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Corona - Lockdown-Massnahmen in New York scheinen zu greifen
Aus Rendez-vous vom 09.04.2020.
abspielen. Laufzeit 03:55 Minuten.
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Coronavirus in New York Der Schmerz ist überall

Die Epidemie nähert sich in New York ihrem Höhepunkt. Doch auf den Notaufnahmen zeigt sich noch keine Entspannung.

Der Gouverneur von New York, Andrew Cuomo, überbringt für einmal zuerst eine gute Botschaft. Die Lockdown-Massnahmen würden greifen, sagte er. Die Hospitalisierungsrate nehme seit drei Tagen leicht ab. Es gibt jeden Tag mehr Covid-19-Kranke in den New Yorker Spitälern, aber die Zunahme ist bloss noch bei rund zwei Prozent. Die Epidemie-Kurve scheine an einem Höhepunkt zu verharren, sagt Cuomo.

Leere Strasse in New York
Legende: Leerer Broadway in New York: Über der Stadt liegt eine gespenstische Ruhe. Keystone

Und dann kommen die schlechten Neuigkeiten. 779 Corona-Kranke starben am Dienstag in New York, insgesamt sind es nun fast 6300, fast doppelt so viele wie bei den 9/11-Anschlägen. In der Stadt New York ist das Coronavirus nicht mehr abstrakt. «Der Schmerz ist überall, so viele von uns kennen ein Epidemie-Opfer», sagt der Bürgermeister von New York City, Bill de Blasio.

Realität ist alles andere als entspannt

Der Druck auf die Spitäler ist etwas geringer als erwartet, das Notspital der US-Regierung auf Manhattan und das Navy-Spitalschiff sind derzeit nicht ausgelastet. Gewisse grosse Spitäler berichten sogar von sinkenden Patientenzahlen. Viele arbeiten aber bereits auf doppelter Kapazität.

Und doch: Die Realität in manchen der über 60 Notaufnahmen in New York ist alles andere als entspannt. Der junge Notfallmediziner Calvin Sun arbeitet selbstständig im Tageslohn für verschiedene Notaufnahmen, wo das Personal knapp ist. Er arbeitet seit einem Monat unter Hochdruck. Jede Woche fühle sich schlimmer an.

Patienten sterben im Wartezimmer

Jeder Tag sei für ihn der Höhepunkt der Epidemie, sagt Sun gegenüber Radio RTS. Nur für die Triage müssten die Patienten zwölf Stunden in den Warteraum und 80 Stunden auf ein Spitalbett. Und dann habe es einen Herzstillstand nach dem anderen gegeben, in der Notfallaufnahme, und vor kurzem sei ein Patient im Wartezimmer gestorben.

Ihm würden Patienten übergeben, die bereits gestorben seien, sagt Sun. Das System sei schon lange zusammengebrochen. Dass Patienten im Wartezimmer sterben würden, sei doch nicht normal. Der Notfallmediziner lebt in ständiger Angst vor Ansteckung. New Yorker Spitäler berichten von Dutzenden, ja, Hunderten Pflegepersonen, die sich angesteckt hätten. Es sei wie ein Krieg, in den man jeden Tag ziehe, mit dem hohen Risiko verletzt zu werden.

Schild mit den Abstandsregeln
Legende: Die Massnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus scheinen zu greifen. Dennoch: Allein am Mittwoch starben fast 800 Personen im Zusammenhang mit dem Virus – so viele wie noch nie. Keystone

Dass die Statistik einen Hoffnungsschimmer bringt, und vielleicht ein Worstcase-Szenario in New York mit über Hunderttausend gleichzeitig Erkrankten verhindert werden kann, freut Sun. Er hoffe, man könne nächste Woche sagen, New York habe überreagiert, man habe zu viel Beatmungsmaschinen bereitgestellt. Er wünsche sich das.

Rendez-vous vom 9.4.2020

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23 Kommentare

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  • Kommentar von Klaus KREUTER  (SWISSKK)
    Dem SRF - Team wünsche ich in dieser tristen ZEIT: FROHE OSTERN und bleibt alle gesund.
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  • Kommentar von Klaus KREUTER  (SWISSKK)
    Die gesamte Situation wird von den Regierungen nicht richtig dargestellt.
    Die eine Seite verharmlost - die andere Seite übertreibt und die Fehlleistungen so mancher Politiker sollte man schon hinterfragen dürfen. Wieso man das, was man nun aus CHINA hört nicht richtig bewertet, das wissen nur diejenigen die eine dunkelrot gefärbte Brille aufsetzen.
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  • Kommentar von Reto Blatter  (against mainstream)
    Im Gegensatz zu vielen anderen Kommentare Schreiber bin ich froh darüber, dass es zwar auch in den US Hotspots zu schlimmen Szenen und starken Auslastungen der Krankenhäuser kommt, dass es aber nicht so schlimm gekommen ist wie erwartet wurde. Das sich eine langsame Beruhigung in Italien, Spanien und nun offensichtlich auch in New York abzeichnet sind doch gute News.
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