Zum Inhalt springen

Header

Audio
Erste Schritte zu Amtsenthebungsverfahren gegen Trump
Aus Echo der Zeit vom 25.09.2019.
abspielen. Laufzeit 07:49 Minuten.
Inhalt

Heikles Telefonat mit Kiew «Das Bild der neutralen Ukraine hat Kratzer bekommen»

Das Ränkespiel Trumps gegen Gegenspieler Biden lässt Kiew nicht kalt. Umso mehr, als Hinweise auf Verfehlungen fehlen, wie Korrespondent David Nauer darlegt.

US-Präsident Donald Trump soll den ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski in einem Telefonat zu Ermittlungen aufgefordert haben, die dem demokratischen Präsidentschaftsbewerber und früheren US-Vizepräsidenten Joe Biden schaden könnten. Die Ukraine versuche, in der Affäre so neutral wie möglich dazustehen, sagt SRF-Russland Korrespondent David Nauer, zurzeit in Kiew.

David Nauer

David Nauer

Russland-Korrespondent, SRF

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

David Nauer ist Korrespondent von Radio SRF in Russland. Von 2006 bis 2009 hatte Nauer für den «Tages-Anzeiger» aus Moskau berichtet, anschliessend aus Berlin.

SRF News: Wie stellte sich die Ukraine zur Affäre?

David Nauer: Man hatte in den letzten Tagen den Eindruck, dass die Ukraine versucht, sich weder auf die Seite Trumps noch auf die Seite der Demokraten zu stellen. Gleichzeitig belegt die Abschrift des Telefongesprächs zwischen Trump und Selenski, dass dieser den Amerikaner mit Lob überschüttet und richtig beflissen ist, ihm zu gefallen. Das Bild der neutralen Ukraine hat schon ein paar Kratzer bekommen, seit man den Text kennt.

Der demokratische Senator Chuck Schumer mit einer Kopie des transkribierten Gesprächs zwischen Trump und Selenski.
Legende: Der demokratische Senator Chuck Schumer mit einer Kopie des transkribierten Gesprächs zwischen Trump und Selenski. Keystone

Inhaltlich geht es um Joe Bidens Sohn Hunter. Wie steckt dahinter?

Hunter Biden war im Verwaltungsrat einer ukrainischen Gasfirma, gegen die wegen Korruption ermittelt wurde. Sein Vater Joe Biden als damaliger US-Vizepräsident hatte auf die ukrainische Regierung Druck ausgeübt und verlangt, dass der Generalstaatsanwalt entlassen wird, der auch die Ermittlungen gegen die Gasfirma führte. Auf den ersten Blick sieht das natürlich so aus, dass hier der Vater seinen Sohn vor juristischen Problemen schützen wollte.

Die Amerikaner wollten ihn weghaben, gerade weil er zu wenig gegen Korruption unternahm.

Wie schätzt man in der Ukraine den Fall ein?

Aus ukrainischer Sicht gibt es bisher keine Hinweise, dass die Vorwürfe gegen Joe Biden berechtigt wären. Denn er hatte damals viele Gründe, die Absetzung dieses Generalstaatsanwalts zu verlangen. Der Mann hatte einen sehr schlechten Ruf. Die Amerikaner wollten ihn weghaben, gerade weil er zu wenig gegen Korruption unternahm. Hinzu kommt, dass die Ermittlungen gegen die besagte Gasfirma bereits eingestellt waren, als Vater Biden den Generalstaatsanwalt angriff.

Das Gespräch führte Roger Brändlin.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

6 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Hans Haller  (panasawan)
    Auch das Bild der neutralen Berichterstattung, des seriösen Journalismuses hat schon längst mehr als nur Kratzer abbekommen. - Ich denke, da wäre mal eine Muller-Sonderermittlungs-Untersuchung fällig. (smile) Ich glaube bald, da würde er wirklich tatsächlich "fremde Mächte mit Einmischung" vorfinden. - Kein Wunder und gar nicht abwegig, alle Despoten nutzen Medien und PR für ihre Zwecke und greifen letztlich da auch sicherlich ein.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von David Neuhaus  (Um Neutralität bemüht)
    Zitat: "Das Bild der neutralen Ukraine hat schon ein paar Kratzer bekommen, seit man den Text kennt." Ich finde es gehört schon eine gehörige Portion Chutzpe nach den Vorgängen seit dem Putsch 2014 und den Miliardenkrediten, denn Weisungen und Einmischungen der ES/EU etc. von einer unabhängigen Ukraine zu fabulieren! Wobei wenn man bedenkt aus welchem Munde es kommt.... Ich behaupte mal, im Gegensatz zu Nsuer, mit Selensky erscheint mir die Ukraine einiges unabhängiger als mit seinem Vorgänger.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Andreas Wüest  (Andy222)
    Interessant, da nützt ein "Präsident" sein Amt, um in der Welt herumzutelefonieren und seinen Wahlkampf zu "unterstützen"... Die Frage stellt sich mir, ist ein Präsident für die Aufklärung von Kriminaltätigkeiten politischer Gegner zuständig? Nein, wohl eher nicht, regieren würde was anderes halten... Was für eine Lachnummer... Bin erstaunt, dass dieser Mann noch dermassen viel Unterstützung um sich und in der Welt hat.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen