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Proteste und Zusammenstösse im US-Bundesstaat Kentucky (unkomm.)
Aus News-Clip vom 24.09.2020.
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Polizeigewalt in den USA Keine direkte Anklage im Fall Breonna Taylor – erneut Proteste

  • Nach dem Tod der Afroamerikanerin Breonna Taylor bei einem Polizeieinsatz in Louisville wird lediglich einer der drei Beamten angeklagt.
  • Er wird angeklagt, weil er andere Bewohner in dem Mehrfamilienhaus gefährdet habe.
  • Nach der Veröffentlichung der Anklage kam es zu Protesten und Zusammenstössen zwischen Polizei und Demonstranten.

Die Ermittler seien zum Schluss gekommen, dass die beiden anderen Polizisten sich selbst verteidigt hätten, sagte am Mittwoch der Generalstaatsanwalt des US-Bundesstaats Kentucky. Der Name von Breonna Taylor war seit ihrem Tod im März zu einem Symbol der Bewegung gegen Rassismus und Polizeigewalt geworden.

Schon zur Verkündung des Entscheids hatten sich Demonstranten in der Innenstadt von Louisville versammelt. Die Anklage wurde mit Enttäuschung und Wut aufgenommen.

Kritik am Urteil aus Hollywood

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Auch Oscar-Preisträger George Clooney hat die Entscheidung, keine Polizisten für den Tod der schwarzen Amerikanerin Breonna Taylor zur Rechenschaft zu ziehen, als beschämend kritisiert.

Das Justizsystem, in dem er aufgewachsen sei, habe die Menschen für ihre Taten verantwortlich gemacht. «Mir wurde in den Schulen und Kirchen von Kentucky beigebracht, was richtig und was falsch ist. Ich schäme mich für diese Entscheidung», sagte Clooney am Mittwochabend in einer Mitteilung an US-Medien.

In der Stadt formierten sich Protestmärsche, nach ersten Zusammenstössen mit der Polizei wurden mehrere Demonstranten festgenommen, zwei Polizisten wurden angeschossen. Die Behörden hatten aus Angst vor Ausschreitungen bereits vorsorglich die Nationalgarde in die Stadt beordert und Sperren errichtet.

Demonstranten mit gefesselten Händen sitzen am Boden
Legende: Mehrere Demonstranten in Louisville wurden festgenommen. Keystone

Tödlicher Einsatz im März

Mitte März waren die Polizisten mitten in der Nacht mit einem Durchsuchungsbefehl bei Taylors Wohnung eingetroffen. Der Untersuchung zufolge klopften sie an der Tür und gaben sich als Polizei zu erkennen. Dafür gebe es einen Zeugen. Als sie keine Antwort erhielten, hätten sie die Tür aufgebrochen. In der Wohnung hätten sie einen Mann und eine Frau gesehen, sagte Cameron.

Der Mann – Taylors Freund – habe als Erster geschossen und einen der Beamten am Bein verletzt. Daraufhin hätten die Polizisten das Feuer eröffnet und 32 Schüsse abgegeben. Sie trafen die unbewaffnete Breonna Taylor mindestens fünfmal, ihren Freund nicht. Von den Kugeln, die die 26-jährige Rettungssanitäterin trafen, sei eine tödlich gewesen.

Einer der Polizisten habe zehnmal von ausserhalb der Wohnung geschossen und einige seiner Kugeln hätten die Nachbar-Apartments getroffen, sagte Cameron. Der Beamte wurde wegen «mutwilliger Gefährdung» in drei Fällen angeklagt. Dafür drohen ihm dreimal bis zu fünf Jahre Haft.

Einigung mit Stadt Louisville

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  • Die Stadt Louisville hatte sich vergangene Woche in einem Zivilverfahren mit Breonna Taylors Familie geeinigt.
  • Die Vergleichszahlung belief sich auf ungewöhnlich hohe zwölf Millionen US-Dollar.
  • Zugleich stellte die Stadt Reformen bei der Polizei in Aussicht.

SRF 4 News, 24.9.2020, 3:00 Uhr;

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47 Kommentare

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  • Kommentar von Marti Müller  (Co2=Leben)
    Wiedermal haben wir viele Polizeisachbeständige und Spezialisten. Warten wir doch die Bodycam Aufnahmen ab, wie im Fall Floyd
  • Kommentar von victor witschi  (Witschi)
    Es gibt einen sehr treffenden Ausdruck den wir in den Staaten brauchen: a pig is a pig is a pig!
    Es geht nicht nur um Recht, es geht viel mehr um Mentalität und Superiority.
    Fast unverständlich von einer schweizerischen Gesellschaftsbasis aus, aber dennoch Realität. Und ja, es gibt cops die anders sind, aber auch sie sind sich bewusst dass das Gesetz immer auf ihrer Seite sein wird.
    (Shoot first, blame the victim second)
    1. Antwort von Marti Müller  (Co2=Leben)
      Sehr nett, alle Polizisten als Schweine zu diffamieren
  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    In den USA ist Verschiedenes aus dem Ruder gelaufen:Zunächst einmal die missliche Trump-Administration,die kaum gegen Rassimus vorgeht,sondern diesen durch provokative Verhaltensweisen noch beflügelt.Reiche werden beschenkt,Arme alleingelassen (Kriminalitätspotential!).Verhätschelung der Waffenlobby, ein lasches Waffengesetz.Dann die Duldung von Bürgerwehren.Wer zuerst schiesst überlebt, der andere hat Pech gehabt. - Die USA-Gesellschaft ist im Fall begriffen. Niemals Bürgerwehren, z. B. in CH!
    1. Antwort von Marti Müller  (Co2=Leben)
      Wird die Polizei abgeschaft braucht es Bürgerwehren .
      Währe bei uns nicht anders...