Die Schweiz gehört nicht zu den G7 – trotzdem durfte Bundespräsident Guy Parmelin dieses Jahr beim Gipfeltreffen in Evian teilweise teilnehmen. So durfte er etwa beim Galadinner der G7 am Dienstagabend teilnehmen. Die Hintergründe beleuchtet der diplomatische Korrespondent von SRF, Fredy Gsteiger.
Wie aussergewöhnlich ist das?
Dass ein Schweizer Bundespräsident zum Gala-Abend eines G7-Gipfels eingeladen ist, ist eine Premiere und womöglich sogar eine einmalige Gelegenheit. Bundespräsident Guy Parmelin ist so auch auf dem Gruppenfoto zu sehen, hinter dem brasilianischen und neben dem südkoreanischen Präsidenten. Beim Galadinner sass er gegenüber dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz. Natürlich geht es bei einem solchen Anlass vor allem auch um Beziehungspflege, wie Parmelin selbst sagt. Aber die ist wichtig. In der internationalen Politik sind nicht nur Strukturen und Interessen entscheidend, sondern oft auch, ob sich Spitzenpolitiker verstehen. Und für ein kleines Land wie die Schweiz ist es nicht ganz einfach, persönliche Treffen mit den Mächtigen wichtiger Länder zu arrangieren. Es bedingt oft aufwendige Reisen in viele Hauptstädte. Rund um den G7-Gipfel konnte Parmelin auf sehr effiziente Weise gleich eine ganze Reihe treffen.
Kam es zu einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump?
Guy Parmelin traf Trump kurz auf dem Rollfeld des Flughafens Genf und gestern Abend erneut am Rand des Galadinners. Er berichtet allerdings, dass dort alle mit Trump reden wollten und es letztlich für ihn bei einem Händedruck und einem kurzen Austausch blieb. Da liess sich also punkto Handels- und Zollabkommen nichts bereinigen. Hingegen konnte Parmelin sich mit anderen US-Ministern unterhalten, vor allem mit Finanzminister Scott Bessent und Handelsminister Jamieson Greer.
Guy Parmelin beim G7-Gipfel: Händeschütteln mit den Grossen
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Bild 1 von 12. Mit Donald Trump. Ein Händedruck am Flughafen – ein paar nette Worte vor dem Weiterflug Trumps per Helikopter, aber das längere persönliche Gespräch mit dem US-Präsidenten fand nicht statt. Bildquelle: Keystone/MARTIAL TREZZINI.
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Bild 2 von 12. Mit Mark Carney. Den kanadischen Premier empfing Guy Parmelin ebenfalls am Flughafen Genf. Bildquelle: Keystone/MARTIAL TREZZINI.
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Bild 3 von 12. Mit Sanae Takaichi. Die japanische Premierministerin war eine der wenigen Frauen unter den Mächtigen der G7-Länder. Bildquelle: Keystone/MARTIAL TREZZINI.
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Bild 4 von 12. Mit Giorgia Meloni. Das gleiche gilt für Italiens Premierministerin. Bildquelle: Keystone/MARTIAL TREZZINI.
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Bild 5 von 12. Mit Friedrich Merz. Nicht nur Guy Parmelin, auch seine Ehefrau Caroline Parmelin, hat alle Hände voll zu tun. Hier begrüsst sie den deutschen Bundeskanzler – mit einem Händedruck natürlich. Bildquelle: Keystone/Laurent Gillieron.
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Bild 6 von 12. Mit Keir Starmer. Wie schon zuvor auf dem Flughafen, schüttelte Guy Parmelin dem britischen Premierminister auch nach einem längeren Gespräch im Garten des G7-Hotels die Hand. Bildquelle: Keystone/Laurent Gillieron.
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Bild 7 von 12. Mit Ursula von der Leyen. Die EU gehört zwar nicht zu den G7, doch sie hat Beobachterstatus. Darum ist die EU-Kommissionspräsidentin auch dabei in Evian. Bildquelle: Keystone/MARTIAL TREZZINI.
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Bild 8 von 12. Mit William Ruto. Auch Kenia ist kein G7-Staat, doch der Präsident des afrikanischen Landes soll seinen Kontinent am Gipfel vertreten. Bildquelle: Keystone/MARTIAL TREZZINI.
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Bild 9 von 12. Mit Luiz Inácio Lula da Silva. Brasilien wurde ebenfalls als Gast eingeladen. Der brasilianische Präsident zeigt, dass man Hände auch zu etwas Anderem als zum Drücken gebrauchen kann. Handshake mit Guy Parmelin machte er aber auch – wie andere Fotos beweisen. Bildquelle: Keystone/EPA/LAURENT GILLIERON.
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Bild 10 von 12. Mit Wolodimir Selenski. Auch die Ukraine gehört nicht zu den G7, ihr Präsident ist dennoch präsent. Er wurde eingeladen, weil verhindert werden soll, dass Trump vor lauter Iran-Krieg das Interesse an der Ukraine verliert. Bildquelle: Keystone/MARTIAL TREZZINI.
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Bild 11 von 12. Ohne Emmanuel Macron. Frankreich ist Gastgeber am Gipfel. Bilder von einem Händeschütteln mit dem Schweizer Bundespräsidenten gibt es nicht – dafür zeigt der französische Präsident anhand einer Geste gegenüber Donald Trump, dass man mit den Händen noch viel weiter gehen kann. Bildquelle: Keystone/AP Photo/Julia Demaree Nikhinson.
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Bild 12 von 12. Und zum Schluss: Das Bad in der Menge. Die Teilnehmenden des G7-Gipfels in Evian – nebst Händeschütteln ist immer wieder auch Posieren angesagt. Was fehlt: Das Winken – mit den Händen. Aber die brauchten wohl einfach mal eine Pause... Bildquelle: REUTERS/Evelyn Hockstein.
Hat der Bundespräsident über diese Beziehungspflege hinaus auch konkretere Gespräche geführt?
Ja. Einige waren ausführlicher und konkreter. Das wichtigste war wohl jenes mit dem britischen Premierminister Keir Starmer, mit dem Parmelin im Garten des G7-Hotels zusammensass, mit britischem und Schweizer Fähnchen auf dem Tisch. Beide Regierungen wollen vorwärtsmachen mit einem Freihandelsabkommen. Auch die Gespräche mit der EU-Spitze, mit dem kanadischen Premierminister Mark Carney, mit dem Präsidenten von Brasilien, Luiz Inácio Lula da Silva, und dem indischen Regierungschef Narendra Modi waren offenbar sehr nützlich. Dabei ging es primär um Wirtschafts- und Handelsfragen und engere Zusammenarbeit. Modi hat auf seinem Social-Media-Kanal das Gespräch mit Parmelin sehr gelobt. Die beiden verstehen sich gut.
Welche Pflöcke hat Parmelin im Hinblick auf den Freihandel mit anderen Ländern eingeschlagen?
Um Pflöcke einzuschlagen, braucht es bei Freihandelsabkommen stets detaillierte Verhandlungen. Aber es war, so vernahm ich aus dem Team von Parmelin, schon sehr auffallend, wie gross aktuell das Interesse an Freihandelsabkommen ist. Gerade weil die USA zurückkehren zu einer Politik von Zöllen und Handelsschranken, wollen andere Länder Klumpenrisiken vermeiden, suchen nach neuen Partnern und mit denen die Handelsbeziehungen intensivieren. Das ist für die Schweiz als hochvernetztes Land interessant und bietet Chancen, wenn man sie denn wahrnimmt.