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Ebola-Ausbruch in Afrika Bundibugyo-Virus ist wenig bekannt

Das Ebolavirus breitet sich in Kongo-Kinshasa und vereinzelt in Uganda aus. Die WHO hat deshalb den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Zwar gilt die Bundibugyo-Variante, die beim jetzigen Ausbruch festgestellt wurde, als weniger tödlich als die häufigere Variante. Allerdings gibt es gegen das Bundibugyo-Virus keine Impfung und keine Medikamente. SRF-Wissenschaftsredaktorin sagt, wie es trotzdem bekämpft wird.

Irène Dietschi

Wissenschaftsredaktorin

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Irène Dietschi ist langjährige, mehrfach ausgezeichnete Wissenschaftsjournalistin. Seit 2017 arbeitet sie als Redaktorin bei der SRF-Fachredaktion Wissenschaft.

Wieso konnte sich das Virus innert weniger Tagen so schnell ausbreiten?

Das Spezielle an diesem Ausbruch ist, dass er durch ein wenig bekanntes Ebolavirus ausgelöst wurde, das sogenannte Bundibugyo-Virus. Bis zum 16. Mai wurden in Kongo-Kinshasa 246 laborbestätigte Verdachtsfälle und 80 Todesfälle gemeldet. Auch im Nachbarland Uganda in Kampala sind vereinzelte Fälle aufgetreten. Gegen das Bundibugyo-Virus gibt es zurzeit keinen speziellen zugelassenen Impfstoff und auch keine Medikamente. Es gibt Berichte, die besagen, dass bei manchen Verdachtsfällen der Ebolatest negativ war, dass also das Virus möglicherweise schon länger zirkulierte, bevor die Gesundheitsbehörden den Ausbruch offiziell bestätigten.

Wie lässt sich die Verbreitung von diesem Ebolavirus begrenzen?

Wenn es sich um eine bekannte Ebolavariante Zaire handeln würde, dann hätte man einen wirksamen Impfstoff und auch Medikamente zur Hand. Damit lässt sich ein Ebola-Ausbruch ziemlich effizient eindämmen. Das hat man in den vergangenen Jahren gesehen, auch in Kongo-Kinshasa. Beim jetzigen Ausbruch ist dies nicht der Fall. Die Gesundheitsbehörden vor Ort erwarten nicht, dass die zugelassenen Impfstoffe respektive Medikamente hier Schutz bieten, sondern sie stützen sich auf klassische Massnahmen, um die Verbreitung zu begrenzen. Diese sind: möglichst rasches Erkennen von Fällen mittels Gensequenzierung, die Isolation erkrankter Personen, das Nachverfolgen von Kontaktpersonen und Infektionsprävention, also Abstandhalten zu Erkrankten und Verstorbenen.

Warum hat die WHO den Notstand ausgerufen, wenn keine Pandemiegefahr besteht?

Den internationalen Gesundheitsnotstand hat die WHO ausgerufen, weil das Bundibugyo-Virus so wenig bekannt ist und weil man es zurzeit schlecht bekämpfen kann. Möglicherweise ist der Ausbruch viel grösser, als man bisher offiziell weiss. Die Massnahme der WHO ist ein Signal an die Weltöffentlichkeit, dass in dieser Region Afrikas etwas Ernsthaftes geschieht. Es ist mit viel Unsicherheit behaftet und könnte eskalieren. Deshalb braucht es koordinierte internationale Massnahmen und auch zusätzliche finanzielle Mittel.

Was müssen jene wissen, die eine Reise in die Grossregion Kongo-Kinshasa planen?

Momentan ist dieser Ausbruch auf Kongo-Kinshasa und eventuell auf die Nachbarländer beschränkt. Wer in diese Region reisen will, muss sich bewusst sein, dass Ebola eine schwere, tödliche Infektionskrankheit ist. Dieser Ausbruch ist schwer zu bekämpfen und vielleicht grösser, als bekannt ist. Von daher ist es zu empfehlen, sich immer wieder schlau zu machen, im Internet die WHO-Site aufzurufen und zu schauen, wie die aktuelle Lage ist.

Ein Stempel, auf dem Ebola-Virus steht
Legende: Möglicherweise breitet sich die Bundibugyo-Virus schon länger aus, als bekannt ist. Imago/Martin Wagner

Rendez-vous, 18.05.2026, 12:30 Uhr ; 

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