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Flüchtlingswelle in Bosnien Das Rote Kreuz schlägt in Bihac Alarm

  • Das Rote Kreuz in der bosnischen Stadt Bihac sieht sich bei der Versorgung Tausender Migranten und Flüchtlinge von Zentralregierung und internationaler Gemeinschaft im Stich gelassen.
  • Bihac und der Kanton Una-Sana liegen im Nordwesten Bosniens und grenzen an das EU-Land Kroatien.
  • Flüchtlinge und Migranten versuchen von dort, über die durch Gebirge führende «grüne» Grenze die EU zu erreichen.
  • Nach Angaben von Helfern werden sie von Kroatien teils mit Gewalt daran gehindert.
Video
Aus dem Archiv: Kroatien schickt Migranten nach Bosnien zurück
Aus 10vor10 vom 23.07.2019.
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Rund 7000 Personen stecken derzeit auf der bosnischen Seite der Grenze fest. Die regulären Lager der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind überfüllt. Rund 700 Menschen harren in dem von der Stadt Bihac errichteten, vom lokalen Roten Kreuz betreuten improvisierten Lager Vucjak ausserhalb der Stadt aus. Hunderte campieren im Freien.

«Die gesamte Migrationskrise in Bosnien wird auf Bihac und den Kanton Una-Sana abgeladen», sagte der Rot-Kreuz-Chef in Bihac, Selam Midzic, der Deutschen Presse-Agentur.

Bihac.
Legende: Hunderte campieren vor Bihac im Freien. SRF

Die finanzielle Unterstützung durch die Zentralregierung reiche nicht aus, die nötige Zusammenarbeit zwischen bosnischen Behörden und internationalen Organisationen finde nicht statt. «Die genannten Akteure verstossen damit gegen das humanitäre Völkerrecht», fügte er hinzu.

Kroatien bestreitet Misshandlungsvorwürfe

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Helfer im Flüchtlingscamp berichten von Verletzungen, die sich Migranten einhandeln, wenn sie beim irregulären Grenzübertritt von kroatischen Polizisten ertappt, misshandelt und nach Bosnien zurückgeschoben werden. Hauptsächliche Verletzungen seien Blutergüsse von Schlägen und Tritten, gelegentlich komme es auch zu Knochenbrüchen.

Nur «ein wenig Gewalt»

Kroatien bestreitet die Vorwürfe, die auch von Menschenrechtsorganisationen erhoben und zum Teil mit Videoaufnahmen dokumentiert wurden. Die kroatische Präsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic meinte im Juli in einem SRF-Interview, die Polizei müsse gegenüber «illegalen» Migranten manchmal «ein wenig Gewalt» anwenden. Die beanstandeten Verletzungen würden aber vom dornigen Gebüsch in dem unwegsamen Terrain stammen, das die Migranten durchqueren.

Seitdem Ungarn an seiner Grenze zu Serbien einen Zaun errichtet hat, verläuft der bevorzugte Weg der Migranten auf der Balkan-Route von Serbien über Bosnien, Kroatien und Slowenien nach Westeuropa. Zuletzt steigende Zahlen von Migranten, die von der Türkei nach Griechenland gekommen sind, dürften den Druck auf die Region Bihac weiter erhöhen.

Der nahende Winter könnte die Situation für Migranten, die keinen Platz in festen Lagern finden, dramatisch verschlechtern. «Wir tun unser Bestes, um beheizbare Zelte herbeizuschaffen und die Böden in den Lagern gegen Nässe und Schlamm abzudichten», erklärte Rot-Kreuz-Chef Midzic.

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23 Kommentare

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  • Kommentar von m. mitulla  (m.mitulla)
    Wir (die westliche "Wertegemeinschaft") sollte endlich einmal aufhören, die Länder des Orient und die Afrikanischen Länder zu bombardieren - und fairen Handel betreiben. Wenn nötig, von Gesetzes wegen! Die Länder in Ost und Süd sollen ihre Rohstoffvorkommen verstaatlichen dürfen und die internationalen Konzerne sollen zum Teufel gejagt werden - samt ihrer Privatarmeen. Nur wenn wir kräftig investieren in besagte Länder, lässt sich die Massenflucht noch bremsen.
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  • Kommentar von Christa Wüstner  (Saleve2)
    Ich habe gestern zwei Kommentare geschrieben, die nicht aufgeschaltet wurden. Tut mir leid, mir ist die Sicherung durchgegangen bei dieser Massenflucht und dem Elend. Brüssel
    muss jetzt etwas unternehmen, ansonsten kommt es zur Massenflucht nach West Europa.
    Und dann ? Wer nimmt sie auf ? Heute sind es ein paar Tausend, Morgen ein paar Hunderttausend.
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  • Kommentar von Manuela Fitzi  (Mano)
    Bosnien ist ein armes Land. Sollte es so weitergehen, wird dies den sozialen Frieden gefährden. Dann dürfen wir uns nicht wundern, wenn die Grenzen zu Kroatien plötzlich doch durchlässiger werden würden...
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