Zum Inhalt springen

Header

Zur Übersicht von Play SRF Audio-Übersicht

Einigung mit Milizen Syrien: Regierung und Kurdenmiliz schliessen offenbar Waffenruhe

  • In Syrien hat sich die Regierung von Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa nach eigener Darstellung mit den kurdisch angeführten Milizen im Norden auf eine Waffenruhe geeinigt.
  • Eine «sofortige und umfassende Waffenruhe» gelte «an allen Fronten» zwischen den Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) und den Regierungstruppen, zitierte die Staatsagentur Sana aus der Einigung, die ihr den Angaben nach vorliegt.
  • Von den SDF gab es zunächst keine Bestätigung und auch keine Reaktion. 

Der US-Sondergesandte für Syrien, Tom Barrack, begrüsste die Waffenruhe und sprach von einem «entscheidenden Wendepunkt, bei dem frühere Gegenspieler ihre Zusammenarbeit über Spaltung» stellten. 

Die nun berichtete Waffenruhe folgt auf eine zunehmende militärische Eskalation zwischen beiden Seiten. Die Regierungstruppen brachten zuletzt strategisch wichtige Gebiete im Norden und Osten Syriens unter ihre Kontrolle.

Hintergrund ist ein Konflikt darüber, welches Mass an Autonomie die Kurden im selbstverwalteten Nordosten Syriens noch behalten und inwieweit die Machthaber in Damaskus eine Zentralregierung auch in diesem Teil des Landes durchsetzen können.

Syrischer Präsident verschiebt Deutschlandbesuch

Box aufklappen Box zuklappen

Der syrische Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa hat seinen für Montag und Dienstag geplanten Deutschlandbesuch verschoben. Das bestätigte ein Sprecher der Bundesregierung der Deutschen Presse-Agentur. Grund sei die innenpolitische Situation in Syrien.

Eingliederung in Institutionen für Rückzug aus bestimmten Gebieten

Es geht auch um den Zugang zu Ressourcen und strategisch wichtigen Gebieten im Land. Die Einigung sieht Sana zufolge auch vor, dass sich die kurdisch angeführten SDF in ein Gebiet östlich des Flusses Euphrat zurückziehen. Die kurdisch angeführten SDF sollen demnach auch die Verwaltung und militärische Kontrolle über die Provinzen Dair al-Saur und al-Rakka abgeben. Zudem sollen alle zivilen Einrichtungen in der Provinz Hassaka in staatliche Strukturen eingegliedert werden.

Soldaten auf einem Jeep
Legende: Soldaten wollen den Euphrat überqueren, nachdem sich die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) aus der Provinz Dair al-Saur zurückgezogen haben und die syrische Armee die vollständige Kontrolle über das Gebiet übernommen hat (18.01.2026). Reuters/Khalil Ashawi

Die Regierung solle weiter die Kontrolle an Grenzübergängen sowie an Öl- und Gasfeldern im Nordosten übernehmen. SDF-Kämpfer sollen dem Deal zufolge laut Angaben aus Damaskus in das Verteidigungs- und das Innenministerium eingegliedert werden, Kämpfer der kurdischen Arbeiterpartei PKK müssten Syrien derweil verlassen. Unter anderem zum Punkt der Integration von SDF-Kämpfern in die Armee gibt es seit Monaten Streit, und es ist offen, ob diese jüngste Waffenruhe dauerhafte Entspannung in dem Konflikt bringen kann.

Regierung soll sich um IS-Lager kümmern

Box aufklappen Box zuklappen

In der Einigung soll auch vorgesehen sein, dass sich die Regierung fortan um die Lager kümmert, in denen IS-Kämpfer und ihre Familien gefangen sind. Diese wurden bisher von der SDF geleitet. Weiter verpflichtet sich die Syrische Regierung laut Sana zum Kampf gegen den IS, in Absprache mit den USA.

Eine Waffenruhe wurde schon vor einigen Tagen ausgerufen, bis es wieder zu Gefechten zwischen Regierungstruppen und der Kurdenmiliz SDF kam.

SRF 4 News, 18.1.2026, 19 Uhr ; 

Meistgelesene Artikel