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Spanien agiert als wichtiger Partner bei Evakuierungsflügen
Aus SRF 4 News aktuell vom 23.08.2021.
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Flüge von und nach Afghanistan Spanien spielt wichtige Rolle bei Evakuierungen aus Kabul

  • Die Versuche, schutzbedürftige Menschen aus Afghanistan zu evakuieren, sind in vollem Gange. Eine zentrale Rolle spielt dabei Spanien.
  • Die US-Truppen, die den Flughafen in Kabul sichern, wollen bei der Evakuierung noch stärker mit der spanischen Regierung zusammenarbeiten.
  • Erste Flüge haben bereits stattgefunden, und in der Nähe des Militärflughafens in Madrid wurde ein Erstaufnahmezentrum errichtet.

In der Nacht von Sonntag auf Montag sind 177 Menschen, darunter 110 spanische Staatsbürger und 67 Ortskräfte der USA, nach Spanien ausgeflogen worden. Insgesamt sind mittlerweile rund 450 Menschen aus Afghanistan in Madrid gelandet und werden dort auch versorgt.

Enge Beziehungen zu den Amerikanern

Die Anzahl evakuierter Menschen ist momentan zwar noch überschaubar, aber wieso schafft Spanien das, was viele andere EU-Staaten bislang erfolglos versuchen – Menschen aus Kabul hinauszufliegen? «Die Spanier haben einen ganz guten Draht zu den Amerikanern, die ja den Flughafen in Kabul kontrollieren, aufgebaut», sagt Ute Müller. Sie berichtet für die «Neue Zürcher Zeitung» aus Madrid.

Legende: Am Samstag besuchte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (hier mit Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez, l., und EU-Ratspräsident Charles Michel) das Erstaufnahmezentrum bei Madrid und bedankte sich für das Engagement Spaniens. Keystone

Am Donnerstagabend habe Spaniens Aussenminister José Manuel Albares mit Antony Blinken, seinem Amtskollegen in Washington, telefoniert und habe darum gebeten, dass die spanischen Flugzeuge problemlos starten und landen können. Dies sei eine «neue, enge Beziehung zu den USA, die vorher in der Form nicht bestanden hat».

Nach ihrer Ankunft werden die evakuierten Afghaninnen und Afghanen in ein Erstaufnahmelager gebracht. «Dort werden sie erst mal medizinisch versorgt, PCR-Tests werden gemacht und so weiter», erklärt Ute Müller.

Weiterflug nach spätestens drei Tagen

In der neuen Zeltstadt am Militärflughafen sei ein Aufenthalt von maximal 72 Stunden vorgesehen. Dann folge die Weiterverteilung in andere EU-Länder, die bereit sind, sie aufzunehmen. Dazu gehören neben Deutschland auch Länder wie Polen oder Litauen.

Die afghanischen Ortskräfte der Amerikaner werden in den zwei noch bestehenden US-Stützpunkten in Cadiz und Morón de la Frontera untergebracht und sollen von dort nach Washington gebracht werden.

Legende: NZZ-Korrespondentin Ute Müller sagt, Spaniens Verteidigungsministerin Margarita Robles (r.) habe jenen, die aus Kabul rauswollen, sogar geraten: «Ruft einfach ganz laut Spanien oder haltet die spanische Flagge hoch, dann wird man euch schon rauslassen.» Keystone

Für Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez ist die Hilfsaktion besonders gut, denn er war, als die Lage sich in Kabul letzte Woche dramatisch zugespitzt hatte, auf Tauchstation geblieben, wie die Korrespondentin erläutert. «Er war auf Lanzarote in den Ferien, er hat sich von dort aus nicht gemeldet und hat das alles seinen Ministern überlassen.» Das habe bei der Opposition für viel Kritik gesorgt.

Nun konnte Sánchez Spanien mit dieser neuen Zeltstadt, die in einer Nacht- und Nebelaktion aus dem Boden gestampft wurde und eine Kapazität von 800 Leuten hat, als wichtiger EU-Partner und als funktionierendes Land präsentieren. «Für Sánchez ist es auf jeden Fall ein wichtiger innen- wie auch aussenpolitischer Erfolg», so Ute Müller.

SRF 4 News, 23.08.2021, 08:15 Uhr;

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Patrick Janssens  (patrickjanssens)
    Ich habe den Artikel 2 x gelesen. Ich kann es falsch verstanden haben, aber es liest sich etwa so:
    Die USA hantieren eine Freundschaftsrangliste, wer oben steht bekommt Vorrang beim Ausfliegen, wer weiter unten steht muss warten und sich in Geduld üben.
    Flüchtlingselend wird zum Instrument innen- und aussenpolitischer Erfolge.
    1. Antwort von Walter Winteler  (Wiwa 54)
      Und wie wollen Sie das ändern? Die USA sind nun mal der Garant dafür, dass überhaupt jemand ausfliegen kann. Aber egal, was die USA machen, werden sie kritisiert. Vielleicht mal nachdenken, wie Europa, oder die Welt, aussehen würde, ohne das Eingreiffen der Vereinigten Staaten von Amerika. Sage nur Japan und Deutschland.
  • Kommentar von Serge Künzli  (Serge Künzli)
    Afghanistan Einwohnerzahl 2021: 40 Mio. Geschätzte Anzahl der Talibans. Circa 85 000. 40 Millionen lassen sich von 85 000 terrorisieren? Von 20 000 Afghanen, die in der Schweiz leben, haben 200 gegen die Talibans in Zürich protestiert.......!!!??? Was soll ich daraus für Schlüsse ziehen?
    1. Antwort von Stefan Huwiler  (huwist)
      Da die Zahlen keinen Zusammenhang haben am besten gar keine.

      Sollten Sie allerdings schon eine Theorie haben zweifle ich nicht daran, dass sich aus diesen Zahlen etwas berechnen lässt. Z.B. dass 19'800 der in der Schweiz lebenden Afghanen Talibans sind wäre eine mögliche aber unsinnige Rechnung.
    2. Antwort von Oruzgani Mohammad  (M.oruzgani)
      Gut argumentiert!!! Deine Idee ist nicht schlecht! Mathematik kann man dir einen 6er geben!!!
      Hast du das nicht gedacht, dass 40 Millionen sind nicht bewaffnet und werden nicht unterstützen! Aber den Taliban mit full unterstützen.
      Die 20000 Afghanen in der Schweiz sind beschäftigt.
      Am Schluss will noch erinnern 20 Jahren waren internationale beste Kräfte in Afghanistan erfolglos zurückgegangen.
      Ihr habt keine Ahnung wie die Taliban und woher die Taliban Unterstützung und Kräfte bekommen.!!
  • Kommentar von Andreas Müller  (Hugh Everett)
    1838 brach die Indus-Armee der Engländer mit 20'000 Mann, 38'000 Trossangehörigen (inkl. Frauen und Kinder) 30'000 Kamelen auf nach Kabul und liess sich dort nieder. Als in London die Tory Regierung an die Macht kam, wurden die Gelder für diese Armee gekürzt. Daraufhin geriet die Indus-Armee in Bedrängnis und wurde im Verlauf eines Jahres vollständig aufgerieben nur ca. 100 überlebten. Theodor Fontane verewigte die Vorkommnisse als "das Trauerspiel von Afghanistan" in einem Gedicht.