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Gültig für gesamte Kirche Papst erlässt Meldepflicht für Missbrauchsfälle

  • Papst Franziskus hat für die gesamte katholische Kirche eine Meldepflicht für Fälle sexuellen Missbrauchs erlassen.
  • Für Kleriker und Ordensleute werde ab Juni die Verpflichtung eingeführt, Missbrauchs- und Vertuschungsfälle umgehend anzuzeigen, teilte der Vatikan mit.
Legende: Video Aus dem Archiv: Papst-Audienz mit Missbrauchsopfern abspielen. Laufzeit 02:03 Minuten.
Aus Tagesschau vom 02.03.2019.

«Während diese Verpflichtung bis dato in einem gewissen Sinne dem persönlichen Gewissen überlassen war, wird sie nunmehr zu einer universell gültigen Rechtsvorschrift», erklärte der Chefredaktor der Kommunikationsabteilung des Vatikans, Andrea Tornielli. Das Gesetz soll am 1. Juni in Kraft treten. Eine Meldepflicht an staatliche Stellen ist allerdings nicht vorgesehen.

Anlaufstellen bis Juni 2020

In dem apostolischen Schreiben «Vos estis lux mundi» (Ihr seid das Licht der Welt) heisst es zudem, die katholischen Diözesen in aller Welt müssten bis spätestens Juni nächsten Jahres «ein oder mehrere dauerhafte und der Öffentlichkeit leicht zugängliche» Anlaufstellen für Anzeigen einrichten.

Die katholische Kirche steckt seit Jahren wegen Missbrauchsskandalen in vielen Ländern der Welt in einer ihrer schwersten Krisen. Während des Pontifikats von Franziskus' Vorgänger Benedikt XVI. kam ans Licht, dass sich massenhaft Geistliche an Kindern vergangen hatten und von Oberen gedeckt wurden. Franziskus stand nun stark unter Druck, seinen Worten von einer «Null Toleranz»-Politik auch Taten folgen zu lassen.

Papst Franziskus
Legende: Der Papst reagiert auf die Kritik, er tue nicht genug gegen Missbrauch in der Kirche. Reuters

Folge des Anti-Missbrauchsgipfels

Das nun veröffentlichte sogenannte Motu proprio ist eine Folge des Anti-Missbrauchsgipfels, zu dem der Papst Ende Februar die Vorsitzenden aller Bischofskonferenzen in den Vatikan geladen hatte.

Danach war kritisiert worden, dass der Pontifex keine umfassenden Schritte im Kampf gegen den Missbrauch von Kindern unternommen hatte. Zuletzt stellte Franziskus einzig für den kleinen Vatikanstaat – in dem kaum Kinder leben – entsprechende Regeln auf.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Edi Steinlin  (Chäsli)
    Der scheinheilige Vater in Rom würde besser einmal darüber nachdenken, wie man etwas ändern könnte. Aber eben, Änderungen sind im Konzept der kath. Kirche, offensichtlich nicht vorgesehen und da der scheinheilige Vater angeblich unfehlbar ist, sowieso nicht.
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  • Kommentar von Alex Kramer  (Kaspar)
    "...dass sich massenhaft Geistliche an Kindern vergangen hatten und von Oberen gedeckt wurden."
    Eine versteckte Doppeldeutigkeit in der Aussage, die eindeutiger nicht sein könnte....
    Das Beichtgeheimnis lässt grüssen, und die katholische Verlogenheit dazu.
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  • Kommentar von Phil Läubli  (Diplomatix92)
    Ohne Zweifel ein Schritt in die richtige Richtung.. doch auch nicht mehr.
    Nicht hilfreich, um das Vertrauen der Menschen zurückzugewinnen ist, dass die Missbrauchsfälle weiterhin als innerkirchliche Angelegenheit betrachtet werden: "Eine Meldepflicht an staatliche Stellen ist allerdings nicht vorgesehen."
    Sexualstraftaten gehören ebenso wie sonstige körperliche Übergriffe durch den Staat bestraft.
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