Für Donald Trump gibt es über Grönland nichts zu verhandeln. Grönland gehöre in die Hände der USA, sagt der US-Präsident. «Anything less than that is unacceptable», schrieb er unmittelbar vor den Gesprächen zwischen den Aussenministern von Dänemark, Grönland und den USA sowie US-Vizepräsident Vance auf seiner eigenen Social Media-Plattform. Alles, was darunter liege, sei nicht akzeptierbar.
Keine Erfolgsaussichten für Gespräche
Damit entzieht Trump den bei diesem Treffen vereinbarten kommenden Gesprächen zwischen Dänemark, Grönland und den USA jegliche Erfolgsaussichten. Er unterminierte damit auch schon das erste Treffen in Washington. Wer nichts anderes als die Erfüllung der Maximalforderung akzeptieren will, der macht klar, dass es gar nichts zu besprechen gibt.
Die dänische Seite scheint das zu wissen. Aussenminister Lars Løkke Rasmussen – während Trumps erster Amtszeit Ministerpräsident von Dänemark – ist ein erfahrener und weitum geschätzter Politiker, der nicht um den heissen Brei herumredet. Wenn er nun in Washington von «fundamentalen Meinungsverschiedenheiten» zwischen Dänemark und Grönland auf der einen, und den USA auf der anderen Seite spricht, dann trifft es das genau: die beiden Seiten vereint in dieser Frage nichts, auf dem sich eine für beide Seiten befriedigende Lösung finden liesse.
Amerikanerinnen und Amerikaner wollen Grönland nicht
Dabei ist das Unterfangen, Grönland den USA einzuverleiben, in den USA selbst unpopulär. Eine druckfrische Umfrage von Reuters/Ipsos zeigt, dass 47 Prozent der befragten Amerikanerinnen und Amerikaner eine Übernahme Grönlands durch die USA ablehnen. 17 Prozent sind dafür. Für eine militärische Intervention sprachen sich gemäss dieser Umfrage nur 4 Prozent der Befragten aus. Und in einer Umfrage von AP zusammen mit dem NORC-Center befanden 56 Prozent der Befragten, Trump sei bei seinen militärischen Interventionen im Ausland zu weit gegangen.
In dem gerade beginnenden Zwischenwahljahr werden diese Zahlen auf dem Kapitolshügel genau registriert werden. In beiden Kammern gibt es überparteiliche Anstrengungen, Trump an seinem Unterfangen zu hindern. Und vielleicht hat der demokratische Senator Tim Kaine sogar recht, wenn er sagt: «Der Kongress wird ihn stoppen.»