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Frankreichs Regierung Macron lehnt Rücktritt seines Innenministers ab

  • Frankreichs Innenminister Gérard Collomb hat am Montag seinen Rücktritt eingereicht, den Präsident Emmanuel Macron jedoch abgelehnt habe.
  • Der Staatschef habe dem Innenminister erneut sein Vertrauen ausgesprochen und ihn gebeten, sich weiterhin vollständig der «Sicherheit der Franzosen» zu widmen.
  • Der Präsidentenpalast bestätigte damit entsprechende Medienberichte.
Gérard Collomb und Emmanuel Macron sitzen an einem Tisch
Legende: Emmanuel Macron (rechts) hält an seinem Innenminister fest. Keystone/Archiv

Hintergrund des Vorstosses des 71-jährigen Collomb seien politische Angriffe, berichteten Medien. Collomb, ein Schwergewicht in der Regierung, hatte Mitte September überraschend angekündigt, im kommenden Jahr seinen Posten als Innenminister aufgeben zu wollen.

Der 71-jährige Macron-Vertraute der ersten Stunde will sich 2020 um das Amt des Bürgermeisters von Lyon bewerben. Vor seiner Ernennung zum Innenminister im Mai 2017 führte Collomb bereits 16 Jahre lang die Geschicke der französischen Grossstadt.

Kritik vonseiten der Opposition

Nach seiner Ankündigung wurde allerdings scharfe Kritik an Collomb laut. Die oppositionellen Konservativen verlangten den sofortigen Rücktritt des Innenministers, weil der sein Amt nicht mehr voll ausfülle. Collomb sagte nun dem «Figaro», er wolle nicht, dass sein Ministerium durch seine Kandidaturpläne in Lyon destabilisiert werde.

Macron und Premierminister Edouard Philippe wollten einen sofortigen Rücktritt des Innenministers aber nicht akzeptieren – zumal die Regierung erst vor einem Monat wegen des Rücktritts des beliebten Umweltministers Nicolas Hulot hatte umgebildet werden müssen.

Gérard Collomb: Unterstützer der ersten Stunde

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Frankreichs Innenminister Gérard Collomb
Legende:Collomb gilt als enger Vertrauter Macrons.
  • Gérard Collomb war einer der ersten wichtigen Politiker, die Macron in seinen Präsidentschaftsambitionen unterstützt und beim Aufbau seiner Bewegung «En Marche» geholfen haben.
  • Bis heute ist der frühere Sozialist ein enger Vertrauter des Staatschefs.
  • Zuletzt hatte er aber auch Kritik an Macron und der Regierung geübt und einen «Mangel an Demut» angeprangert.

Die Affäre um Macrons früheren Sicherheitsmitarbeiter Alexandre Benalla im Sommer hatte Collomb nach dem Eindruck politischer Beobachter geschwächt. Benalla war – als Polizist verkleidet – bei einer Demonstration gegen junge Menschen vorgegangen und musste nach Medienenthüllungen den Élyséepalast verlassen.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Ein einziger, mit 18% der Stimmen gewählter Macron kann 15 Reformen im Alleingang durchpeitschen. Ma France, du steckst wahrlich in einer sozialen, demokratischen Krise. Doch, machen wir uns nichts vor, das Phänomen, dass Nationen wie Konzerne von ein paar Smartguys und Oldandoddfellows Sinne von Thatchers TINA geführt und an die Wandgefahren werden, erlebt eine Metastasierung sondergleichen.
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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Politiker vom Zuschnitt Macron, die in der letzten Zeit das Geschick mancher Regierungen in ihren Händen halten und die sich dadurch auszeichnen: Von der Privatindustrie direkt in wichtige politische Ämter und die nach dem Motto von Benjamin Constant ticken "Servons la bonne cause, Servons nous !" sind Ziehsöhne multinationaler Konzerne ihnen ist eigene und das konzernale Wohlergehen zentrales Anliegen. Ihre Politik ist unvereinbar mit Demokratie und Zivilgesellschaft.
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