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Gewalt in Nahost Lage nach Feuerpause am Gazastreifen beruhigt

Legende: Video Gegenseitiger Beschuss in Nahost abspielen. Laufzeit 01:14 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 30.05.2018.
  • Die israelische Armee hat neue Luftangriffe auf Ziele im Gazastreifen geflogen.
  • Den Angaben zufolge wurden 25 militärische Ziele der radikalislamischen Hamas getroffen.
  • Unterdessen sei eine Feuerpause vereinbart worden, die Lage hat sich beruhigt.
Über Gebäuden im Gazastreifen steigt nach dem Einschlag eines israelischen Geschosses Rauch auf.
Legende: Der Schlagabtausch zwischen Palästinensern und Israeli begann schon am Dienstag. Reuters

Schon am Dienstag hatte die israelische Luftwaffe nach eigenen Angaben mehr als 35 Ziele radikaler Islamisten im Gazastreifen getroffen. Rund 100 Mörsergranaten und Raketen seien von der Hamas und dem Islamischen Dschihad seit Dienstag aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert worden.

Die Angriffe waren eine Reaktion auf den seit Dienstag andauernden Raketen- und Granatbeschuss aus dem Gazastreifen. Dies teilte die israelische Armee mit. Eine Reihe der Geschosse wurde von der israelischen Raketenabwehr abgefangen.

Normalität kehrt wieder ein

Hamas und Islamischer Dschihad bekannten sich zum Beschuss. Später teilte der Islamische Dschihad mit, es sei eine von Ägypten vermittelte Feuerpause ausgehandelt worden. Auch die Hamas habe zugesagt, sich daran zu halten.

Doch weder die Hamas noch Israel äusserten sich zunächst zu der angeblichen Feuerpause. Später dementierte Israel, eine solche vereinbart zu haben. Dennoch hat sich die Lage beruhigt. Es gibt seither keine Berichte über weitere Raketen- oder Granatangriffe aus den Palästinensergebieten sowie Gegenattacken der israelischen Armee.

Sollte die Lage ruhig bleiben, will Israel die Vereinbarung nach Medienberichten akzeptieren. Das Ziel sei, Ägypten als moderierende Kraft zu stärken. Am Mittwochabend will sich das israelische Sicherheitskabinett zu Beratungen treffen.

Schwerster Gewaltausbruch seit 2014

Der neuste Schlagabtausch zwischen Israel und Palästinensern ist der schwerste Gewaltausbruch seit dem Krieg 2014. Seit Dienstag wurden laut der israelischen Zeitung «Haaretz» fünf Soldaten verletzt. Von palästinensischer Seite liegen keine Angaben über Tote oder Verletzte vor.

Die USA forderten, angesichts der auch von EU und UNO verurteilten palästinensischen Angriffe, eine Sondersitzung des UNO-Sicherheitsrates. Diese soll im Verlauf des Tages stattfinden.

Provokation und Gegenprovokation

Es war das erste Mal seit Beginn der Proteste entlang der Grenze zum Gazastreifen am 30. März, dass Geschosse auf Israel abgefeuert wurden.

Seit Ende März sind mehr als 120 Palästinenser bei Massenprotesten und Konfrontationen mit israelischen Soldaten am Grenzzaun zwischen Israel und dem Gazastreifen getötet worden. Tausende wurden verletzt.

Eskaliert waren die Proteste am vergangenen 14. Mai, als die USA ihre Botschaft am 70. Jahrestag der Gründung Israels von Tel Aviv nach Jerusalem verlegten. Allein an dem Tag kamen bei Protesten im Gazastreifen an der Grenze zu Israel rund 60 Palästinenser ums Leben.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Stanic Drago (Putinversteher)
    Seit Tagen hat Israel Ziele in Gaza bombardiert, und Seit gestern hat Hamas zurückgeschossen. Schade, dass unsere Medien kein unterschied zwischen eine selbstgebastelte Petarde und eine moderne Rakette sehen. Das eine Steine werfen und andere mit Kampfjets auf sie schissen. Gewalt ist Gewalt.
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  • Kommentar von Stefan Huwiler (huwist)
    Warum nur hat Israel den USA nicht verboten ihre Botschaft nach Jerusalem zu verlegen, sondern haben diese bewusste Provokation sogar noch mit viel Tamtam gefeiert? Wenn man nicht nur auf die letzten 5 Minuten schaut sind auch die Israelis nicht so unschuldig wie sie gerne wären.
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  • Kommentar von Johannes Rösinger (JohMuc)
    "Eskaliert waren die Proteste am vergangenen 14. Mai, als die USA ihre Botschaft..." Herr Trump sei Dank. Zuvor war es nicht perfekt aber weit friedlicher! Und nun stehn wir vor dem Scherbenhaufen und keiner hat ne Idee wie man das friedlich löst. Läuft, Mr. Trump...
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