Zum Inhalt springen

Header

Inhalt

Chefredaktor nimmt Stellung Was SRF über das Coronavirus publiziert – und was nicht

Medien stehen in der Kritik, durch zu viele Beiträge Panik zu schüren oder gar Fakenews zu verbreiten. SRF-Chefredaktor Tristan Brenn antwortet auf die Fragen der User und gibt Einblicke in den SRF Newsroom.

Ereignisse wie das Coronavirus stellen nicht nur die SRF-Redaktionen vor eine Herausforderung. Auch die Leser und Zuschauer werden gefordert: Über einen langen Zeitraum werden täglich neue Entwicklungen bekannt, über die SRF auf verschiedenen Kanälen informiert.

Manch ein User hat sich gefragt: Wird durch die breit angelegte Berichterstattung nicht zusätzlich Angst geweckt? Wie funktionieren redaktionsinterne Prozesse und an welchen Quellen orientiert SRF sich? Chefredaktor Tristan Brenn gibt Antwort.

Video
Wird beim Coronavirus nicht unnötig Panik geschürt, Tristan Brenn?
Aus SRF News vom 23.02.2020.
abspielen

Wie entscheidet SRF, was über das Coronavirus publiziert wird?

Tristan Brenn: Das Wichtigste ist, dass wir uns an die Fakten halten. Das Thema ist wichtig. Es erzeugt Angst. Gerade deshalb ist es wichtig, dass wir nicht spekulieren, sondern probieren, einzuordnen und Hintergründe zu liefern. Das haben wir gemacht, in dem wir in einer Grafik frühere Epidemiefälle mit dem Coronavirus verglichen haben. Wir publizieren nur Inhalte von vertrauenswürdigen Quellen, von Spezialisten, Virologen und der Weltgesundheitsorganisation. Und natürlich sind auch unsere Korrespondenten vor Ort in China eine wichtige Quelle.

Welche Inhalte werden bewusst nicht publiziert?

Wir publizieren keine Inhalte, die gegen unsere publizistischen Leitlinien verstossen. Wir zeigen zum Beispiel keine Personen, die am Coronavirus gestorben sind. Wir bringen auch keine Inhalte, bei denen die Faktenlage unklar ist oder wo wir die Quelle nicht kennen. Es existieren im Netz unzählige Fakenews zum Coronavirus. Da ist es wichtig, dass wir mit unserer Berichterstattung auch entlarven, was richtig und was falsch ist. Das haben wir kürzlich in einem Video gemacht, das wir auf den Onlinekanälen und in «10vor10» publiziert haben.

Video
Aus dem Archiv: Fakenews zum Coronavirus – der Faktencheck
Aus 10vor10 vom 07.02.2020.
abspielen

Wie funktioniert die Redaktion bei solchen Ereignissen wie dem Coronavirus?

Die Redaktionen funktionieren beim Thema Coronavirus wie bei allen anderen Themen auch. Wir kommen morgens alle im Newsroom zusammen. Onliner, Fernsehleute sowie der Social Media Desk. Dann diskutieren wir über die Entwicklung, die stattgefunden hat und entscheiden, was wir auf welchen Kanälen publizieren. Wichtig bei diesem Thema ist auch die Fachredaktion «Puls», das Gesundheitsmagazin, das viel Know-how hat und gewährleistet, dass wir über gutes Wissen in der Berichterstattung verfügen.

Wird durch die grosse Menge an Beiträgen nicht unnötig Panik geschürt?

Das ist tatsächlich eine Gratwanderung. Wir haben einerseits eine Informationspflicht in diesem wichtigen Thema. Auf der anderen Seite müssen wir das Augenmass wahren. Es gibt auch andere wichtige Themen, über die wir berichten müssen. Letztendlich entscheidet aber nicht die Menge an Beiträgen über die Qualität unserer Berichterstattung, sondern ob es gelingt, ein differenziertes Bild über das Coronavirus zu vermitteln. Das ist unser Anspruch. Diesen Anspruch versuchen wir jeden Tag einzulösen.

SRF 4 News, 20.02.20; 10:00 Uhr

Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

20 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von markus aenishaenslin  (aenis)
    Schweizer Bevölkerung hat ein Recht auf Informationen, ob Sie jeden passen oder auch nicht. Es ist ganz klar, daß der Corona Virus vor der Schweizer Grenzen nicht halt macht, faßt 70000 Grenzgänger kommen Tag täglich ins Tessin. Also hat Tessiner Bevölkerung es Recht, was bei Ihnen vor Ihrer Haustüre zur Zeit passiert.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Alexander Weljaminoff  (AndererMeinung)
    Es gibt Kommentare, die die Berichterstattung von SRF als übertrieben bezeichnen. Aber wo sind die Resultate von dieser "übertriebenen" Bericherstattung? Ich war heute morgen hier in Locarno bei der Migros und bei Denner einkaufen. Habe keinen einzigen Menschen mit einem Mundschutz gesehen (der sowieso praktisch keinen Schutz gewährt). Ich denke die Menschen in der Schweiz gehen sehr differenziert mit solchen Berichten um. Das es aber nicht überall so ist, zeigen die Proteste in der Ukraine.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Max Borer  (BorerMax)
    @SRF
    Fakenews und wie SRF damit umgeht.
    Nun schaue man sich das Datum der Videonachricht von Brenn an!
    So was aber auch.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Sorgfalt braucht Zeit (SRF)
      @Max Borer, tatsächlich wurde das Video im Voraus produziert, das haben Sie richtig beobachtet. Ein sorgfältig vorbereiteter Beitrag braucht seine Zeit. Beste Grüsse, SRF News.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Olaf Schulenburg  (freier Schweizer)
      @Borer:Gut Ding will Weile haben. Und genau darum unterscheiden sich Fakenews von seriösen Informationen. Eine Erkenntnis die nicht neu sein dürfte.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen