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Schweizer Hilfsgüter unterwegs nach Moria
Aus Tagesschau vom 11.09.2020.
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Flüchtlingspolitik Zehn Staaten nehmen 400 Minderjährige aus Moria auf

  • Zehn Staaten haben sich bereit erklärt, sich an der Aufnahme von 400 unbegleiteten Minderjährigen aus dem abgebrannten Flüchtlingslager Moria zu beteiligen.
  • Wie das Staatssekretariat für Migration (SEM) am Freitagmittag mitteilt, will die Schweiz 20 Kinder und Jugendliche aufnehmen.
  • Ein Grossteil der Menschen – je 100 bis 150 – werde von Deutschland und Frankreich aufgenommen, verkündet der deutsche Innenminister Horst Seehofer.
  • Mit weiteren Ländern liefen noch Gespräche, so der CSU-Politiker.

Die Schweiz will rund 20 unbegleitete Kinder und Jugendliche aus dem niedergebrannten Flüchtlingslager Moria auf Lesbos aufnehmen. Dies stellte das Staatssekretariat für Migration (SEM) auf eine informelle Anfrage aus Deutschland hin am Freitagmittag in Aussicht. Im Zentrum stehe für die Regierung aber die Hilfe vor Ort.

Es gehe vor allem darum, unverzüglich die Unterbringung, Versorgung und den Schutz der Migrantinnen und Migranten sicherzustellen, schreibt der Bundesrat. Eine Verteilung der betroffenen Migrantinnen und Migranten in die EU-Länder steht nach seinen Angaben nicht im Vordergrund.

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Aus dem Archiv: Europas grösstes Flüchtlingslager brennt
Aus SRF News vom 09.09.2020.
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Krise 2015 dürfe sich nicht wiederholen

Neben der Schweiz haben sich auch Deutschland, Frankreich, Finnland, Luxemburg, Slowenien, die Niederlande, Kroatien, Portugal und Belgien zur Aufnahme der unbegleiteten Flüchtlinge bereit erklärt.

Für Deutschland erklärte Minister Horst Seehofer, dass die Menschen bis Ende September aufgenommen werden sollen. Er wolle darüber hinaus vor allem bei Familien mit Kindern eine europäische Lösung. Die Krise von 2015 dürfe sich nicht wiederholen.

Ein Kernthema der Europäischen Union

Das Lager Moria war in der Nacht zum Mittwoch bei mehreren gleichzeitigen Bränden fast vollständig zerstört worden. Statt der vorgesehenen rund 3'000 Migranten waren dort über 12'000 Menschen untergebracht. Einige der Migranten sollen Feuer gelegt haben, nachdem für die Bewohner des Flüchtlingslagers wegen Corona-Infektionen Quarantäne verordnet worden war.

Die Migration ist das wichtigste Thema für die Europäische Union.
Autor: Horst SeehoferInnenminister Deutschland

Bei einer Pressekonferenz mit dem EU-Migrationskommissar – dem griechischen Politiker Margaritis Schinas – sagte der deutsche Innenminister Seehofer: Man sei mit weiteren Ländern im Gespräch. «Das ist ein dickes Brett, das hier gebohrt werden muss.» Und er fügte hinzu: «Die Migration ist das wichtigste Thema für die Europäische Union.»

Die Zeit läuft

Man könne nicht warten bis alle 27 EU-Staaten einer gemeinsamen Migrationspolitik zustimmten, sagte Seehofer mit Blick auf die Lage in Lesbos. Und er erklärte weiter: Griechenland habe Vorschläge übermittelt, wie Deutschland vor Ort bei der Unterbringung und Versorgung der obdachlos gewordenen Flüchtlinge helfen könne. Die Bundesregierung wolle sich nun mit den deutschen Hilfsorganisationen zusammensetzen, um möglichst umfassend zu unterstützen.

SRF 4 News, 11.09.2020, 06:30 Uhr;

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48 Kommentare

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  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Erschreckend wenig Verständnis wird hier für diese Nothilfe gezeigt. Nicht gutes Vorbild für die Jugend und die Welt!
    1. Antwort von Reto Camenisch  (Horatio)
      uvk. Stimmt. Es ist deprimierend.
    2. Antwort von Peter Mächler  (P. Mächler)
      Sie haben Recht Herr von Kaenel, es ist erschreckend. Nur woher kommt dieser Frust in der ach so reichen Schweiz? Für mich ein Zeichen des so hochgelobten Wohlstandes. Und an dem wollen viele festhalten. Dadurch entsteht eine Seelenverarmung. Zu dem ist der Mensch nie zufrieden, will haben was er nicht hat und ist nicht dankbar für das was er hat. Das betrifft alle Menschen und Völker auf dieser Welt!
  • Kommentar von Joshua Weidemann  (Söderle2)
    Wenn ich das Thema über flüchtlinge lese gehen bei mir die Nackenhaare hoch, deutschland schafft es selbst nicht mal die obdachlosen in eine wohnung zu bringen oder zu stellen und meint dann in winter Not Programme für die obdachlosen losen reichen die sollen von mein Steuer erste mal die helfen oder in denn gleichen Zügen helfen.
    Demm in DE Grundgesetz steht die würde des Menschen ist unantastbar.
    1. Antwort von tina nivo  (Fuchsi)
      Die Würde des Menschen ist unantastbar, wie recht sie haben. Ist ein Flüchtling also kein Mensch? Haben sie das Gefühl das sie sich ihre situation freiwillig ausgesucht haben? Oder glauben Sie ernsthaft das Eltern ihren Kindern die Hölle Moria freiwillig antun?
      Wenn die Würde des Menschen unantastbar ist, gilt dies ebenfall für die Flüchtlinge.
    2. Antwort von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
      @t.nivo
      Nun ist es dummerweise so, dass eine nationale Verfassung nicht Wirkungsmacht ausserhalb des nationalen Territoriums entfaltet. Nun kann man natürlich von No Borders reden - man sollte dabei aber bedenken, dass umgekehrt dann anderer Verfassungen und Gesetze ebenfalls grenzenlos Wirkungsmacht erhalten, was vielleicht nicht ganz im Interesse derselben Kreise wäre, weil damit die Sharia faktisch auch in Deutschland normative Geltungsmacht bekäme.
    3. Antwort von Eva Wädensweiler  (E. W.)
      T. N. Haben Sie auch so ein grosses Herz für alle die Menschen, welche weltweit ständig in Elendsvierteln von Grossstädten leben/leben müssen.
      Sie gibt es auch hier in Europa.
      Haben Sie auch so ein grosses Herz für Menschen, welche u. a. durch Naturkatastrophen ihr ganzen Hab & Gut verlieren, aber sehr dankbar für jede Soforthilfe sind?
      Haben Sie bisher dort etwas dazu beigetragen, dass es den Menschen besser geht, oder auch nur weggeschaut?
  • Kommentar von Josephk Ernstk  (Joseph ernst)
    Man ist höchst empörd und will tausende der Betroffenen übernehmen. Über die Staaten die sich kateg. weigern ihre Landsleute zurückzunehmen, aber seit Jahren imm. Entwicklungsgelder kassieren, die der Bevölkerung gar nichts bringen und lediglich der Bereicherung der korrupten Elite dienen, herrscht Stillschweigen. Auch das höchst lukrat. Geschäft der krim. Schlepperbanden und ihrer Helfer steht nicht zur Debatte. Etwas mit Brandlegung erzwingen zu wollen, ist nicht die Lösung. 1. Hilfe vor Ort !
    1. Antwort von tina nivo  (Fuchsi)
      Jedes Land das Waffen verkauft, muss damit rechnen das Flüchtlinge kommen.
    2. Antwort von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
      @t.nivo
      Ich bezweifle, dass der Verkauf eines in Deutschland gefertigten Waffensystems einen kausalen Zusammenhang mit einem einzigen Flüchtling auf Moria hat. Mit naiv simplifizierenden und monokausalen Erklärungsansätzen kann man nicht einmal Ansatzweise auf die komplexe Gemengelage der Konflikte eingehen. Solches Denken ist total untauglich!