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Deal zwischen Iran und den USA So reagiert die Welt auf die Last-minute-Waffenruhe

Viele Länder begrüssen die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran – doch einige bringen auch Kritik an.

Mit der Last-minute-Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran atmet nicht nur die iranische Bevölkerung auf, sondern mit ihr auch die Welt.

So fordern nach der Verkündung der Waffenruhe die Vereinten Nationen die Kriegsparteien zur Einhaltung der Feuerpause auf. Dies sei nötig, «um den Weg für einen dauerhaften und umfassenden Frieden in der Region zu ebnen», teilte der Sprecher von UNO-Generalsekretär António Guterres mit.

Die EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas bezeichnet die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran als einen «Schritt zurück vom Abgrund nach Wochen der Eskalation». Dies schaffe die dringend benötigte Gelegenheit, Drohungen abzuschwächen, den Raketenbeschuss zu beenden, die Schifffahrt wieder aufzunehmen und Raum für Diplomatie auf dem Weg zu einer dauerhaften Einigung zu schaffen, schreibt sie auf der Social-Media-Plattform X.

Arabische Staaten fordern mehr Raum für Diplomatie

Auch mehrere arabische Staaten haben die Einigung zwischen den USA und dem Iran über eine Waffenruhe und die Öffnung der Strasse von Hormus begrüsst, dringen aber auf weitere Diplomatie. Es sei nun wichtig, die Bemühungen zu intensivieren, um Lösungen zu finden, die die Krise an der Wurzel packen, teilte das Aussenministerium des Golfstaats Oman mit. 

Ägypten dringt ebenso auf weitere Verhandlungen. Das Aussetzen der US-Militäroperationen sei eine wichtige Chance, die genutzt werden sollte, um Raum für Diplomatie und einen konstruktiven Dialog zu schaffen, teilte das Aussenministerium in Kairo mit.

Nach Ansicht der Vereinigten Arabischen Emirate geht ihr Land als Sieger aus dem Konflikt hervor. Die Golfstaaten sind in den vergangenen Wochen immer wieder unter Beschuss von Iran geraten. Die Strasse von Hormus, eine wichtige Meerenge für den globalen Öl- und Gashandel, liegt zwischen Iran und dem Oman.

Weiter haben sich auch europäische Staaten geäussert, so etwa der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz. Die Bundesregierung danke Pakistan für die Vermittlung dieser wichtigen Vereinbarung, teilt Merz mit. «Ziel muss nun sein, in den nächsten Tagen ein dauerhaftes Ende des Krieges auszuhandeln. Dies wird sich nur auf diplomatischem Weg erreichen lassen», fügt er hinzu.

Kritik aus Frankreich und Spanien

Der französische Präsident Emmanuel Macron begrüsst die Waffenruhe, fordert aber eine Ausweitung auf den Libanon. Die Verkündung der Waffenruhe sei «eine sehr gute Sache», sagt Macron. Es sei auch gut, dass der Iran an der Öffnung der Strasse von Hormus arbeite.

Mann im Anzug bei Konferenz mit FR-Logo im Hintergrund.
Legende: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron fordert, dass auch der Libanon teil der Waffenruhe wird. REUTERS/Tom Nicholson

Die Lage im Libanon bleibe aber kritisch. Der Libanon müsse in die Vereinbarung mit einbezogen werden. Israel hat Anfang März neue Angriffe auf die mit dem Iran verbündete Hisbollah im Libanon gestartet, die ihrerseits Ziele in Israel angegriffen hat.

Auch der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez begrüsst die Vereinbarung, kritisiert aber zugleich die USA wegen des Beginns des Krieges. «Die spanische Regierung wird nicht jenen applaudieren, die die Welt in Brand gesteckt haben, nur weil sie dann mit einem Eimer auftauchen», schreibt Sanchez auf der Onlineplattform X, ohne die US-Regierung zu nennen.

Eine Waffenruhe sei immer eine willkommene Nachricht. Die kurzzeitige Erleichterung dürfe jedoch nicht «das Chaos, die Zerstörung und die verlorenen Menschenleben» vergessen machen. Sánchez fordert, dass sich «Diplomatie, internationales Recht und FRIEDEN» durchsetzen müssten.

Das sagt die Schweiz

Box aufklappen Box zuklappen

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) begrüsst die Waffenruhe zwischen den USA und Iran. Sie sei ein wichtiger Schritt zu einer Deeskalation der aktuellen Spannungen, schrieb ein EDA-Sprecher in einer Stellungnahme an die Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Die Schweiz sei jederzeit bereit, ihre Guten Dienste anzubieten, hiess es in der Stellungnahme vom Mittwoch weiter. Das EDA stehe mit den Parteien in Kontakt und habe seine Bereitschaft bekräftigt, jede diplomatische Initiative zu unterstützen, die zu einer nachhaltigen Deeskalation beitragen könne.

Die möglichen Folgen und Auswirkungen der Waffenruhe auf die Lage im Nahen und Mittleren Osten würden analysiert, schrieb der Sprecher. Geprüft würden auch operative Fragen, etwa die Wiedereröffnung der Schweizer Botschaft in Teheran. Weitere Angaben dazu könnten nicht gemacht werden.

Die Schweizer Botschaft in Teheran ist seit rund einem Monat geschlossen. Die Schweiz fungiert dennoch weiterhin als Schutzmacht der USA in Iran. Dieser Kommunikationskanal sei offen und stehe zur Verfügung, schrieb der Sprecher. Weitere Angaben zum Mandat machte der Sprecher mit Verweis auf die Vertraulichkeit nicht.

SRF 4 News, 8.4.2026, 10:30 Uhr ; 

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