- In Serbien sind nach Angaben von Präsident Aleksandar Vucic an einer Gas-Pipeline nach Ungarn «Sprengstoff mit verheerender Kraft» sowie die dazugehörigen Zünder gefunden worden.
- Der ungarische Regierungschef Viktor Orban teilte mit, es werde nun ermittelt, wer den Sprengstoff an der Pipeline angebracht habe.
- Die Opposition wirft Regierungschef Orban vor der Parlamentswahl in Ungarn Panikmache vor.
- Die Turkstream-Pipeline transportiert russisches Erdgas über den Balkan nach Ungarn sowie in weitere Länder Mittel- und Osteuropas.
Serbiens Präsident Aleksandar Vucic erklärte, man habe den Sprengstoff nahe der Ortschaft Velebit an der ungarischen Grenze an einer Pumpstation der Pipeline Balkan Stream gefunden. Er habe Orban in einem Telefonat darüber informiert und werde ihn über die Ermittlungen auf dem Laufenden halten.
Orban berief daraufhin am Sonntag eine ausserordentliche Sitzung des Verteidigungsrates ein, wie er auf Facebook erklärte.
Opposition spricht von Wahlkampftaktik
Der Fund des Sprengstoffes kann den ungarischen Wahlkampf beeinflussen. In einer Woche, am 12. April, steht in Ungarn die Parlamentswahl an, die Orbans Partei Fidesz laut nationalen Umfragen verlieren könnte.
Oppositionsführer und Spitzenkandidat der Partei Tisza, Peter Magyar, warf Orban vor, über das Thema eines angeblich geplanten Anschlags auf diese Pipeline aus wahlkampftaktischen Gründen Panik schüren zu wollen.
Magyar: Signale vor «zufälligen» Vorfällen erhalten
Bereits seit Wochen habe er Signale bekommen, dass Aktionen unter «falscher Flagge» in diese Richtung geplant seien, schrieb Magyar auf Facebook. Mehrfach habe man gehört, dass «zufällig» eine Woche vor der Wahl, etwa an Ostern, an dieser Pipeline etwas passieren werde.
«Ausserdem rufe ich Viktor Orban dazu auf, wenigstens während der Feiertage mit der Panikmache und mit dem Stiften von Verwirrung aufzuhören, welche russische Berater geplant haben», schrieb Magyar weiter.