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Flüchtlingskrise in Belarus Ukraine schickt 8500 Polizisten an die Grenze zu Belarus

  • Die ukrainische Regierung befürchtet, dass Migrantinnen und Migranten von der polnisch-belarussischen Grenze in die Ukraine gelangen könnten.
  • Das sagt der ukrainische Botschafter in Deutschland in einem Interview mit mehreren deutschen Tageszeitungen.
  • Die Ukraine habe deshalb den Grenzschutz zu Belarus verstärkt und über 8500 zusätzliche Sicherheitskräfte in die Grenzregion entsandt.
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Aus dem Archiv: Verzweiflung trifft auf Wasserwerfer
Aus Tagesschau vom 16.11.2021.
abspielen. Laufzeit 1 Minute 32 Sekunden.

«Es besteht die Gefahr, dass eingeschleuste Migranten von der belarussisch-polnischen Grenze an die Grenze zur Ukraine umgeleitet werden», sagte der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Ukraine habe deshalb über 8500 Polizisten, Nationalgardisten und Grenzschutzbeamte in die Grenzregion entsandt. «Das ist nur der Anfang. Möglicherweise wird auch der Notstand ausgerufen. Wir sind für alles gerüstet.»

Grenzsoldaten stellen sich an der Grenze zu Belarus auf
Legende: Ukrainische Grenzsoldaten an der Grenze zu Belarus. Keystone

Schwierig kontrollierbare Grenze

Die Grenze zwischen der Ukraine und Belarus sei mehr als 1000 Kilometer lang und bestehe aus schwer zu kontrollierenden Wäldern und Sümpfen. «Wir haben die Sorge, dass dieses Gebiet für mögliche Provokationen genutzt werden kann», sagte Melnyk. Die aktuelle Flüchtlingskrise sei vom belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko und Kremlchef Wladimir Putin «inszeniert, um die Militäraktivitäten Russlands vor der Ostgrenze der Ukraine und im Donbass zu verschleiern».

Polens Ministerpräsident warnt vor «Millionen» Migranten

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«Wenn wir nicht in der Lage sind, jetzt Tausende Zuwanderer fernzuhalten, dann werden es bald Hunderttausende sein, Millionen, die Richtung Europa kommen», sagte der polnische Regierungschef Mateusz Morawiecki gegenüber der «Bild». Dabei schloss Morawiecki angesichts der Entwicklung an der polnisch-belarussischen Grenze eine Kriegsgefahr nicht aus.

«Wenn wir unsere Grenzen in Europa nicht entschieden schützen und verteidigen, werden Hunderte Millionen aus Afrika oder dem Mittleren Osten versuchen, nach Europa und insbesondere nach Deutschland zu kommen.»

Die Europäische Union wirft Lukaschenko vor, die Migranten in sein Land gebracht zu haben und weiter in die EU schleusen zu wollen als Vergeltung für bereits bestehende Sanktionen.

Migranten verbringen elften Tag unter freiem Himmel

Hunderte Migranten haben an der Grenze zu Polen trotz Kälte den elften Tag in Folge die Nacht unter freiem Himmel verbracht. Sie wärmten sich an Feuerstellen, wie ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag vor Ort berichtete.

Eine Flüchtlingsfamilie wärmt sich an einem Feuer auf
Legende: Flüchtlinge wärmen sich an Feuerstellen auf. Keystone

Viele Menschen klagten über Atembeschwerden, weil Rauch von Feuern über dem Grenzgebiet lag. Schätzungsweise halten sich noch 900 Flüchtlinge an der Grenze auf.

Die belarussischen Behörden wollen weitere Notunterkünfte wegen angekündigten Regenfällen vorbereiten. Am Montag wurde nahe der Grenze eine Logistikhalle als Schlaflager geöffnet. Dort soll nun die obere Etage gereinigt werden, damit mehr Menschen untergebracht werden können. Die vergangene Nacht sei ruhig verlaufen, meldete die Staatsagentur Belta.

Der Schlafplatz einer Migrantenfamilie in einer Logistikhalle
Legende: Eine Logistikhalle nahe der Grenze wurde als Schlaflager für die Migranten umfunktioniert. Reuters

In der Nacht auf Donnerstag versuchte eine Gruppe von rund hundert Migranten vergeblich, in der Nähe der Ortschaft Dubicze Cerkiewne die Grenze zu durchbrechen. Dies teilte das polnische Verteidigungsministerium per Twitter mit.

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hatte am Mittwoch erneut mit dem belarussischen Machthaber Lukaschenko telefoniert. Nach Angaben beider Seiten ging es dabei auch um die humanitäre Situation der Migranten. An diesem Donnerstag sollte ein Sonderflug erste irakische Migranten in ihre Heimat zurückbringen.

Text der die Postergrafik beschreibt

SRF 4 News, 18.11.2021, 05:00 Uhr;

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