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Dreitägiger G7-Gipfel ist zu Ende
Aus Tagesschau am Vorabend vom 13.06.2021.
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G7-Gipfel in Carbis Bay Das grosse Zusammenrücken gegen China

Es war ein Gipfel der grossen Zahlen, der grossen Versprechen: Die G7-Staaten wollen armen Ländern eine zusätzliche Milliarde Corona-Impfdosen zur Verfügung stellen, insgesamt mehr als zwei Milliarden Dosen seit Beginn der Pandemie.

Ferner werden 2.75 Milliarden Dollar für Bildung sowie 100 Milliarden Dollar für klimafreundliches Wirtschaftswachstum in Aussicht gestellt. Spätestens 2050 wollen die G7-Staaten ihrerseits klimaneutral sein.

Vage Ziele, klare Botschaft

Bei genauerer Betrachtung sind zwar viele der Zusagen vage – doch die Botschaft, die vom G7-Gipfel ausgehen soll, ist klar: Die grössten hochentwickelten Wirtschaftsnationen sind geeint im Willen, mehr zu tun gegen die Corona-Pandemie, für den Wiederaufbau nach der Krise und gegen die Klimaerwärmung.

Damit knüpft das Gremium an seine Ursprünge an: 1975 gründete Frankreich zusammen mit Deutschland, Frankreich, Italien, Japan und den USA die G6. Für die Überwindung der Weltwirtschaftskrise der 1970er zogen die Staaten am gleichen Strick.

G7-Staaten wollen vergangene Fehler vermeiden

Auch später, mit Kanada als zusätzlichem Mitglied, beanspruchte der Club der Mächtigen immer wieder eine Führungsrolle in grossen Krisen. Doch nach der Weltfinanzkrise ab 2007 ernteten die G7 viel Kritik: Zu zögerlich und zu knausrig seien die Beschlüsse ausgefallen, deswegen sei die Krise nicht rasch genug beendet worden.

Mit den Versprechen am diesjährigen Gipfel im englischen Carbis Bay sollen die Fehler der Vergangenheit vermieden, es sollen Einigkeit und Entschlossenheit demonstriert werden. Zumal eine rasche wirtschaftliche Erholung auch den reichen Exportnationen zugutekommt.

Die zur Schau gestellte Grosszügigkeit zielt freilich auch auf jenes mächtige Land, das nicht bei den G7 am Tisch sitzen darf: China. Die Volksrepublik hat sich mit Spenden und Krediten an arme Länder viel politischen Einfluss erkauft, ist zum wichtigsten Rivalen des Westens aufgestiegen – und hat die G7 näher zusammenrücken lassen.

Sebastian Ramspeck

Sebastian Ramspeck

Internationaler Korrespondent, SRF

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Sebastian Ramspeck ist internationaler Korrespondent für SRF. Zuvor war er Korrespondent in Brüssel und arbeitete er als Wirtschaftsreporter für das Nachrichtenmagazin «10vor10». Ramspeck studierte Internationale Beziehungen am Graduate Institute in Genf.

Tagesschau, 13.06.2021, 18:00 Uhr

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30 Kommentare

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  • Kommentar von Robert Altwegg  (trebor)
    Eine klare Haltung der Schweiz gegenüber dem Unrechtsregime in Peking wäre mehr als angezeigt. Als Gastgeber des UNO-Menschenrechtsrates muss die Schweiz die gravierenden Verletzungen der elementarsten Menschenrechte in China verurteilen. Auch die zunehmende Unterwanderung Chinas in unsere westlichen Demokratien, ist mehr als bedenklich. Nur gemeinsam mit anderen freien Staaten gelingt es, den gefährlichen Einfluss und die Erpressung von einzelnen Staaten und Unternehmen durch China, zu stoppen.
  • Kommentar von Margot Helmers  (Margot Helmers)
    Medienwirksam Ellenbogen-Begrüssung und anschliessend Umarmungen und kein Mindestabstand. Fällt das nur mir auf?
    1. Antwort von Hannes Hubacher  (h.hu)
      Da wurden auch keine Masken getragen, wie auf Fotos zu sehen ist (und die Queen ist doch schon 95).. die wissen scheinbar mehr, als sie zugeben... und nun, Aluhut weglegen und Strohut auf ;-)
  • Kommentar von Hanspeter Burri  (HPABRRBU)
    Also, hätten sich diese 7 Staatslenker die Reise ersparen können.
    Es wäre vermutlich besser; in diesen Ländern, auch das Volk
    in die Entscheidungen einzubinden. Letztes Wochenende hat
    sich das Schweizervolk jedenfalls im Grossen und Ganzen nicht
    schlecht entschieden.