- In der sizilianischen Stadt Niscemi ist als Folge des anhaltenden Erdrutsches ein dreistöckiges Wohnhaus in die Tiefe gestürzt.
- Auch benachbarte Häuser gelten als akut einsturzgefährdet.
Das Gebäude im Stadtviertel Sante Croci stand seit Tagen am Rand eines instabilen Abhangs aus Sand und Lehm. Infolge starker Regenfälle am vergangenen Wochenende war in Niscemi im Süden Siziliens in einer Länge von vier Kilometern ein Abhang ins Rutschen geraten.
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Bild 1 von 9. Die Kleinstadt Niscemi auf Sizilien steht im wortwörtlichen Sinn am Abgrund. Bildquelle: Keystone/ALBERTO LO BIANCO.
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Bild 2 von 9. Ein weiteres Haus von Niscemi ist in die Tiefe gestürzt. Bildquelle: Reuters/Fatos Bytyci.
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Bild 3 von 9. Drohnenaufnahmen vom Freitag zeigen, dass der Hang weiter abfällt. Bildquelle: Reuters/Fatos Bytyci.
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Bild 4 von 9. Bildquelle: Reuters/Fatos Bytyci.
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Bild 5 von 9. Auch benachbarte Häuser gelten als akut einsturzgefährdet. Bildquelle: Reuters/Fatos Bytyci.
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Bild 6 von 9. Im Vergleich zu früheren Bildern, sieht man das Ausmass des Erdrutsches. Bildquelle: Reuters.
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Bild 7 von 9. Am Rande der Stadt hat sich ein rund vier Kilometer langer Abgrund geöffnet. Bildquelle: Keystone.
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Bild 8 von 9. Teile von Gebäuden sind bereits abgerutscht. Bildquelle: Reuters.
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Bild 9 von 9. Vorher/Nachher: ein Satellitenbild von Niscemi vom Mai 2024 und vom 27. Januar 2026. Bildquelle: Vantor/Handout via REUTERS .
Nach Angaben der Feuerwehr ist der Einsturz auf die anhaltenden Regenfälle der vergangenen Tage zurückzuführen. Diese hätten den ohnehin stark geschädigten Untergrund weiter unterspült. «Das Gebäude war bereits schwer beeinträchtigt, das zusätzliche Gewicht konnte nicht mehr getragen werden», sagte der Feuerwehrbeamte Francesco Turco.
Niederschläge verschärfen die kritische Lage
Die jüngsten Niederschläge verschärfen die ohnehin kritische Lage. Experten rechnen damit, dass sich der Erdrutsch weiter in Richtung des Stadtzentrums ausdehnt. Eine Vergrösserung der derzeit rund 150 Meter umfassenden Sperrzone gilt als wahrscheinlich.
Die italienische Zivilschutzbehörde beobachtet die Entwicklung mit Sorge. Der Zivilschutz ordnete eine umfassende Risikoanalyse sowie geologische und geotechnische Untersuchungen an. Ziel sei es, die Ursachen des Erdrutsches zu klären und ein dauerhaftes Überwachungssystem einzurichten. Zudem wurde auf nationaler Ebene eine Expertenkommission eingesetzt, die Ausmass, Geschwindigkeit und verbleibende Risiken der Bodenbewegung bewerten soll.
Ermittlungen der Staatsanwaltschaft
Parallel dazu laufen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Verursachung einer Naturkatastrophe. Untersucht wird unter anderem, ob unterlassene Sicherungsmassnahmen oder illegale Eingriffe wie der Bau von Brunnen oder Abwassereinleitungen die Situation verschärft haben.
Trotz der angespannten Lage sollen am Montag die Schulen wieder öffnen. Schüler zweier unbenutzbarer Schulgebäude werden vorübergehend in andere Einrichtungen verlegt. Insgesamt sind 323 Kinder betroffen. Auch die Verkehrsverbindungen werden schrittweise wiederhergestellt.
Mehr als 1500 Menschen mussten laut Behörden bereits ihre Häuser verlassen. Viele von ihnen werden wohl auch nicht mehr in ihre Häuser zurückkehren können. Die Situation vor Ort wird von den Behörden als kritisch eingestuft. Experten zufolge hatte sich die Erde in dem Ort infolge heftiger Regenfälle wie ein Schwamm vollgesogen.