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Durchmarsch zur Schach-WM Die Schachwelt hat einen neuen Star: Javokhir Sindarov

Noch nie hat jemand bei einem Kandidatenturnier für die Schach-WM mehr Partien gewonnen als Javokhir Sindarov. Er fordert damit Titelverteidiger Gukesh heraus.

Beim Kandidatenturnier für die Schach-Weltmeisterschaft hat der 20-jährige Javokhir Sindarov aus Usbekistan für gewaltiges Aufsehen gesorgt. Noch selten hat ein Spieler ein Kandidatenturnier so dominiert wie er: Bereits aus den ersten sieben Partien hat er fünf gewonnen.

«Er hat den Rest wie Statisten aussehen lassen», sagt Schachgrossmeister Niclas Huschenbeth, einer der bekanntesten Schach-Youtuber im deutschsprachigen Raum.

Vom Geheimfavoriten zum Dominator

Javokhir Sindarov hatte im November 2025 den World Chess Cup gewonnen und sich damit für das Kandidatenturnier qualifiziert. Auch im Januar überzeugte er bei einem Weltklasse-Turnier – und gehörte also bald mal zum Favoritenkreis. «Aber dass er so ein Turnier hinlegen würde, hat niemand erwartet», sagt Huschenbeth. «Das war historisch.»

Das Kandidatenturnier im Schach

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Das Kandidatenturnier ist die letzte Station im Weltmeisterschafts-Zyklus vor der WM. Nur wer dieses Turnier gewinnt, darf die amtierende Weltmeisterin oder den amtierenden Weltmeister herausfordern. Entsprechend gilt es als zweitwichtigstes Ereignis im WM-Zyklus.

Organisiert wird der moderne Zyklus seit 1948 vom Internationalen Schachverband FIDE (Fédération Internationale des Échecs). Das Kandidatenturnier gibt es seit 1950. Seit 2013 findet das Kandidatenturnier alle zwei Jahre statt.

Vor einem Jahr noch war Sindarov der 30. der Weltrangliste. Inzwischen ist er auf Platz fünf vorgerückt. Solche Entwicklungen gebe es bei jungen Spielern immer wieder, sagt Huschenbeth. Sindarov jedoch sticht heraus, er hat in den letzten zwölf Monaten eine Erfolgsserie hingelegt. «Ich weiss nicht genau, was Sindarov gemacht hat, aber anscheinend das Richtige. Er war in den letzten Monaten einfach unaufhaltbar.»

«Dynamisch, aggressiv, kämpferisch»

Am Brett überzeugt Sindarov mit einem klaren Profil: dynamisch, aggressiv, kämpferisch, selbstbewusst, beschreibt ihn Schachgrossmeister Huschenbeth. «Er glaubt an seine Chancen und sucht sie.» Auch vor Risiken schrecke er nicht zurück, wenn er darin den besten Weg sehe.

Mann im Anzug beim Schachspiel am Tisch.
Legende: Der Usbeke galt vor dem Turnier zwar als Geheimfavorit – auch wegen seines Sieges beim World Chess Cup. (27.12.2025) imago images/NOUSHAD THEKKAYIL

Dieser Ansatz setzt seine Gegner unter Druck: «Mehrmals sind seine Gegner unter diesem Druck zusammengebrochen», so Huschenbeth. «Das war auch Teil seines Erfolgsrezepts. Da machen auch die besten Spieler der Welt Fehler.»

Nun darf Sindarov bei der Weltmeisterschaft Ende des Jahres den aktuellen Weltmeister Gukesh Dommaraju herausfordern. Nach seinem dominanten Auftritt im Kandidatenturnier sehen viele derzeit Sindarov im Vorteil, da Gukesh zuletzt schwächelte.

Zwei Schachspieler bei einem Turnier, mit Schachbrett und Bildschirm im Vordergrund.
Legende: Javokhir Sindarov (links) ist gelassen und humorvoll vor den Medien und kompromisslos und kämpferisch am Brett. (01.02.2026) imago images/Sylvia Lederer

Doch Huschenbeth relativiert: «Bis dahin ist noch Zeit.» Gukesh könne seine Form wiederfinden. Und er bringe einen entscheidenden Vorteil mit: Erfahrung auf der grössten Bühne. «Ein WM-Kampf ist der grösste Druck, den es gibt.» Stand jetzt sei das Duell offen: «Ich würde sagen, es ist 50 zu 50.»

Die letzte Partie des Kandidatenturniers findet am Mittwochabend statt. Am Ausgang ändert das nichts mehr: Der Turniersieg ist Sindarov bereits sicher.

SRF 4 News, 15.04.2026, 16:25 Uhr ; 

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