Was ist passiert? Kurz bevor das Ultimatum von Trump ausgelaufen ist, haben die USA und der Iran einer zweiwöchigen Feuerpause sowie der Öffnung der Strasse von Hormus zugestimmt. Der pakistanische Premier Shehbaz Sharif habe ihn gebeten, von seinen angedrohten Angriffen auf Irans Kraftwerke abzusehen, schrieb Trump auf der Plattform Truth Social. Man habe einen 10-Punkte-Plan aus dem Iran erhalten und glaube, dass er eine «praktikable Grundlage für Verhandlungen» biete. Irans Aussenminister Abbas Araghtschi schrieb in einer Erklärung, der Schiffsverkehr in der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Meerenge werde wieder ermöglicht.
Wie reagieren die USA? Die innenpolitischen Reaktionen in den USA sind gespalten. Ein Teil der Bevölkerung begrüsst die kurzfristige Entspannung als Zeichen von Handlungsfähigkeit. Andere kritisieren die Unberechenbarkeit der Politik, die zu diesem Punkt geführt hat.
Wie verkauft der Iran die Waffenruhe? In der iranischen Hauptstadt Teheran sind nach Verkündung der Feuerpause zahlreiche Menschen auf die Strassen geströmt. Am Revolutionsplatz im Stadtzentrum versammelten sich Regierungsanhänger mitten in der Nacht auf Mittwoch, wie der iranische Sender «SNN TV» berichtete. US-Präsident Donald Trump habe sich den iranischen Forderungen gebeugt, sagte der Reporter des Senders, der den paramilitärischen Basidsch-Milizen nahesteht. Regierungsanhänger jubelten über die kurz zuvor verkündete Waffenruhe mit den USA.
Wie reagiert Israel? Israel unterstütze Trumps Entscheidung, erklärte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Die zweiwöchige Waffenruhe gelte aber nicht für den Libanon, erklärte er. Pakistans Premier Sharif hatte dagegen auf X geschrieben, sie gelte auch für den Libanon. Israel hat sich einem Bericht zufolge mit den USA im Vorfeld über die zweiwöchige Waffenruhe mit dem Iran abgestimmt.
Wie sieht der 10-Punkte-Plan aus? Laut der Nachrichtenagentur Tasnim beinhaltet der Entwurf die Forderung nach einer dauerhaften Einstellung von Aggressionen. Der Iran soll die Kontrolle über die Strasse von Hormus behalten und Uran anreichern dürfen. Die politische Führung in Teheran fordert die Aufhebung der harten internationalen Sanktionen und Strafmassnahmen des UNO-Sicherheitsrats. Auch Resolutionen des Gouverneursrats der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA will Teheran aufgehoben sehen. Weiter werden Kriegsentschädigungen und ein Abzug der US-Streitkräfte aus der Region gefordert. Der Krieg soll an allen Fronten enden, einschliesslich im Libanon. Laut Nachrichtenagentur Fars heisst es in dem Plan zusätzlich, dass sich der Iran verpflichten werde, niemals Atomwaffen herzustellen. Die Urananreicherung soll nach Verhandlungen eingeschränkt werden. Teheran stimme ausserdem zu, mit anderen Ländern in der Region über Friedensabkommen zu sprechen.
Welche Fragen sind noch offen? Im Zentrum der Waffenruhe steht die strategisch wichtige Strasse von Hormus. Wer die Sicherheit dieser Meerenge garantieren soll, bleibt jedoch unklar. Bei Zwischenfällen fehlen bislang definierte Mechanismen oder Kontrollvereinbarungen. Auf strategischer Ebene verfolgen die USA zudem klare Ziele: Der Iran soll unter keinen Umständen in den Besitz von Atomwaffen gelangen. Ob dieses Ziel durch eine kurzfristige Waffenruhe erreicht werden kann, ist unklar.