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Nordkorea: Offiziell gibt es keine Corona-Fälle
Aus HeuteMorgen vom 22.04.2020.
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Coronavirus in Nordkorea Wo niemand erkrankt sein soll

In dem abgeschotteten Land gibt es offiziell keinen einzigen Corona-Fall. Ein grosser Ausbruch wäre katastrophal.

Keine einzige Ansteckung mit dem Corona-Virus im ganzen Land sei kaum möglich, sagt Nordkorea-Experte Steve Chung der Chinese University in Hongkong. Dass Nordkorea offiziell keine Fälle verzeichnet, habe vor allem damit zu tun, dass im Land das Wissen fehle, die Bevölkerung zu testen.

Die nordkoreanischen Behörden wollten einfach nicht darüber informieren, um Unsicherheit in der Bevölkerung zu vermeiden
Autor: Steve ChungChinese Universitiy/Hongkong

Nordkorea grenzt zudem direkt an China, den mit Abstand wichtigsten Handelspartner. Chung geht deshalb davon aus, dass das Virus von China nach Nordkorea gelangte. «Die nordkoreanischen Behörden wollten einfach nicht darüber informieren, um Unsicherheit in der Bevölkerung zu vermeiden», ist er überzeugt.

Coronavirus wäre eine Katastrophe

Denn sollte es zu einem grossen Ausbruch kommen, wäre dies für Nordkorea eine Katastrophe. «Die Spitäler in Nordkorea sind so unterentwickelt und medizinische Einrichtungen fehlen. Sie könnten sie eine Krise nicht bewältigen», so Chung weiter. Deshalb habe Nordkorea schon sehr früh drastische Massnahmen ergriffen und keine Ausländer mehr ins Land gelassen.

Seit sich das Land noch stärker abgeschottet hat, gelangen noch weniger Informationen aus Nordkorea nach draussen als zuvor. Dass Nordkorea wirklich keine Corona-Fälle hat, glaubt auch Professor Andray Abrahamian nicht. Er ist Nordkorea-Experte an der George Mason Universität in Südkorea.

Dennoch hätten Nordkoreas Behörden viel Erfahrung bei der Kontrolle und Einschränkung der Bewegungsfreiheit ihrer Bürger, sagt Abrahamian. «Sogar wenn sie die Fälle nicht diagnostizieren können, können sie wahrscheinlich einzelne Regionen des Landes absperren. Und wer in die Hauptstadt Pjöngjang einreisen oder die Stadt verlassen will, braucht ohnehin eine Bewilligung.»

Nordkoreanerinnen und Nordkoreaner tragen auf der Strasse Masken
Legende: Nordkoreanerinnen und Nordkoreaner tragen Masken, damit sich das Virus nicht verbreitet. Keystone

Frühe Warnung aus China

Zudem sei Nordkorea von den Chinesen womöglich schon früh informiert worden, so Abrahamian weiter. Chinas Regierung habe schliesslich ein Interesse, dass die Situation in Nordkorea stabil bleibe. «Die Nordkoreaner machten die Grenzen zu, noch bevor die Chinesen Wuhan abriegelten.»

Die Nordkoreaner machten die Grenzen zu, noch bevor die Chinesen Wuhan abriegelten.
Autor: Andray AbrahamianGeorge Mason Universität/Südkorea

Die Zusammenarbeit zwischen Peking und Pjöngjang, vermutet der Nordkorea-Experte, war womöglich viel enger als zwischen Peking und dem Rest der Welt.

Heute Morgen, 22. April 2020, 6:00 Uhr

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19 Kommentare

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  • Kommentar von Haller Hans  (H.Haller)
    Im real existierenden Sozialismus gibt es nur, was es geben darf, nämlich lauter glückliche und zufriedene Menschen, die sich am grossen Führer tagtäglich erfreuen und Lobeshymnen für ihn singen. - Laut einiger Quellen, nicht bestätigt, soll Kim-Jong-Un ernsthafter erkrankt sein. Die Gerüchteküche spekuliert da aufgrund verschiedener Ereignisse, die auf etwas hindeuten. Ob er wohl selber den Virus erwischt hat?
  • Kommentar von Fabio Skalpell  (Fabio Skalpell)
    Nordkorea hat ja kaum Ein- und Ausreisen. Warum soll es unglaubwürdig sein, dass es da noch keine Corona-Fälle gibt?
  • Kommentar von Stefan Buso  (Misotheist)
    Immer noch lieber dort als im Gazastreifen und Westjordanland, wo die arabische Bevölkerung systematisch dem Virus ausgesetzt und der Zugang zu Behandlung verwehrt wird!