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Wissenschaftsredaktor Daniel Theis: «Die Impfung kann für viele Menschen einen Unterschied machen»
Aus Tagesschau vom 07.10.2021.
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Erste Impfung «Malaria-Impfung kann bei Kindern viel Leid verhindern»

Jährlich sterben rund 400’000 Menschen an den Folgen eines Stichs der Malariamücke – die meisten von ihnen sind Kinder unter fünf Jahren. Malaria ist vor allem in tropischen und subtropischen Gebieten stark verbreitet, vorwiegend in Afrika.

Erstmals ist es nun gelungen, einen wirksamen Impfstoff gegen die Tropenkrankheit zu entwickeln. SRF-Wissenschaftsredaktor Daniel Theis sagt, warum die – auf den ersten Blick bescheidene – Wirksamkeit von 30 Prozent von grosser Bedeutung ist.

Daniel Theis

Daniel Theis

SRF-Wissenschaftsredaktor

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Daniel Theis ist promovierter Atmosphärenchemiker und Mikrobiologe. Seine Spezialgebiete sind Energiethemen, Mobilität und technische Entwicklungen. Er arbeitet seit 2013 in der SRF-Wissenschaftsredaktion.

SRF News: An einem Impfstoff gegen Malaria wird schon seit 100 Jahren gearbeitet – warum hat das so lange gedauert?

Daniel Theis: Der Malaria-Parasit ist ein wahrer Verwandlungskünstler. Vom Darm einer Mücke gelangt der Parasit über einen Stich zum Menschen – zunächst in die Leber, später dann ins Blut, wo er sich in den roten Blutkörperchen einnistet. Und da löst er dann die Krankheit aus.

Der Parasit kann sich ziemlich radikal ändern. Das ist ein Problem fürs Immunsystem.

Der Parasit kann seine Oberfläche immer wieder anpassen. Anders als das Coronavirus kann er sich ziemlich radikal ändern. Das ist ein Problem fürs Immunsystem – und eine Herausforderung, wenn es darum geht, einen Impfstoff zu entwickeln, der funktioniert. Das ist leider auch der Grund, warum die Impfung keine allzu hohe Wirksamkeit hat.

Die Impfung ist nicht perfekt, wirkt nicht in allen Fällen. Inwiefern kann sie das Leben in den am stärksten betroffenen Gebieten dennoch positiv beeinflussen?

Dort, wo Malaria stark verbreitet ist, in den sogenannten endemischen Gebieten, bekommt man praktisch jeden Tag einen Stich einer infizierten Mücke ab. Gelingt es nun, Säuglinge und Kinder rechtzeitig zu impfen, kann viel Leid verhindert werden. Es sind nämlich vor allem Kinder, die an Malaria sterben.

Die Impfung ist momentan das Beste, was es gibt.

Darüber hinaus schützt die Impfung eben auch vor schweren Verläufen. Solche können bei einem Kind auf längere Frist Hirnschäden verursachen. Daher: Auch wenn die Wirksamkeit geringer ist als man eigentlich gerne hätte – sie liegt derzeit bei 30 Prozent – gegen Tod und schwere Fälle ist die Impfung momentan das Beste, was es gibt. Sie kann für viele Menschen einen Unterschied machen.

Damit die Impfung wirkt, sind vier Impfdosen nötig – das klingt aufwendig. Kann dies auf dem Weg zum Erfolg dieser Impfung ein Stolperstein sein?

Gerade in Ländern mit einer eher schwierigen Gesundheitsversorgung ist dies natürlich nicht ganz einfach. In diesem Fall funktioniert es aber. Denn es sind Säuglinge, die die Impfung bekommen müssen – dreimal nacheinander und in einem Abstand von zwei, drei Jahren noch die Vierte.

Die Weltgesundheitsorganisation spricht von einem Durchbruch.

Die Mütter und Väter gehen mit ihren Kindern ohnehin in die Gesundheitseinrichtungen, weil sie wollen, dass jene die Grundimpfungen bekommen. Sie wollen, dass ihren Kindern das Gewicht gemessen, dass deren Entwicklung beurteilt wird.

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Wirksamkeit der Malaria-Impfung bestätigt
Aus Tagesschau vom 07.10.2021.
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Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat geschaut, dass die Malaria-Impfung in diese Programme passt. Nach mehreren Jahren Erfahrung sagt die WHO jetzt, ja, dies funktioniert und spricht deshalb von einem Durchbruch.               

Das Gespräch führte Pascal Schmitz.

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Tagesschau, 07.10.2021, 12:45 Uhr;

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