Das Ende einer 40-tägigen Odyssee: Das von einem Ausbruch des Hantavirus betroffene Kreuzfahrtschiff ist am frühen Sonntagmorgen in den Hafen Granadilla der Insel Teneriffa eingefahren. Mittlerweile hat die Evakuierung der Passagiere aus 23 Ländern begonnen. Von dort aus sollen die Menschen an Bord in ihre Heimatländer ausgeflogen werden. Dann endet für die knapp 150 Menschen an Bord des niederländischen Schiffs eine 40-tägige Odyssee, die am 1. April in Ushuaia im Süden Argentiniens begann.
Epidemiologische Untersuchung: Kurz nach der Ankunft am Hafen hatten sich Ärzte an Bord der Hondius begeben. Erst nach der Feststellung, dass keine akuten Krankheitssymptome vorliegen, wurde die schrittweise Evakuierung eingeleitet.
Passagiere ausgeschifft: Als erste wurden 14 Spanier am Hafen von Granadilla im Süden der Kanaren-Insel Teneriffa in kleinen Gruppen mit Booten an Land gebracht. Es handelt sich nach Angaben des spanischen Gesundheitsministeriums um 13 Passagiere und einem Angehörigen der Crew. Auf Bildern war zu sehen, wie diese Menschen in den Booten Schutzbekleidung und Masken trugen. An Land stiegen sie bald in Busse der Militärischen Nothilfeeinheit UME ein, um zum zehn bis 15 Minuten entfernten Flughafen Tenerife Sur gebracht zu werden. Zusammen mit einem Experten der Weltgesundheitsorganisation WHO soll diese Gruppe nach Madrid geflogen werden und dort in einem Militärkrankenhaus in Quarantäne gehen. Danach werden Staatsbürger aus Deutschland, Belgien und Griechenland sowie ein Teil der Besatzung in die Niederlande gebracht.
Schiff soll in Niederlanden desinfiziert werden: Wenn die Ausschiffung abgeschlossen ist, soll die Hondius mit einer Restbesatzung ihre Fahrt in die Niederlande fortsetzen. Die Leiche einer an Bord während der Kreuzfahrt gestorbenen Person werde nicht auf Teneriffa an Land gebracht, erklärte García. Die Desinfektion des Schiffes erfolge in Absprache mit den Niederlanden erst dort.
Kreuzfahrtschiff Hondius hat Teneriffa erreicht
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Bild 1 von 6. Das von einem Ausbruch des Hantavirus betroffene Kreuzfahrtschiff ist am Sonntag in der Früh in den Hafen von Granadilla im Süden der spanischen Urlaubsinsel Teneriffa eingefahren. Bildquelle: Reuters/Hannah McKay.
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Bild 2 von 6. Zunächst hatte es geheissen, das Schiff werde aus Sicherheitsgründen vor dem Hafen vor Anker gehen. Die spanische Handelsmarine erteilte in der Nacht dann aber doch die Genehmigung zur Einfahrt in den Hafen. Bildquelle: Reuters/Hannah McKay.
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Bild 3 von 6. Von Granadilla aus sollen die Menschen an Bord unter strengen Sicherheitsvorkehrungen zu einem nahegelegenen Flughafen gebracht und sofort in ihre Heimatländer geflogen werden. Bildquelle: Reuters/Hannah McKay.
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Bild 4 von 6. Die Rückführung der Passagiere soll unter aussergewöhnlichen Sicherheitsvorkehrungen ablaufen. Bildquelle: Reuters/Hannah McKay.
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Bild 5 von 6. Medizinisches Personal soll die Menschen an Bord zunächst auf akute Krankheitssymptome untersuchen, wie die spanischen Behörden mitteilten. Bildquelle: Reuters/Hannah McKay.
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Bild 6 von 6. Das medizinische Personal werde nun auf dem Schiff die epidemiologische Untersuchung durchführen, teilte das spanische Gesundheitsministerium in Madrid mit. Bildquelle: Reuters/Hannah McKay.
Sechs bestätigte Hantavirus-Fälle: Nach den jüngsten Angaben der WHO gibt es sechs bestätigte Hantavirus-Fälle und zwei Verdachtsfälle. Drei dieser acht Personen sind gestorben. Bei ihnen handelt es sich um ein älteres Ehepaar aus den Niederlanden und eine Frau aus Deutschland. Die WHO vermutet, dass die Infektionskette von dem niederländischen Ehepaar ausging, das sich vor der Einschiffung in Argentinien noch an Land angesteckt haben könnte. Alle Passagiere und Besatzungsmitglieder seien nach weiterhin geltenden Informationen ohne Krankheitssymptome, sagte Ministerin García.
Übertragung auch von Mensch zu Mensch möglich: Hantaviren werden üblicherweise durch infizierte Nager wie Ratten oder Mäuse übertragen. Bei dem aktuellen Ausbruch geht es um den sogenannten Andes-Typ, bei dem eine Übertragung von Mensch zu Mensch bereits in der Vergangenheit in Einzelfällen dokumentiert wurde.