- Trotz zahlreicher Protestveranstaltungen und Tausender Demonstranten hat der AfD-Bundesparteitag in Erfurt begonnen.
- Mehr als zwei Stunden vor dem Start um 10 Uhr hielt sich bereits der Grossteil der rund 600 Delegierten am Tagungsort auf.
- Begleitet wurde die Anreise der Delegierten von bisher friedlichem Protest tausender Demonstranten, aber auch von Sitzblockaden und einer Sperrung der Autobahn 71.
Zu den Protesten haben Gewerkschaften, verschiedene Initiativen und Bündnisse aufgerufen. 20'000 Teilnehmer zogen noch vor Beginn des Parteitags, auf dem die AfD ihre Parteispitze neu wählen will, durch die Thüringer Landeshauptstadt. «Bleibt friedlich», appellierte die Polizei an die Demonstranten. Sie ist mit tausenden Beamten im Einsatz – unterstützt von Kräften aus fast allen Bundesländern und der Bundespolizei, die unter anderem auch Pferde und Wasserwerfer bereitstellte.
An mehreren Stellen in Erfurt gab es Sitzblockaden, 800 Menschen beteiligten sich laut Polizei an einer an einem zentralen Platz in der Thüringer Landeshauptstadt, hunderte weitere an Zufahrtsstrecken in die Stadt. Einige Aktivisten klebten sich an Strassenbahnschienen fest oder liessen sich von einer Brücke herab.
Friedliche Nacht – gewaltbereite Demonstranten erwartet
Die Erfurter Sicherheitsverantwortliche Heike Langguth äusserte sich erleichtert, dass die Nacht in Erfurt friedlich verlaufen sei – ebenso wie die ersten Demonstrationen in der Innenstadt. An mehreren Orten wurde von den Demonstranten gesungen, in der Nähe des Hauptbahnhofs eine grosse Regenbogenfahne ausgerollt. «Stoppt die Brandstifter» oder «Gegen Rassismus, Faschismus und Krieg» stand auf Transparenten.
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Bild 1 von 4. Den Demonstrierenden steht ein grosses Polizeiaufgebot entgegen. Bildquelle: REUTERS/Christian Mang.
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Bild 2 von 4. Die Proteste in Erfurt blieben am Samstagmorgen grösstenteils friedlich. Bildquelle: Keystone/AP Photo/Ebrahim Noroozi.
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Bild 3 von 4. Erwartet werden jedoch auch gewaltbereite Demonstranten gegen die AfD. Bildquelle: Keystone/AP Photo/Ebrahim Noroozi.
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Bild 4 von 4. Die Polizei hatte bereits am frühen Morgen Strassensperrungen errichtet. Bildquelle: Keystone/EPA/HANNIBAL HANSCHKE.
Die Sicherheitskräfte schliessen derweil nicht aus, dass auch bis zu 2500 gewaltbereite Demonstranten anreisen könnten. Ein Bürgerbüro der AfD sowie Beamte wurden nach Angaben der Polizisten in einer Strasse mit Pyrotechnik und Farbbeuteln angegriffen.
Rechtsstreit um Demonstrationsverbot
Um eine Verfügung, die auf einzelnen Strassen Demonstrationen untersagt, entwickelte sich ein Rechtsstreit. Das Demonstrationsverbot dort gilt nach Polizeiangaben jedoch weiter. Die Stadt Erfurt hat nach Angaben des Oberverwaltungsgerichts Beschwerde gegen eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Weimar eingelegt.
Das Verwaltungsgericht hatte moniert, dass sich die Allgemeinverfügung auf ein Verbot auch von friedlichen Versammlungen richte. Das Vorliegen eines polizeilichen Notstands sei nicht nachgewiesen worden.