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Hoffen auf Wirkung der drastischen Massnahmen in Italien
Aus HeuteMorgen vom 05.03.2020.
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Drastische Massnahmen Entscheidende Tage für Italien

In ganz Italien bleiben Schulen und Universitäten geschlossen. In den Kinos der hauptsächlich betroffenen Regionen darf nur jeder zweite Sitz belegt werden, damit man sich nicht zu nahe kommt. Und Seniorinnen und Senioren über 75 sollen ganz generell besser zu Hause bleiben.

Die Liste der Vorschriften und Tipps in Zeiten des Coronavirus wird täglich länger. Dazu kommt: Seit eineinhalb Wochen stehen 50'000 Leute in elf Gemeinden der «zona rossa» unter Quarantäne. Zehn dieser Gemeinden liegen in der Lombardei, eine in Venetien.

Nützt die Quarantäne überhaupt etwas?

Ganz Italien wartet sehnlichst darauf, dass all diese Massnahmen Früchte tragen. Die Behörden schauen vor allem auf die schärfste dieser Massnahmen, auf die Quarantäne für 50'000 Leute. Nach zwei Wochen, also bis am Wochenende, müsste sich dort das Virus eigentlich verlangsamt haben – sofern die Quarantäne tatsächlich wirksam ist. Doch zumindest bis gestern Mittwoch war das noch nicht der Fall. Im Gegenteil: Die Zahl der Infizierten stieg weiter an.

In diesen Tagen dürfte sich aber auch zeigen, ob das Virus wie bisher vor allem die norditalienischen Regionen Lombardei, Venetien und Emilia Romagna trifft. Zumindest bisher melden die Regionen südlich der Poebene, also die Toskana, Lazio, oder die Region um Neapel und Sizilien, deutlich weniger Corona-Fälle.

Der Süden wäre mit dem Coronavirus überfordert

Die Verbreitung in Süditalien möglichst einzudämmen ist ein zentrales Anliegen der Regierung. Die Schliessung der Schulen und Universitäten im ganzen Land ist auch in diesem Zusammenhang zu sehen. Denn selbst der Norden Italiens mit seinem vergleichsweise gut ausgebauten Gesundheitswesen stösst derzeit an Kapazitätsgrenzen. Das heisst: Der Süden wäre wohl erst recht überfordert.

Es sind die Regionen, die das italienische Gesundheitswesen hauptsächlich verwalten. Und jene im Süden tun das meist mit viel weniger Mitteln und nachlässiger als die reichen Regionen Norditaliens. Darum könnte das Virus im Süden noch mehr Schaden anrichten.

Jeden Abend veröffentlicht der Zivilschutz die neusten Viruszahlen. Viele Italienerinnen und Italiener verfolgen das live. Sie hoffen, dass der Höhepunkt der Welle und damit auch das allmähliche Abflachen nahe sind.

Franco Battel

Franco Battel

Italien-Korrespondent, SRF

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Franco Battel ist seit Anfang 2015 SRF-Korrespondent in Rom. Davor war er als Auslandredaktor für Italien, Mexiko, Zentralamerika, Kuba und Liechtenstein verantwortlich. Er berichtete zudem vom UNO-Sitz in Genf.

SRF4 News, 05.03.2020, 06:00 Uhr

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