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Kampfbereite Bürgerwehren in den USA
Aus 10 vor 10 vom 24.09.2020.
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Extremismus Milizen in den USA: Bereit für den Bürgerkrieg?

Schwer bewaffnete Bürgerwehren unterschiedlichster Gesinnung finden in den USA seit der Pandemie grossen Zulauf. Doch was treibt diese Menschen dazu an, kampfbereit in Städten aufzumarschieren?

Bei Demonstrationen in den USA zum Coronavirus, zur «Black lives Matter»-Bewegung und anderen Themen sind oft auch private Bürgerwehren dabei – angeblich, damit die Lage nicht ausser Kontrolle gerät. Doch US-Geheimdienste warnen immer wieder vor solchen Gruppen. Einige der Milizen gelten als Anarchisten oder als Rechtsextreme, die eine angespannte Situation erst recht zum Eskalieren bringen können.

Den Mitgliedern der Bürgerwehren geht es oft um konkrete Themen. So auch Phil Robinson, Leutnant in der privaten Miliz «Michigan Liberty Militia». Er nimmt regelmässig an Demonstrationen teil, kürzlich auch an einer zur Verteidigung des liberalen Waffenrechts. Eine Verschärfung der Waffengesetze wäre für viele schwer bewaffnete private Milizen ein Problem.

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Phil Robinson: «Jeder hat das Recht, eine Waffe zu tragen»
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«Ich bin hier, um an die Menschen im Kapitol, die für uns arbeiten, eine Botschaft zu senden. Der Verfassungsartikel, der das Recht zum Tragen einer Waffe garantiert, ist nicht verhandelbar», sagt Robinson. Eine regulierte Miliz sei nötig für das Recht eines freien Staates.

Laut Extremismusforscherin Cynthia Miller-Idriss schnellen die Waffenverkäufe seit diesem Sommer in die Höhe, die Munition werde knapp. «Es treten schwer bewaffnete Truppen auf, die zum Teil zerstritten sind. Da ist es vorhersehbar, dass es weitere Gewaltakte geben wird.»

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Cynthia Miller-Idriss: «Es wird weitere Gewaltakte geben»
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Am meisten Sorgen bereitet der Extremismusexpertin derzeit die rechtsextreme Bürgermiliz Boogaloo Boys. Einige der Mitglieder würden offen eine Revolution und Gewalt propagieren, so Miller-Idriss. Die Miliz mobilisiere derzeit stark und habe grossen Zulauf.

Michael Lackomar, Sympathisant der Boogaloo-Bewegung, sieht die Kritik gegenüber seiner privaten Bürgerwehr gelassen. Ihm gehe es um Frieden, aber: «Wenn man Probleme vor unsere Haustür bringt, handeln wir sofort, damit unsere Kinder sich nicht irgendwann darum kümmern müssen», erklärt er.

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Michael Lackomar: «Wir wollen in Frieden leben»
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Auch nach längerer Recherche und vielen Gesprächen seien die privaten US-Milizen und ihre Ziele noch immer schwer fassbar, sagt SRF-Korrespondent Thomas von Grünigen. Welche Rolle die privaten Bürgerwehren rund um die US-Wahlen vom 3. November spielen werden, sei daher nur schwer voraussehbar. «Die Gefahr einer Eskalation ist aber durchaus vorhanden.»

10vor10, 24.09.2020, 21:50 Uhr;

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89 Kommentare

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  • Kommentar von Michel Koller  (Mica)
    Diese paramilitärischen Gruppen unterscheiden sich in ihrer Form und Haltung nicht von kongolesischen oder ruandischen Milizen. Solange der Staat noch das Recht durchsetzt, werden die Milizen in die Schranken gewiesen aber wird der Staat geschwächt und in den USA demontiert der POTUS gerade die mässigenden staatlichen Institutionen, dann werden diese Milizen brandgefährlich. Sie dann zu bekämpfen fordert ein hohes Mass an Gewalt, Leid und Opfern.
    1. Antwort von Karl Kirchhoff  (Charly)
      Ich halte einen grossen Teil dieser Milizen, für Psychopaten. In einem anderen Artikel wurde ja einer vorgestellt, dessen grösstes Problem wohl
      die Rosaverfärbung des Schalldämpfer auf seinem Sturmgewehr war.
  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Ich habe die USA immer als friedliches Land erlebt. Wenn eine Antifa zur Revolution aufruft kann ich bis zu einem gewisen Grad verstehen, warum sich gewisse Bürger um ihre Rechte und Freiheiten fürchten.
    Mit der Antifa wächst ein intolerantes Geschwür heran, das mit jeder Gewaltdiktatur problemlos mithalten kann.
    1. Antwort von Reto Camenisch  (Horatio)
      Da sind vorerst mal die Rechtsextremen, von Ku-Klux-Klan bis zu religiös angehauchten Gruppen, welche seit Jahrzehnten ihr Unwesen getrieben haben, mit ihren Milizen! Bitte, die Geschichte nicht umdrehen.
    2. Antwort von Karl Kirchhoff  (Charly)
      Antifa? In den USA?? Gibt es laut FBI als Organisation nicht. Im Gegensatz zum KU-KLUX-KLAN. In den USA ist Antifa eine Ideologie, mehr nicht!!
  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Bürgerwehren sind gefährlich. Sie fördern Selbstjustiz, schüren Konflikte eher, als diese zu lösen, es sei denn, dass die Lösung darin besteht, dass jener gewinnt, der schneller schiesst nach dem System „Spiel mir das Lied vom Tod“ und nicht „vom Leben“ .... und Trump gibt selbstgefällig den Takt dieses „Spieles“ an.