Zum Inhalt springen

Header

Video
Die Eröffnung des 50. WEF in Davos
Aus Tagesschau vom 21.01.2020.
abspielen
Inhalt

Eröffnung des 50. WEF Trump lobt, Thunberg kritisiert, Sommaruga warnt

  • US-Präsident Donald Trump hat am Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos die wirtschaftliche Entwicklung der USA in seiner Amtszeit in den höchsten Tönen gelobt.
  • «Die Welt brennt» – mit diesen deutlichen Worten hatte Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga zuvor ihre Eröffnungsrede begonnen.
  • Klima-Aktivistin Greta Thunberg kritisierte am WEF die unzureichenden Massnahmen für den Klimaschutz.

«Amerika wächst und gedeiht, und ja: Amerika gewinnt wieder wie niemals zuvor», sagte Trump in seiner Rede. Im Vergleich zu der Vorgängerregierung mit geringem Wachstum und stagnierenden oder fallenden Löhnen sei die Entwicklung nun «spektakulär», sagte er zu Beginn seiner Rede. Für die Zukunft prognostizierte er «gewaltige» Chancen für die US-Wirtschaft.

«Die Zeit der Skepsis ist vorbei», sagte der US-Präsident. Trump rief andere Länder dazu auf, sich ein Beispiel an den USA zu nehmen. Das «amerikanische Modell» werde die grössten Gewinne im 21. Jahrhundert erzeugen.

Trump nimmt die Fed ins Visier

Trump bekräftigte, die Verhandlungen mit China über die zweite Phase des Handelsabkommens würden schon sehr bald beginnen. Die Beziehung der USA zu China sei «niemals besser» gewesen, fügte er hinzu. Präsident Xi trete für die Interessen Chinas ein, er für jene der USA. «Ansonsten lieben wir uns», sagt Trump.

Erneut nahm er die Notenbank Fed ins Visier. Die USA hätten seit seiner Wahl einen beispiellosen Wohlstand erreicht und eine Welle von Firmengründungen erlebt: «Und dies, obwohl die Fed die Zinsen zu schnell angehoben und zu langsam gesenkt hat», fügte er hinzu.

Zugleich bekannte Trump sich zur Bewahrung der Natur und kündigte an, die USA würden der WEF-Initiative «Eine Billion Bäume» beitreten. «Das ist keine Zeit für Pessimismus, sondern eine Zeit für Optimismus», fügt er hinzu.

Trumps WEF-Rede war eine Wahlkampf-Rede

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Einschätzung von SRF-Wirtschaftsredaktorin Eveline Kobler:

US-Präsident Donald Trump sprach vor versammelter internationaler Wirtschafts-Elite auf der grossen Bühne des WEF: Vor zwei Jahren nutzte er die Gelegenheit, um bei den Wirtschaftsbossen für Investitionen in den USA zu weibeln, etwa für den Bau von Fabriken und das Schaffen von Arbeitsplätzen.

Dieses Mal hingegen schien es, als habe Trump weniger seine Zuhörerschaft im Saal vor Augen, als vielmehr seine Wählerschaft in den USA, muss er sich Ende Jahr doch der Wiederwahl stellen. So nutze Trump seine Rede, um sich selber auf die Schultern zu klopfen: Er betonte, wie er in den letzten drei Jahren seit seinem Amtsantritt die US-Wirtschaft zum Blühen gebracht habe, wie viele Jobs er geschaffen und wie viele Menschen er aus der Armut geholt habe.

Und er betonte auffällig oft, dass das alles vor allem der US-Mittelschicht zugutekomme. Das grosse Thema des diesjährigen WEF – den Klimawandel – streifte er hingegen nur kurz. Wohl, weil ihn das Thema bekanntlich wenig interessiert, und auch im Wissen, dass er auf der WEF-Bühne von Gastgeber Klaus Schwab kein kritisches Nachbohren dazu befürchten musste. Das Interesse an Trumps Rede war gross, der Applaus im Anschluss höflich zurückhaltend.

Sommaruga: Biodiversität ist wie der Eiffelturm

Zuvor hatte Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga vor der «drohenden Klimakatastrophe» gewarnt. Vom Amazonas bis nach Australien griffen die Feuer um sich. Die Auswirkungen für den Menschen seien desaströs. Das ökologische Gleichgewicht gerate aus den Fugen, sagte sie.

Die Welt befindet sich in einem katastrophalen Zustand.
Autor: Klaus SchwabGründer des WEF

Die Biodiversität sei dabei wie der Eiffelturm in Paris, so Sommaruga. «Wenn man pro Tag eine Schraube aus dem Turm entfernt, geschieht erst zwar nichts. Früher oder später bricht allerdings der ganze Turm zusammen», sagte die Bundespräsidentin. Genau so sei es auch mit der Natur.

«Die Welt befindet sich in einem katastrophalen Zustand», hatte zuvor auch Klaus Schwab, der Gründer des WEF, in seiner Eröffnungsrede gesagt. Das Fenster zum Handeln schliesse sich bereits. «Wir wollen Lösungen für den Klimawandel», forderte er. Denn der nächsten Generation dürfe keine immer feindlichere Umgebung hinterlassen werden.

Thunberg kritisiert Politiker

Am Dienstag hatte auch Greta Thunberg ihren ersten Auftritt am WEF. Auf politischer Ebene sei de facto nichts getan worden, um den Klimaschutz zu stärken, sagte sie. Dies müsse sich nun ändern. Dabei forderte Thunberg, dass der Wissenschaft mehr Beachtung geschenkt werden müsse.

Die junge Schwedin nahm an einer Podiumsdiskussion zum Thema «Einen nachhaltigen Weg für eine gemeinsame Zukunft schaffen» teil, gemeinsam mit jungen Aktivisten aus Costa Rica, Südafrika und Kanada.

Im Mittelpunkt des viertägigen Treffens in den Schweizer Alpen stehen der Kampf gegen den Klimawandel sowie geopolitische Krisen etwa im Nahen Osten und in Libyen.

Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

71 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Karl Kirchhoff  (Charly)
    Das was Thunberg, manchmal überzogen, von sich gibt, ist für mich allemal glaubwürdiger als das dumme Geschwafel von Trump!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Heinz Gmünder  (HG)
    Die Aktion 1 Billion Bäume pflanzen würde bedeuten, dass jeder Mensch auf der Erde im Durchschnitt mindestens 100 Bäume pflanzen müsste. Ein ausgewachsener Baum braucht etwa 25 Quadratmeter Platz; also müsste man etwa 10 - 15 Prozent der Landmasse der Erde zusätzlich mit Bäumen bepflanzen. Die Idee ist gut, jedoch glaubt wohl niemand, dass dies in der nächsten Zeit auch geschehen wird.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Francis Waeber  (Francis Waeber)
      Wieso nicht? Sie zu ab zu sägen, oder zu brandroden war doch schon erschreckend einfach. Was soll so schwierig daran sein sie zu pflanzen?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Pascal Odermatt  (PDOdermatt)
      Nicht alle werden überleben, daher ist die Zahl so gross. Ausserdem habe ich gerade von Drohnen gelesen welche Unmengen von Samen in den Boden torpedieren können pro Tag. Gibt sicher noch andere technologische Lösungen. Pakistan hat anscheinend gute Fortschritte gemacht mit der Bewaldung, habe von einer Milliarden Bäumen gelesen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Jeanôt Cohen  (Jeanot)
    mir nervt das endlose Gerede über Klima, Trump und dieser Greta!
    Man könnte meinen das ist das einzige Problem der Menschheit.
    Ich höre fast nichts mehr über Kindersoldaten, Hunger, Krieg, Kriminalität, Drogen Problemen, Diktaturen, Folter und und und
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Mihai Löchli  (Siebenbürgen)
      Bald werden alle diese Problemen auch in CO2 umgerechnet, wie auch Methan, Lachgas und die anderen Treibhausgase und gleich versteuert.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Francis Waeber  (Francis Waeber)
      @Jeanôt Cohen - gut erkannt. Genau DASS ist das Problem dieser sog. "Klimabewegung". Die Lösung dieser Probleme ist praktisch die Vorbedingung der Lösung der Umwelt-Probleme. (Das Wort "Klima" kann ich fast nicht mehr hören.) Tatsächlich handelt sich's um ein "Menschheits-" bzw. "Umgang miteinander, untereinander", sowie Toleranz-, Akzeptanz, und gesundem Menschenverstands-Problem. So würde sich - soweit durch Menschen verursacht - das sog. "Klimaproblem" fast von selber lösen.... ;-))
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Alois Keller  (eyko)
      Da liegen Sie falsch, Themen wie Sie sie beklagen sind jeden Tag präsent. Leider haben wir auf Kriege, Diktaturen usw. keinen Einfluss. Höchstens die Waffenausfuhr an Kriegsmaterial könnte verboten werden. Schauen Sie sich Erdogan, Putin u.a. an, die laufend Unfrieden stiften in der Welt. Aber das Klima ist doch sehr wichtig. Unser Ökosystem leidet, Tierarten verschwinden, Regenwälder brennen ab, Meeresverschmutzung durch Plastik, Luftverschmutzung. Alles wird ausgebeutet und zerstört.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    4. Antwort von Igo Rödel  (RoedelIgo)
      Es ist eben eine Klimakriese. Wenn das Klima in den nächsten 15 Jahren nicht im Zentrum aller Bemühungen sei wird, dass werden sich die restlichen von Ihnen erwähnten Probleme relativ rasch von selbst lösen, denn grosse Teile der Erde werden unbewohnbar. Ich glaube das Klima hat schon eine grosse Prio. Das eine tun das andere nicht lassen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen

Mehr aus InternationalLandingpage öffnen

Nach links scrollen Nach rechts scrollen