Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Video Chinas Weg zur Wirtschaftsmacht abspielen. Laufzeit 03:56 Minuten.
Aus Tagesschau vom 26.04.2019.
Inhalt

Die neue Seidenstrasse Schweizer Drahtseilakt mit China

Die Schweiz will an Chinas neuer Seidenstrasse teilhaben. Doch die Zusammenarbeit verläuft nicht immer ohne Probleme.

Mittendrin, statt nur daneben stehen – Die Schweiz will teilhaben, wenn China sein gigantisches Handelsnetz entlang der neuen Seidenstrasse ausbaut. Vor allem in aufstrebenden Märkten wie Asien erhoffen sich Schweizer Unternehmen grossen Investitionsbedarf.

Es wird nicht die breite Schweizer Wirtschaft profitieren, sondern nur ausgewählte Sektoren.
Autor: Markus HerrmannAnalyst für Wirtschaftsbeziehungen mit China

Der Analyst und Berater für Wirtschaftsbeziehungen mit China, Markus Herrmann, sieht das wirtschaftliche Potenzial. Man müsse bei der «Belt and Road Initiative» realistisch sein und warnt vor zu hohen Erwartungen:

«Es wird nicht die breite Schweizer Wirtschaft profitieren, sondern nur ausgewählte Sektoren. Erwartet dabei vernünftigerweise den Sektor Finanzen, Versicherungen, Logistik und ausgewählte Industriekonzerne mit Wissen in den Ländern der neuen Seidenstrasse.»

Nicht immer problemlose Umsetzung

China baut entlang der Seidenstrasse gigantische Infrastrukturprojekte: Brücken, Dämme, Häfen. Dafür vergibt China Kredite und bringt seine eigenen Arbeiter ins Land. So zum Beispiel beim Ausbau des Hafens in Colombo auf Sri Lanka. Hier sollen ganze Dörfer verschwinden, weil sie Chinas Expansionshunger im Weg stehen.

Der Einflussbereich für die Schweiz wird sich auf einzelne Projekte beschränken.
Autor: Markus HerrmannCo-Programmleiter Asien, Think Tank «Foraus»

Dabei hat es in den ersten fünf Jahren der chinesischen Initiative mehrere Schwierigkeiten bei der Umsetzung gegeben, erklärt Markus Herrmann, China-Kenner und Co-Programmleiter Asien beim aussenpolitischen Think Tank «Foraus»:

«Es gab keine nachhaltige Finanzierung, es entstanden Abhängigkeiten der Drittländer gegenüber China. Das sind Dinge, die die Schweiz über die Diplomatie einbringt, die man versucht, über Regeln zu fassen», erklärt Herrmann.

Der Einflussbereich für die Schweiz liege darin, in den eigenen Projekten auf die Standards zu pochen, wo man sich in Drittstaaten engagieren werde.

Wer gibt die Regeln vor?

Schweizer Finanzunternehmen könnten also in Zukunft beispielsweise grosse chinesische Bauprojekte in Asien oder Afrika versichern. Oder Schweizer Banken könnten bei der Mittelbeschaffung helfen. Doch wie stellen sie sicher, dass China nicht die Regeln vorgibt?

Die «Belt and Road Initiative» sei eine staatsgetriebene Initiative, darum erwartet Herrmann, dass auch die Schweizer Regierung eine unüblich aktive Rolle spielen müsse. «Das heisst zum Beispiel, die konkreten Kooperationen mitzugestalten und auch sicherzustellen, dass Schweizer Interessen durchgesetzt werden können», sagt der China-Experte.

Der wachsende Einfluss von China ist nicht mehr aufzuhalten. In dem Fall ist es besser mitzumachen als zuzuschauen. Aber die Zusammenarbeit mit dem kommunistischen Regime ist ein Drahtseilakt. Da reicht es nicht, nur die Profite im Blick zu haben.

Chinas Präsident verspricht mehr Transparenz

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen
Chinas Präsident verspricht mehr Transparenz
Legende:reuters

Angesichts internationaler Kritik an der chinesischen Initiative zum Bau einer «Neuen Seidenstrasse» hat Präsident Xi Jinping mehr Offenheit versprochen. Zum Auftakt des Gipfels zu den weltweiten Infrastrukturplänen sagte Xi in Peking auch mehr Kooperation, Umweltschutz und Kampf gegen Korruption zu.

«Alles sollte auf transparente Weise getan werden, und es wird Null-Toleranz für Korruption geben.» Die Initiative werde «offen, grün und sauber», gelobte der Staats- und Parteichef.

Zu dem zweitägigen Treffen sind Vertreter aus mehr als 100 Ländern angereist, darunter knapp 40 Staats- und Regierungschefs. Aus der Schweiz nimmt Bundespräsident Ueli Maurer teil. Es ist nach 2017 der zweite Gipfel dieser Art.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

18 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von werner zuercher  (Werner Zuercher)
    Für die, die glauben die Welt bestehe nur aus der immer schwächeren und gleichzeitig diktatorischen EU, ist das mitmachen an der neuen Seidenstraße natürlich ein Drahtseilakt. Gibt es bei den EU-Wahlen nicht eine radikale Wende, hat die EU bald ein kommunistisches Regime wie China! Sehr viele Schweizer Produkte sind schon in China zu kaufen. Die Schweiz ist ein hoch respektierter Handelspartner. Nur wegen Druck aus Brüssel, Washington nicht bei der neuen Seidenstraße mitmachen wäre idiotisch.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Lena Kälin  (flower)
    Ich weiss ja nicht wie andere das empfinden, aber ich sehe es sehr kritisch dass sich die Politik so stark nach China ausrichtet. Dass der Grossteil der Bevölkerung Unabhängigkeit gegenüber der EU wünscht soll kein Freibrief dafür sein, sich an China festzuschnallen. Was kommt als nächstes? Zollunion mit den USA?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von M. Kaiser  (Klarsicht)
    Seidenstrasse ? Es ist höchste Zeit, dass man im hochtechnisierten Europa endlich Nägel mit Köpfen macht ! Für mich eine Infiltration Chinesischer Machtstrukturen und freches ausweiten ihrer Landesgrenzen, dabei werden sie wegen dem rücksichtslosen Vorgehen beim Bau dieser Strasse, von dort Ansässigen verflucht ( es liegen Dokumente vor ), später mit Militär bewacht, herrliche Strategie für schnellen Nachschub im Kriegsfall -diese Chinesen muss man zurückbinden nicht zu ihnen Hösala !
    Ablehnen den Kommentar ablehnen