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«Dritte Generation» der RAF Frühere RAF-Terroristin zu 13 Jahren Haft verurteilt

  • In Deutschland hat das Landgericht Verden Daniela Klette, ein ehemaliges Mitglied der Terrororganisation Rote Armee Fraktion (RAF), zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt.
  • Das Gericht sprach Klette des schweren Raubes, des versuchten schweren Raubes, der Verstösse gegen das Waffengesetz, des erpresserischen Menschenraubes und der schweren räuberischen Erpressung schuldig.

Der Prozess hatte im März 2025 begonnen. Die Anklage warf Klette vor, gemeinsam mit ihren mutmasslichen Komplizen Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub zwischen 1999 und 2016 maskiert und bewaffnet Geldtransporter und Supermärkte überfallen zu haben, um ihr Leben im Untergrund zu finanzieren.

Fünf der ursprünglich angeklagten Taten verfolgten die Behörden nicht weiter. Verhandelt wurden schliesslich acht Überfälle in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, bei denen die Täter insgesamt mehr als zwei Millionen Euro erbeuteten. Garweg und Staub sind weiterhin auf der Flucht.

Das sagt SRF-Korrespondentin Simone Fatzer:

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Frau in blauem Hoodie steht in einem modernen Raum.
Legende: Keystone

«Der Fall von Daniela Klette sorgte in Deutschland aufgrund der schwer belastenden Zeit des Terrors (‹Der deutsche Herbst›) für grosse Aufmerksamkeit. Es begann schon spektakulär – nämlich damit, dass die meistgesuchte Frau Deutschlands unspektakulär mitten im lebendigen linken Berliner Bezirk Kreuzberg jahrelang unerkannt leben konnte. Den Prozess nutzte sie jetzt als politische Bühne und für ihre Kapitalismuskritik. Im selber gehaltenen Plädoyer räumte sie die Tat ein, nicht aber ihre Beteiligung. Es sei zu bedauern, wie schwer einige der Geschädigten noch heute unter den Geschehnissen litten, sagte sie zwar, aber letztlich ordnete sie das wohl dem höheren Zweck im Kampf gegen den Kapitalismus ein. Zudem sei das Geld nötig gewesen für das Überleben im Untergrund. Klette sieht sich als Opfer des politischen Systems und zeigt keine Reue über diese Art des ausgesprochen gewalttätigen politischen Widerstands und der Raubüberfälle.»

Die Staatsanwaltschaft hatte 15 Jahre gefordert und zusätzlich versuchten Mord zur Anklage gebracht. Diesen Vorwurf liess das Gericht fallen.

Als der vorsitzende Richter das Urteil verkündete, riefen Unterstützer im Saal laut «Freiheit für Daniela». Justizbeamte begleiteten mehrere Demonstrantinnen und Demonstranten aus dem Gerichtssaal.

Festnahme nach jahrzehntelanger Flucht

Klette, 67 Jahre alt, gehörte der sogenannten dritten Generation der linksterroristischen RAF an. Nach dem Ende der Terrororganisation lebte sie jahrzehntelang im Untergrund. Zielfahnder versuchten vergeblich, sie und ihre beiden mutmasslichen Komplizen aufzuspüren. Ende 2024 nahmen Einsatzkräfte Klette schliesslich in einer Berliner Wohnung fest.

Bei der Durchsuchung stiessen Ermittler auf Waffen, Munition, eine Panzerfaust-Attrappe, gefälschte Ausweise, Perücken, Gold und 240'000 Euro Bargeld. Seither sitzt sie in Untersuchungshaft.

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Weiteres Verfahren möglich

Klette droht ein zweiter Prozess. Die Bundesanwaltschaft wirft ihr die Mittäterschaft bei drei RAF-Anschlägen zwischen 1990 und 1993 vor. Die Mitgliedschaft in der Terrororganisation selbst ist inzwischen verjährt. Der Staats­schutz­senat des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main entscheidet nun, ob und wann es zu einem weiteren Prozess kommt.

In einem der Fälle geht es um den Mord am damaligen Chef der Treuhandanstalt 1991 vor seinem Haus. Seine Behörde war damit beauftragt, nach der Wiedervereinigung Deutschlands die DDR-Staatsbetriebe zu privatisieren. Die RAF bekannte sich zwar zu der Tat, doch manche zweifeln daran, dass sie diese tatsächlich alleine durchgeführt hat.

SRF 4 News, 27.5.2026, 12 Uhr ; 

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