Zum Inhalt springen

Header

Audio
New Yorks charismatischer Gouverneur
Aus HeuteMorgen vom 30.03.2020.
abspielen. Laufzeit 02:57 Minuten.
Inhalt

Krisenmanager von New York Andrew Cuomo – seine Kunst ist Klartext

Er stiftet Zuversicht und Gemeinsinn im vom Coronavirus stark betroffenen Bundesstaat – und ist zum Medienstar geworden.

Seine täglichen einstündigen Corona-Medienkonferenzen kann man auf allen Fernsehkanälen live sehen. Sogar der konservative Sender Fox News überlässt dem liberalen Demokraten Andrew Cuomo das Podium. «Fakten machen uns stark. Es ist schlimm, wenn man in einer solchen Lage die Fakten nicht kennt oder angelogen wird», sagte Gouverneur Cuomo am Sonntag.

Eine klare Spitze gegen Präsident Donald Trump, der, es ist belegt, es nicht so genau nimmt mit den Fakten – auch in Bezug auf die Corona-Krise. Andrew Cuomo koordiniert durchaus mit dem Weissen Haus. Aber seit sich die Lage in New York zuspitzt, ist sein Ton dringlicher geworden.

New York als Epizentrum der Epidemie

Box aufklappenBox zuklappen

In den USA wurden bisher über 140'000 Infektionen mit dem Coronavirus gezählt. Bis Sonntag starben laut Zahlen der Johns-Hopkins-Universität über 2400 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus.

Am schlimmsten betroffen ist der Bundesstaat New York. Dort starben nach Angaben von Gouverneur Cuomo bislang mindestens 965 Menschen, mindestens 60'000 Menschen infizierten sich mit dem Virus. Im New Yorker Central Park wurde am Sonntag ein Feldlazarett zur Versorgung von Corona-Patienten errichtet. (sda)

Es fehlen Zehntausende von Beatmungsgeräte und Spitalbetten in New York. Cuomo fleht und schimpft Richtung Washington, wo ein Notvorrat von 20'000 Beatmungsgeräten lagert und von der US-Regierung nicht freigegeben wird.

Alltagsszene in New York
Legende: Trump wollte die Bewegungsfreiheit in den stark von Corona betroffenen Staaten New York, New Jersey und Connecticut bisher nicht einschränken. Cuomo sprach von einer «Kriegserklärung» an die Bundesstaaten. Keystone

Auch mit dem US-Kongress geht er ins Gericht. Dieser solle endlich seinen Job tun und das Politisieren lassen. Der 62-jährige Cuomo ist ein Karrierepolitiker in den Fussstapfen eines berühmten Vaters, Mario Cuomo. Auch dieser war wie sein Sohn drei Amtszeiten lang Gouverneur des Staates New York. Er brachte seinem ältesten Sohn Andrew das Geschäft bei.

Der jüngere Bruder von Andrew ist Chris Cuomo, der bekannte Moderator bei CNN. Die Brüder frotzeln nun fast täglich am Sender und erheitern das Publikum in dunklen Zeiten. Dankt Chris dem älteren Bruder fürs Interview, sagt Andrew: «Mutter sagte, ich muss es tun.»

Die Corona-Krise macht Andrew Cuomo zur nationalen Figur. Der Hashtag #CuomoForPresident ist ein Renner in den sozialen Medien. Seine grosse Kunst ist es, dass er Klartext spricht und gleichzeitig Zuversicht und Gemeinsinn stiften kann. «Wir schaffen das», so Cuomo. «Denn ich liebe New York und New York liebt euch.»

Heute Morgen, 30.3.2020, 6 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

18 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Lesek Hottowy  (Lhot)
    Eines der vielen Beispiele wo Regionalpolitiker direkter handeln und näher am Volk sind. Zentrale Stellen, in den USA oder der Schweiz drehen sich im Kreis ohne konkrete Strategie und ohne die Fakten zu kennen. Übrigens sehr ähnlich in der Privatwirtschaft, wo Headquarters nur Egozentren und Bremsklötze darstellen.
  • Kommentar von Norbert Zehner  (ZeN)
    Zitiert aus Artikel, Cuomo sei "Die klare Spitze gegen Präsident Donald Trump, der, es ist belegt, es nicht so genau nimmt mit den Fakten". Wer die pathetischen und fordernden Monologe von Gov. Cuomo mit Pressekonferenzen von Präsident Trump vergleicht, wo er die allgemeine Lage erklärt, danach aber sofort die jeweilig Zuständigen direkt reden und antworten lässt und das Team und nicht sich in Vordergrund stellt, der wird wohl diese "Spitze" gegen Trump als ziemlich stumpf erkennen.
    1. Antwort von Stefan Huwiler  (huwist)
      Sie sind der Lacher des Tages.... Trump, der sich nicht in den Vordergrund stellt.
    2. Antwort von Martin Müller  (Nonaeol)
      Herr Huwiler, vielleicht schauen Sie einmal Pressekonferenzen mit Präsident Trump, Sie werden überrascht sein. Herr Cuomo seinerseits hielt beispielsweise gestern einen 56-minütigen, langweiligen Monolog, der mit unnötigen Geschichten gespickt war.
    3. Antwort von Reto Camenisch  (Horatio)
      Nonaeol. Ich verfolge seit langem die Pressekonferenzen, und was die beiden sagen. Natürlich macht der Showman DT vielen mehr Eindruck, als derjenige, welche Fakten aneinander reiht und die Wirklichkeit aufzeigt.
  • Kommentar von Jos Schmid  (Jos Schmid)
    Spätestens seit Hurricane Katrina haben wir eine Ahnung davon, wie die USA mit Desastern umgeht. Mit ein paar Durchhalteparolen und etwas Kriegsrhetorik wird sich das nicht lösen.