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Coronavirus breitet sich in Norditalien rasant aus
Aus Tagesschau vom 22.02.2020.
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Coronavirus in Italien Karneval in Venedig soll ruhen

Eines der grössten Touristenmagnete wird abgesagt, ganze Städte sind abgesperrt – ein Land reagiert auf das Virus.

Beim Karneval in Venedig sind sie gerade wieder sehr präsent: die typischen Schnabelmasken, die Ärzte in Zeiten der Pest trugen, um sich zu schützen. Doch zunehmend bestimmt in Norditalien ein anderer Mundschutz das Strassenbild und eine ganz junge Seuche macht den Menschen Angst: Das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 ist im Land. Wie grossflächig es schon um sich gegriffen hat, lässt sich derzeit kaum absehen.

Menschenleere Strassen

Es ist der weitaus schlimmste bekannte Ausbruch von Sars-CoV-2 in Europa. In der stark betroffenen Stadt Codogno waren viele Strassen am Wochenende menschenleer, die Stadt wirkte wie eine italienische Miniaturausgabe der abgeriegelten chinesischen Millionenstadt Wuhan.

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Geisterstadt Codogno
Aus News-Clip vom 23.02.2020.
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Unter den Infizierten ist auch mindestens ein Unilever-Beschäftigter, Mitarbeiter der lokalen Fabrik des Verbrauchsgüterkonzerns tragen auf der Strasse Mundschutz – und immer mehr Anwohner tun es ihnen gleich. Etliche Schulen und Geschäfte sind geschlossen, viele Sportveranstaltungen und andere Grossevents abgesagt.

Für die Menschen Norditaliens ist die rasante Entwicklung kaum zu fassen, Angst greift um sich. Bis Mittwoch schien die Welt noch in Ordnung, nur drei Infektionen waren landesweit bekannt, alle drei wurden früh erkannt. Am Donnerstag wurde dann bei einem schwer erkrankten 38-Jährigen in einer Klinik in Codogno das Virus nachgewiesen. Die italienischen Behörden reagierten schnell, stellten Menschen unter Quarantäne, veranlassten umfassende Tests auf das Virus bei Krankenhauspersonal, Verwandten, Arbeitskollegen und Freunden des Mannes.

Doch das Virus hatte da schon längst Dutzende weitere Menschen erfasst, darunter Ärzte und Krankenschwester der Klinik in Codogno. Unterdessen wurde ein weiterer, zunächst deutlich kleinerer Ausbruch in Venetien bekannt. Dort starb in der Gemeinde Vo' ein 78-Jähriger wohl an Covid-19, der vom Virus verursachten Lungenkrankheit, wie die Behörden annehmen. Mehr als zehn Menschen in seinem Umkreis sind ebenfalls infiziert. In der Lombardei wurde das Virus bei einer am Donnerstag verstorbenen 77-Jährigen nachgewiesen.

Hartes Durchgreifen der Behörden

Am Samstagabend greift die italienische Regierung hart durch, um eine weitere Ausbreitung von Covid-19 im wirtschaftlich wichtigen Norden einzudämmen: Knapp ein Dutzend Orte südöstlich von Mailand mit etwa 50'000 Einwohnern sowie Vo' mit rund 3000 Bewohnern werden abgeriegelt. «Das Betreten und Verlassen dieser Gebiete ist verboten», sagte Regierungschef Giuseppe Conte. Sicherheitskräfte würden eingesetzt.

«Wenn nötig, werden es auch die Streitkräfte sein.» Wer versuche, die Absperrungen zu umgehen, dem drohe «strafrechtliche Verfolgung». Und nun wird auch der Karneval in Venedig abgesagt – aus Sorge wegen der Ausbreitung des Coronavirus im Norden Italiens abgesagt. Das teilte der Präsident der Region Venetien, Luca Zaia, mit.

Wo sind die Verursacher?

Derweil wird nach dem Ursprung beider Ausbrüche gesucht: Wo steckten sich die beiden 38 und 78 Jahre alten Männer an, auf die wohl alle weiteren Nachweise in Venetien, der Lombardei und dem Piemont zurückgehen? Vollkommen unklar.

Personen vor dem Dom in Mailand mit Atemschutzmaske.
Legende: In Mailand, der Hauptstadt der Lombardei, trägt man nun Maske. Keystone

Möglicherweise brachten Touristen oder Geschäftsleute aus China das Virus irgendwann unwissentlich mit. Die Statistiker zählen in Italien rund 300 000 Chinesen, dazu kamen zuletzt jährlich 5.3 Millionen Übernachtungen aus dem Land.

SRF 4 News, 7.00 Uhr; dpa/blac

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20 Kommentare

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  • Kommentar von Beatrice Fiechter  (thea)
    Viren machen nicht Halt vor Grenzen, egal welche Massnahmen greifen! Schon nur die Inkubationszeit von 4Tagen bis 2 Wochen macht effektiven, allgemeinen Schutz der Bevölkerung fast unmöglich! Staaten, die behaupten, sie haben alles zum Schutz unternommen, wiegen die Bevölkerung in falschen Sicherheitserwartungen. Hingegen kann sich jeder selber schützen:
    Abstand wahren, Hände immer gründlich waschen/nicht ins Gesicht greifen, in die Armkehle niesen, Wegwerftaschentücher nutzen/sicher entsorgen!
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    1. Antwort von Manuela Fitzi  (Mano)
      Im Namen des Pendlervolkes bedanke ich mich ganz herzlich für Ihre wertvollen Ratschläge. Selbstverständlich werden wir in der überfüllten S-Bahn Abstand von unseren Mitreisenden halten können. Armlehnen nicht anfassen und unsere Hustenrichtung so wählen, dass allllllle Viren duch das offene Fenster rausfliegen. Wie? Kein offenes Fenster in der S-Bahn möglich? Blöd, was...
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  • Kommentar von Pascal Padrutt  (papa)
    Mich beunruhigt weniger der Coronavirus Sars-CoV-2, sondern viel mehr die Irrationalität des Homo sapiens. Wenn Panik ausbricht, wird alles ziemlich unkontrollierbar. Und mit diesen tollen sozialen Medien kann jeder seine Weisheiten in die Welt raushauen, ohne dass diesen den Fakten entsprechen. Man braucht nur Foren von namhaften Zeitungen zu lesen. Da wird bewusst Angst geschürt auf Basis vom Hörensagen. Leute, nehmt euch zusammen und schaltet das Hirn ein!
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  • Kommentar von marlene Zelger  (Marlene Zelger)
    Ein 17 jähriger sei nahe der Schweizer Grenze vom Virus angesteckt worden.,Und La svizzera findet weitere Massnahman nicht für nötig.
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