Evakuierung abgeschlossen: Auf Teneriffa haben am Montagabend letzte Passagiere und Besatzungsmitglieder das von einem Hantavirus-Ausbruch betroffene Kreuzfahrtschiff «Hondius» verlassen. Zwei letzte, von der niederländischen respektive von der australischen Regierung gecharterte Sonderflüge sind am Montagabend mit den Betroffenen von der Kanareninsel abgehoben. Sie sollen am späteren Abend beziehungsweise in der Nacht in Eindhoven landen, wo die Passagiere in die Quarantäne kommen. Eine Restbesatzung von rund 30 Seeleuten verbleibt auf dem unter niederländischer Flagge fahrenden Kreuzfahrtschiff. Die «Hondius» legte am Montagabend in Teneriffa ab und hat die Fahrt nach Rotterdam begonnen. Bereits am Sonntag hatten erste Sonderflüge einen Teil der insgesamt 122 Menschen unter speziellen Sicherheitsvorkehrungen in ihre Heimat zurückgebracht.
Bestätigte Hantavirus-Fälle: Einer der 14 evakuierten spanischen Passagiere wurde positiv auf das Hantavirus getestet, wie die spanischen Behörden am Montagabend mitteilten. Zuvor hatten die französischen Behörden bei einer von fünf evakuierten französischen Staatsangehörigen das Hantavirus nachgewiesen. Die US-Behörden hatten informiert, dass einer der 17 evakuierten amerikanischen Passagiere positiv getestet wurde, jedoch keine Symptome zeige. Bei einem weiteren habe ein PCR-Test «mild positiv» angeschlagen. Bis Sonntag zählte die WHO sechs bestätigte Hantavirus-Fälle und zwei Verdachtsfälle. Drei Personen sind gestorben. Bei den Verstorbenen handelt es sich um ein älteres Ehepaar aus den Niederlanden und eine Frau aus Deutschland. Die WHO vermutet, dass die Infektionskette von dem niederländischen Ehepaar ausging, das sich vor der Einschiffung in Argentinien noch an Land angesteckt haben könnte. Alle Passagiere und Besatzungsmitglieder seien nach weiterhin geltenden Informationen ohne Krankheitssymptome, sagte die spanische Gesundheitsministerin Mónica García.
Epidemiologische Untersuchung: Kurz nach der Ankunft am Hafen hatten sich Ärzte an Bord der «Hondius» begeben. Erst nach der Feststellung, dass keine akuten Krankheitssymptome vorliegen, wurde die schrittweise Evakuierung eingeleitet.
Schweizer Crewmitglied in Quarantäne: Ein Schweizer Crewmitglied ist bei der Evakuierung in Quarantäne gebracht worden. Dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) zufolge sind derzeit keine weiteren Schweizer bekannt, die sich an Bord des Schiffs befanden. Die Quarantäne dürfte sechs Wochen dauern, teilte das BAG am Sonntag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. Der Betroffene sei trotz der Situation guter Dinge und zeige keine Symptome. Gemäss der Agentur Reuters befindet sich das Schweizer Crewmitglied in den Niederlanden in Quarantäne.
Das passiert mit der «Hondius»: Das unter niederländischer Flagge fahrende Kreuzfahrtschiff hat am Montagabend mit dem Rest der Besatzung Teneriffa verlassen. Laut dem Betreiber dauert die Überfahrt nach Rotterdam etwa sechs Tage. Dort soll die «Hondius» gründlich desinfiziert werden.
Hondius liegt in einem Hafen im Süden Teneriffas vor Anker
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Bild 1 von 10. Das von einem Ausbruch des Hantavirus betroffene Kreuzfahrtschiff ist am Sonntag in der Früh in den Hafen von Granadilla im Süden der spanischen Urlaubsinsel Teneriffa eingefahren. Zunächst hatte es geheissen, das Schiff werde aus Sicherheitsgründen vor dem Hafen vor Anker gehen. Bildquelle: Reuters/Hannah McKay.
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Bild 2 von 10. Von Granadilla aus sollen die Menschen an Bord unter strengen Sicherheitsvorkehrungen zu einem nahegelegenen Flughafen gebracht und sofort in ihre Heimatländer geflogen werden. Bildquelle: AP Photo/Manu Fernandez.
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Bild 3 von 10. Die Rückführung der Passagiere soll unter aussergewöhnlichen Sicherheitsvorkehrungen ablaufen. Bildquelle: Reuters/Hannah McKay.
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Bild 4 von 10. Medizinisches Personal sollte die Menschen an Bord zunächst auf akute Krankheitssymptome untersuchen, wie die spanischen Behörden mitteilten. Bildquelle: Reuters/Hannah McKay.
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Bild 5 von 10. Das medizinische Personal werde auf dem Schiff die epidemiologische Untersuchung durchführen, teilte das spanische Gesundheitsministerium in Madrid mit. Bildquelle: Reuters/Hannah McKay.
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Bild 6 von 10. Auf dem Schiff befanden sich zuletzt insgesamt 140 bis 150 Menschen aus 23 Ländern. Bildquelle: Keystone/AP Photo.
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Bild 7 von 10. Hondius-Passagiere steigen am Flughafen auf Teneriffa in ein französisches Regierungsflugzeug. Bildquelle: AP Photo/Arturo Rodriguez.
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Bild 8 von 10. Zusammen mit einem Experten der Weltgesundheitsorganisation WHO sollte eine erste Gruppe nach Madrid geflogen werden und dort in einem Militärkrankenhaus in Quarantäne gehen. Bildquelle: Reuters/Borja Suarez.
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Bild 9 von 10. Ein spanischer Passagier wird von spanischen Regierungsbeamten mit Desinfektionsmittel besprüht. Bildquelle: AP Photo.
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Bild 10 von 10. Ein Passagier des Schiffes befolgt Instruktionen nach dem Aussteigen. Bildquelle: Keystone/Arturo Rodriguez.
Übertragung auch von Mensch zu Mensch möglich: Hantaviren werden üblicherweise durch infizierte Nager wie Ratten oder Mäuse übertragen. Bei dem aktuellen Ausbruch geht es um den sogenannten Andes-Typ, bei dem eine Übertragung von Mensch zu Mensch bereits in der Vergangenheit in Einzelfällen dokumentiert wurde.