Zum Inhalt springen

Header

Audio
Italien vor schärferen Corona-Regeln – Infektionszahlen gestiegen
Aus Echo der Zeit vom 12.03.2021.
abspielen. Laufzeit 02:58 Minuten.
Inhalt

Dritte Corona-Welle Einsames Osterfest: Italien geht zurück in den Shutdown

Die Regierung Draghi zieht die Notbremse: Ab Montag sind die meisten Regionen Italiens erneut im strengen Shutdown.

Während Deutschland, Grossbritannien, Frankreich oder auch die Schweiz Restaurants, Bars oder Läden generell schlossen, wählte Italien Anfang Jahr einen anderen Weg. Italien setzte stark auf regionale Lösungen. Je nach Verbreitung des Virus oder der Kapazität des regionalen Gesundheitswesens galten sehr unterschiedliche Einschränkungen.

Nun zeigt sich: Dieser zum Teil sehr lockere Umgang mit der Pandemie hat sich nicht gelohnt.

Draghi: «Stehen am Anfang einer dritten Welle»

Aber auch die Virusvarianten, vor allem jene aus Grossbritannien, haben die Lage verschärft: Die Zahlen steigen in beinahe ganz Italien stark an, sagte heute Premierminister Mario Draghi: «Wir stehen am Anfang einer neuen, einer dritten Welle.» Mehr Infizierte, mehr Hospitalisierte, mehr Todesopfer. Und in diversen Gegenden des Landes werden die Spitalbetten knapp. Darum zieht die Regierung nun die Notbremse.

Restaurant vor dem Pantheon in Rom, 22. Februar 2021.
Legende: In Rom zum Beispiel waren Bars und Restaurants bis 18 Uhr geöffnet, in stärker betroffenen Regionen mehrheitlich geschlossen. Keystone

Ab Montag sind die meisten Regionen Italiens erneut im strengen Shutdown. Das heisst: Man darf seine Wohnung nur noch verlassen, wenn man dafür auf einem Zettel, den man vorgängig ausfüllt, einen guten Grund angibt: einkaufen, Hund Gassi führen, zum Arzt oder in die Apotheke gehen.

Sonst hat man zu Hause zu bleiben – auch über Ostern. Das wiegt schwer, weil die Italienerinnen und Italiener damit die Feiertage erneut, wie schon vor einem Jahr und wie schon an Weihnachten und Neujahr, in ihren eigenen vier Wänden verbringen müssen.

Erstmals übernimmt nun auch die Lega unter ihrem Chef Matteo Salvini Verantwortung für einen Shutdown. Die Lega regiert ja nun seit einem Monat zusammen mit den Sozialdemokraten, Forza Italia und den Cinque Stelle. Bis vor kurzem hatte Salvini vor allem die Schliessung von Restaurants oder Läden noch scharf kritisiert, nun an der Macht, trägt er diese Massnahmen mit.

Video
Italien verschärft über Ostern Corona-Beschränkungen
Aus Tagesschau vom 12.03.2021.
abspielen

Hoffen auf das Wetter und die Impfung

Die Regierung hofft darauf, dass diese Beschränkungen, aber auch zusätzliche Impfdosen und die wärmere Jahreszeit, bald Entlastung bringen. «Ne usciremo!», wir werden diese Krise überwinden, sagte Draghi. Der Premierminister versprach, den seit einem Jahr gültigen Kündigungstopp zu verlängern und weitere Milliarden für Kurzarbeitsgeld bereitzustellen.

Schwer aber wird es erneut die Jungen treffen. In einzelnen Regionen Italiens sind die Schulen nun seit einem Jahr mehrheitlich geschlossen. Jugendliche mit Lernschwierigkeiten drohen dauerhaft abgehängt zu werden. Das wird Probleme schaffen, die Italien noch lange beschäftigen werden.

Echo der Zeit, 12.03.2021, 18 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

8 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Jakob Meier  (Astronautovic77)
    Aber die Pandemie ist doch am 22. März fertig. Wieso noch solche Massnahmen?
    1. Antwort von Monika Mitulla  (momi)
      WHO-Europadirektor Hans Kluge: "Ich gehe davon aus, dass 2021 ein weiteres Covid-Jahr wird. Aber eines, das besser vorhersehbar und zu managen ist. 2020 war Terra Incognita, wissenschaftliche und politische Dunkelheit. Ein Jahr später wissen wir viel mehr. Wir haben Instrumente, diagnostische Programme, wir haben einen Impfstoff. Für mich in meinem Job ist es aber wichtig vorauszuplanen. Deshalb gehe ich davon aus, dass die Pandemie Anfang 2022 vorbei ist." Quelle: Welt online vor ca einer Woche
  • Kommentar von Heinz Michel  (Joshuatree)
    Vielleicht schadet es nicht dass endlich die Ferien und Reisegeilen Menschen nicht überallhin können! Ja auch ich bin ein Globetrotter und vermisse das Reisen aber ich habe noch ein wenig Geduld!
  • Kommentar von Phil Suter  (Drill-in)
    Funktionieren diese strikten Massnahmen wirklich noch? Und wie lange will sich Italien das antun. Und danach folgt auf einen Schlag die Touristensaison?
    Wenigstens zieht die ganze Regierung für einmal am gleichen Strick. Aber zieht das Volk auch noch mit?

    Die Probleme werden deutlich und klar im letzten Abschnitt mit der Jugend aufgezeigt. Frag mich wie lange jüngere Generationen da noch mitziehen.
    1. Antwort von Hans Meuri  (hmeuri)
      Das Virus und der Verlauf der Pandemie bestimmen die Massnahmen und nicht der verständliche aber gefährliche Wunsch nach Freiheit.