Zum Inhalt springen
Inhalt

EU-Gipfel zum Brexit Britische Regierung muss ihre Positionen überdenken

Sollten die Verhandlungen scheitern, wäre ein harter Brexit die Folge. Die Anspannung nimmt zu. Eine Bestandsaufnahme.

Legende: Audio EU-Gipfel zum Brexit abspielen. Laufzeit 01:56 Minuten.
01:56 min, aus HeuteMorgen vom 20.09.2018.

Die britische Premierministerin Theresa May und die EU-Spitze lieferten sich zu Beginn des EU-Gipfels in Salzburg einen Schlagabtausch. Beide Seiten fordern je von der anderen, sich bei den Brexit-Verhandlungen zu bewegen und kompromissbereit zu zeigen.

Dabei hatte die britische Regierung bereits in den Tagen vor dem Gipfel Druck gemacht und Konzessionen von der EU verlangt. Doch davon will der Präsident des Europäischen Rates, Donald Tusk, nichts wissen.

Die britische Regierung müsse ihre Positionen zur irischen Grenze und zum künftigen Verhältnis überarbeiten, forderte Tusk unmissverständlich. Für ihn bleibt ein Scheitern der Verhandlungen möglich. Diese Katastrophe, wie er sagt, müsse verhindert werden.

.
Legende: War der Empfang für May noch herzlich, fand Kanzler Kurz später deutliche Worte: «Wir erwarten Kompromissbereitschaft.» Keystone

Ins gleiche Horn stiess auch der Gastgeber in Salzburg, der österreichische Kanzler Sebastian Kurz, indem er sich demonstrativ hinter den EU-Chefverhandler stellte. «Michel Barnier macht das sehr gut und hat unsere volle Unterstützung.»

Er sei auch einen Schritt auf Grossbritannien zugegangen, so Kurz. «Jetzt erwarten wir natürlich auch Kompromissbereitschaft von den Briten, um hoffentlich einen Deal zustande zu bringen.»

Doch die britische Premierministerin Theresa May liess sich nicht beirren. Sie betonte erneut, dass ihre Vorstellung zum künftigen Verhältnis, der einzig glaubwürdige und verhandelbare Plan sei, der eine harte Grenze in Nordirland vermeide.

Interessant war, dass May lediglich den britischen Medien, nicht aber der internationalen Presse Auskunft gab. Als ob sie vor allem zu ihrem Publikum zu Hause sprechen wollte. Ob sie sich danach hinter verschlossenen Türen kompromissbereiter zeigte, bleibt abzuwarten.

Druck auf May bleibt

Die Staats- und Regierungschefs der anderen 27 Mitgliedstaaten werden sich heute untereinander, ohne May, zum Brexit austauschen. Da dürften sie an den Aussagen von Tusk und Kurz festhalten, um den Druck auf May aufrecht zu erhalten – jetzt, wo es langsam in die entscheidende Phase der Verhandlungen geht.

Oliver Washington

Oliver Washington

EU-Korrespondent, SRF

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Oliver Washington ist seit 2003 bei SRF. Ab 2007 war er Mitglied der Inland-Redaktion, seit 2014 ist er EU-Korrespondent in Brüssel. Washington hat Soziologie, Geografie und Wirtschaftsgeschichte studiert.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

23 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Steff Stemmer (Steff)
    Sollen die Briten doch den harten Brexit gehen! Es wird keine 5 Jahre dauern, bis sie bei der EU anklopfen werden um neu zu verhandeln. Denn innerhalb kürzester Zeit, wird die Britische Wirtschat und somit der Wohlstand den Bach runter gehen. Und diejenigen, die das Gefühl haben, man könne von seinem Partner nur das nehmen was einem gerade passt, sind Egoisten, die immer noch an die Rosienenpickerei glauben! In jedem Verein gibt es Rechte und Pflichten, nur in der EU soll das nicht so sein?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Werner Christmann (chrischi1)
    Die Perversität der EU kommt doch auch hier ganz klar zutage. Freier Handel aller Güter und Dienstleistungen ist ok, alles andere obliegt den souveränen Staaten.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Steff Stemmer (Steff)
      Herr Christman, sind oder waren Sie mal in einem Verein? Haben Sie die Vereinsstatuten gelesen? Vielleicht ist Ihnen aufgefallen, dass es Rechte und Pflichten gibt. Was Sie hier als pervers bezeichnen ist ihrerseits pervers, denn Sie beharren darauf, dass man vom Verein (Partner) nur die Rechte einziehen will, aber sicher keine Pflichren erfüllen will. Ist das nicht egoistisch?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    May will sich gegen Parteikollegen behaupten, die einen harten Bruch mit der EU fordern. Den will May nicht, und den wollen auch die EU-Länder nicht. Das wäre nicht nur ein Schaden für die Briten, sondern vor allem auch ein Schaden für uns in Europa. Ist das so? May will keine PFZ und Flüchtlinge. Um mit anderen europäischen Ländern in Frieden, Freundschaft zu leben und Handel zu treiben, braucht man die EU Mal nicht. May soll keine Kompromisse schliessen. Das sind alles Schlitzohren!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen