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Situation in Jerusalem eskaliert
Aus Tagesschau vom 10.05.2021.
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Gewalt im Nahen Osten Jüngste Eskalation: Mindestens zwanzig Palästinenser getötet

Netanjahu droht mit Reaktion auf den palästinensischen Beschuss. Auch der türkische Präsident Erdogan mischt sich ein.

  • Die jüngste Eskalation des Konfliktes zwischen Palästinensern und Israel soll mindestens 20 Palästinenser das Leben gekostet haben. 500 Personen seien in Ost-Jerusalem verletzt worden.
  • Gemäss Medienberichten hat das israelische Sicherheitskabinett Luftangriffe auf den Gazastreifen genehmigt. Berichte über Verletzte in Israel durch die Geschosse der Palästinenser liegen nicht vor.
  • In der Türkei kam es zu Solidaritätskundgebungen mit den Palästinensern. Gemäss einer Erklärung hat Präsidenten Recep Tayyip Erdogan mit dem jordanischen König telefoniert und ihn zur Zusammenarbeit aufgefordert, um die Angriffe zu stoppen.

Bei Raketen- und Luftangriffen zwischen Palästinensern und Israel sollen
mindestens 20 Palästinenser ums Leben gekommen sein. Wie das palästinensische Gesundheitsministerium am Montagabend
mitteilte, befinden sich darunter auch neun Kinder.

Weitere internationale Reaktionen

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UNO-Generalsekretär Antonio Guterres drückte am Montag Besorgnis über die gewaltsamen Zusammenstösse und die mögliche Vertreibung palästinensischer Familien aus ihren Häusern aus. Er rief Israel auf, weitere Zwangsräumungen einzustellen.

Die USA und Grossbritannien verurteilten die palästinensischen Raketenangriffe und setzen sich für eine Deeskalation der Lage ein.

Das israelische Militär teilte mit, Palästinenser hätten rund 150 Raketen auf Israel abgefeuert, von denen Dutzende von Raketenabwehrsystemen abgefangen worden seien. Zu den Raketenangriffen auf Israel bekannten sich die Hamas wie auch die Gruppe Islamischer Dschihad.

Siedler beanspruchen Land in Ost-Jerusalem

Israel betrachtet ganz Jerusalem als seine Hauptstadt, auch den Ostteil. Dessen Annexion durch Israel ist international nicht anerkannt. Die Palästinenser wollen Ost-Jerusalem als Hauptstadt eines eigenen Staates im besetzten Westjordanland und im Gazastreifen.

Die Stadt Jerusalem hat vier kulturell und religiös verschiedene Stadtteile.
Legende: Die Stadt Jerusalem hat vier kulturell und religiös verschiedene Stadtteile. SRF

Verschärft wurden die Spannungen durch Pläne, Häuser palästinensischer Familien im Stadtteil Scheich Dscharra in Ost-Jerusalem zu räumen. Das Land, auf dem sie leben, wird von jüdischen Siedlern beansprucht.

Im Sheikh-al-Jarrah-Quartier machen sich jüdische Siedler und langjährige palästinensische Bewohner der Altstadt gegenseitig die Häuser streitig.
Legende: Im Sheikh-al-Jarrah-Quartier machen sich jüdische Siedler und langjährige palästinensische Bewohner der Altstadt gegenseitig die Häuser streitig. SRF

Nach Medienberichten genehmigte das israelische Sicherheitskabinett massive Luftangriffe auf Ziele im Gazastreifen. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu drohte den militanten Palästinenserorganisationen eine harte Reaktion an. Die israelischen Bürger müssten sich darauf einstellen, dass der gegenwärtige Konflikt länger dauern könnte, sagte er.

Auf dem Tempelberg war es am Montagmorgen erneut zu Auseinandersetzungen gekommen. Vor der Al-Aksa-Moschee setzten Polizisten Blendgranaten, Tränengas und Gummigeschosse gegen Steine werfende Palästinenser ein. Palästinensische Rettungskräfte sprachen von mehr als 300 Verletzten. Nach Polizeiangaben wurden fast zwei Dutzend Beamte verletzt.

Solidaritätsproteste in der Türkei

In der Türkei versammelten sich Tausende vor der israelischen Botschaft in Ankara und dem Konsulat in Istanbul, um gegen das israelische
Vorgehen gegen Palästinenser zu protestieren.

Laut einer Erklärung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, habe er mit König Abdullah von Jordanien telefoniert und erklärt, dass die «unmenschlichen» Angriffe gegen Palästinenser sich gegen alle Muslime richteten und dass die Türkei und Jordanien zusammenarbeiten müssten, um sie zu stoppen.

Karte mit Quartieren von Jerusalem.
Legende: Am Jerusalem-Tag feiert Israel die Eroberung des Ostteils von Jerusalem, einschliesslich der Altstadt während des Sechstagekriegs 1967. SRF

SRF 4 News, 11.05.2021, 03:00;

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Andy Gasser  (agasser)
    Israel greift die Zivilbevölkerung an während auf der Gegenseite Terroristen diese als Schutzschild brauchen. Eine Situation auf der es auf beiden Seiten nur Verlierer gibt. Was mich aber stört, das bei uns häufig nur Israel als Aggressor gesehen wird. Dabei sollten Gruppen wie "Hamas" oder "Islamischer Dschihad" eigentlich klar machen dass beide Seiten Aggressoren sind.
  • Kommentar von Peter König  (Vignareale)
    Der längste Stellvertreter Krieg
    der Welt dauernd am Laufen
    gehalten durch USA, IRAN und SAUDIARABIEN
  • Kommentar von Thomas Brand  (tomcomm)
    Wenn die UNO Völkerrecht verletzt sieht, dann ist das zwar das eine. Aber davon können sich die Palästinenser nichts kaufen und die Täter werden auch nicht zur Rechenschaft gezogen. Was können also die Palästinenser legal tun, um gegen das Unrecht vorzugehen? Ich spreche hier v.a. die israelitische Siedlungspolitik an (z.B. ungerechtfertigte Hausräumungen).
    1. Antwort von Markus Boss  (Rotzbueb)
      Wenn, dann bitte ausgewogen. Auch die Palästinenser sind nicht nur Opfer. Beide Seiten tragen Ihre Mitschuld. Und wer hat denn zuerst Raketen abgefeuert?
      Solange beide Parteien nicht aufeinander zugehen wird sich hier auch nichts verändern. Aber eben. Beide!
    2. Antwort von Thomas Brand  (tomcomm)
      Ja, Gewalt ist in jeder Form abzulehnen. Was also können Sie tun?