neue Verfassung», skandierten die Demonstranten.

Kritiker werden bedrängt

Seit sich General Prayuth Chan-o-Cha an die Macht geputscht hatte und vor einem Jahr in einer zweifelhaften Wahl zum Premierminister ernannt wurde, ist der demokratische Raum im Land geschrumpft. Vor wenigen Monate liess die Regierung die populäre Oppositionspartei Future Forward auflösen, Regierungskritiker und Aktivisten werden bedrängt oder verhaftet – manche verschwinden.

Studenten in Bangkok bei einem Sit-In
Legende: Mit drei Fingern gegen die Regierung – Studenten in Bangkok protestieren. Keystone

Sie sei gekommen, weil sie keine Zukunft für sich und ihr Land sehe, sagte eine 19-jährige Studentin einem thailändischen Journalisten an einer Demonstration bei der Kasetsart Universität in Bangkok: «Es gibt keine Demokratie mehr, keine Lebensqualität und wir können uns nicht mehr frei äussern. Deshalb haben wir keine andere Wahl, als auf die Strasse zu gehen.»

Es gibt keine Demokratie mehr, keine Lebensqualität und wir können uns nicht mehr frei äussern.
Autor: 19-jährige Studentin

Ein anderer Demonstrant hielt ein Plakat in die Höhe mit der Aufschrift: «Der König ist der Puppenmeister». In Thailand, wo hohe Gefängnisstrafen auf Majestätsbeleidigung stehen, ist solch offen geäusserte Kritik am König gefährlich. Natürlich fürchte er sich verhaftet zu werden, sagte denn auch der Demonstrant: «Alle fürchten sich, aber noch mehr fürchte ich mich, dass unser Land kollabiert.»

Tourismus liegt am Boden

Nebst den eingeschränkten Demokratierechten steht es schlecht um die Wirtschaft; die Tourismus-Industrie liegt wegen der Coronakrise am Boden. Thailand hat zwar keine Neuansteckungen mehr, trotzdem hält die Regierung die Grenzen weiterhin geschlossen und verlängerte nun die Notstandsgesetze, die der Regierung weitgehende Befugnisse geben.

Auch wenn Thailand in der Pandemie bislang also glimpflich davongekommen ist, könnten das Virus und die restriktiven Regierungsmassnahmen auslösen, was Thailand nur allzu gut aus der Vergangenheit kennt und fürchtet: grosse Strassenproteste und Unruhen.

HeuteMorgen, 5.8.2020, 6:00 Uhr

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