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Chinas Botschafter mischen jetzt auf Twitter mit
Aus SRF 4 News aktuell vom 29.10.2019.
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Diplomaten auf Social Media China will den Diskurs international mitbestimmen – per Twitter

Chinesische Diplomaten haben Twitter entdeckt. Sie sollen die Sicht der Regierung verbreiten – aber nicht in China.

Der chinesische Botschafter in Grossbritannien, Liu Xiaoming, ist seit Mitte Oktober auf Twitter mit einem eigenen Account präsent. Bereits 5000 Follower hat er, seinem Kollegen in Washington folgen sogar knapp 20'000 User.

Liu Xiaoming schreibt auf Twitter, dass China in Afrika über 300 Schulen und Spitäler gebaut habe. Chinas Hilfe sei zudem nicht an Bedingungen geknüpft, so Liu Xiaoming. Ein Seitenhieb auf den Westen, der China für dessen Engagement in Afrika häufig kritisiert.

Lob für die twitternden Diplomaten gibt es von der chinesischen Parteizeitung «Global Times». Die Botschafter würden damit ein selbstbewusstes China zeigen, und dabei helfen, Missverständnisse des Westens abzubauen.

Die Twitter-Offensive ist Teil von Chinas Bemühungen, den Diskurs international stärker mitzuprägen, und mit Chinas Sicht der Dinge zu ergänzen.

Twittern auf Parteilinie

Etwa zur Demokratie-Bewegung und den monatelangen Protesten in Hongkong. Während in der westlichen Berichterstattung die Forderungen nach mehr Demokratie dominieren, beklagt sich der chinesische Botschafter Liu Xiaoming über «Neo-Extremisten», Plünderungen und Angriffe auf die Polizei.

Unter den Twitter-Followern der Botschafter befinden sich viele westliche Journalisten. Für sie dürften die Twitter-Konten eine Quelle für offizielle Statements sein. Schliesslich sind die chinesischen Behörden sonst eher für ihre spärliche Informationspolitik bekannt.

Chinas Staatsmedien auf Twitter und Facebook

Diese Lücke scheint auch der Chefredakteur Hu Xijin zu füllen: Der Chefredakteur der «Global Times» hat über 115'000 Follower. Er gilt unter Journalisten schon fast als inoffizielles Sprachrohr der Regierung und ist bekannt für seine provokanten Tweets.

Unlängst warf er dem Westen vor, die gewaltsamen Proteste in Hongkong in andere Länder zu exportieren. Die Meinungsfreiheit in den USA nannte er «fake», populäre US-Politiker anmassend.

Twitter ist in China gesperrt

Hus Zeitung ist selbstverständlich auf Facebook und Twitter präsent. So wie auch die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua und das staatliche Fernsehen. Dies, obwohl Twitter in China selbst gesperrt ist – so wie auch Google, Facebook, Instagram oder YouTube.

Doch dieser Widerspruch scheint die chinesischen Behörden nicht zu stören. Die Tweets sind nicht für chinesische User gedacht, sondern in erster Linie für ein westliches Publikum. Wenn Chinas Politiker dieses erreichen möchten, bleibt ihnen auch nichts anderes übrig, als auch auf diesen Kanälen präsent zu sein.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Philipp Moreno  (HOC)
    Wie schön wäre es wenn endlich jemand das Internet abstellen würde. Dann wäre alles wieder ruhiger, ehrlicher, zielstrebiger und sinnvoller.
    1. Antwort von Reto Camenisch  (Horatio)
      Dann könnte ich ihren Kommentar nicht lesen.
  • Kommentar von Thomas Brand  (tomcomm)
    Da hat China recht. Es hat die Grösse, den Diskurs international mitzubestimmen.
    Dass dies nun via Twitter passiert, naja. Da hat man den Kanal halt dem westlichen Endverbraucher angepasst, ich sehe hier keine Aufregung. Informationen aus Russland und China sind willkommen. Filtern muss man immer noch selber, wie auch bei Informationen aus anderer Richtung. Siehe dazu: Tausende PR-Angestellte im Sold des Pentagon. Nebenbei bemerkt, die verwenden sicherlich auch Twitter und Co.
  • Kommentar von Werner Christmann  (chrischi1)
    Das wird bei unseren smartphonegesteuerten Chinafans auf fruchtbaren Boden fallen. Mich verwundert einzig wie lange die Chinesen gebraucht haben um zur Erkenntnis zu kommen, dass via Internetmedien mit entsprechender Propaganda jeder, aber jeder Mist unter die Leute gebracht werden kann.