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International Heisse Phase der Erderwärmung

Vor dem UNO-Klimagipfel in New York mahnen Wissenschaftler die Staaten eindringlich, die Anstrengungen zum Klimaschutz zu intensivieren. Falls der CO2-Ausstoss weiter so hoch bleibe, wie derzeit, überschreite er in einigen Jahren einen kritischen Wert.

Rauchschwaden über Kraftwerkstürmen
Legende: China emittiert mittlerweile mehr Kohlendioxid als die USA und die EU zusammen. Keystone

Insgesamt dürfe die Menschheit nur etwa 3700 Milliarden Tonnen Kohlendioxid ausstossen, damit sich die Erde um nicht mehr als zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit erwärmt. Zwei Drittel davon seien nun bereits erreicht. Zwei Grad Erderwärmung gilt als gerade noch verkraftbar für Mensch und Natur.

Die Autoren um Corinne Le Quéré vom Tyndall Zentrum für Klimaforschung im britischen Norwich präsentieren ihre Ergebnisse in zwei wissenschaftlichen Übersichtsartikeln.

Legende: Video Neue Klima-Studie belegt Risiken abspielen. Laufzeit 01:51 Minuten.
Aus Tagesschau Spätausgabe Wochenende vom 21.09.2014.

CO2-Ausstoss muss sinken

Wenn sich die CO2-Emissionen nicht ändern, seien in drei Jahrzehnten – einer Menschengeneration – die noch verbleibenden 1200 Milliarden Tonnen Kohlendioxid ausgestossen, schreibt das internationale Team im Journal «Nature Geoscience», Link öffnet in einem neuen Fenster. Als Haupt-Emittenten von Kohlendioxid gelten die Verbrennung fossiler Brennstoffe und die Zementproduktion. Emissionen allein aus diesen beiden Bereichen stiegen im vergangenen Jahr um 2,3 Prozent und damit auf den Rekordwert von 36 Milliarden Tonnen. Hinzu kommen CO2-Freisetzungen aus der Vernichtung von Wäldern.

Weltweit müssten die Emissionen um über fünf Prozent pro Jahr reduziert werden, um langfristig eine gute Chance zu haben, das Zwei-Grad-Ziel einzuhalten, schreiben die Autoren im Journal «Nature Climate Change», Link öffnet in einem neuen Fenster.

Die grössten Kohlendioxid-Emittenten

China war 2013 nach Angaben der Studie in «Nature Geoscience» mit 27,7 Prozent für den grössten Anteil des globalen Kohlendioxid-Ausstosses verantwortlich, gefolgt von den USA mit 14,4 Prozent. Die Europäische Union kam an dritter Stelle (9,7 Prozent), Indien auf Platz vier (6,6 Prozent). Die EU war allerdings eine der wenigen Regionen, in denen die Emissionen schrumpften – um 1,8 Prozent, was der Studie zufolge mit der schwachen Wirtschaftslage unter anderem in Italien und Spanien zusammenhing. In Deutschland stieg der CO2-Ausstoss hingegen.

«China stösst nun mehr aus als die USA und die EU zusammen, und die CO2-Emissionen pro Kopf liegen um 45 Prozent höher als im globalen Durchschnitt», sagte Robbie Andrew vom Klimaforschungsinstitut Cicero in Oslo, der Mitautor beider Studien ist. Der weltweite Durchschnitt liegt nach dem Beitrag in «Nature Geoscience» im Jahr 2013 bei 5 Tonnen CO2 pro Person und Jahr. Die USA kommen auf 16,4, China auf 7,2, die EU auf 6,8 und Indien auf 1,9 Tonnen.

Kaum überzeugende Lösungsansätze

Nach Einschätzungen des Weltklimarats (IPCC) wird die Temperatur Ende des Jahrhunderts vier Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau liegen, sollten keine Gegenmassnahmen ergriffen werden. Dann drohe zum Beispiel, dass der Meeresspiegel stark ansteige.

Sollte es nicht gelingen, den CO2-Ausstoss ausreichend zu reduzieren, sehen die Autoren kaum überzeugende Lösungsansätze: Eine Kombination aus Bioenergie und der CO2-Einlagerung im Erdboden (CCS) könnte Kohlendioxid in der Atmosphäre reduzieren.

Gegen Biokraftstoffe spreche, dass sie für die Lebensmittelsicherung und die Artenvielfalt eine Konkurrenz darstellten. Beim Einlagern von CO2 sei ungewiss, ob eine «sichere, langfristige Speicherkapazität für Kohlendioxid» vorhanden sei. Das CO2 zu nutzen, um Meeresalgen zu düngen, sei auch ein unsicherer Weg. Niemand wisse, wie das Leben im Ozean darauf reagiere.

Start des Klimagipfels

Die Forscher unterstreichen die Dringlichkeit eines neuen globalen Klima-Abkommens. Am Dienstag kommen zahlreiche Staatsoberhäupter zum von UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon organisierten Klimagipfel zusammen. Er hofft in New York auf Impulse für einen wirksamen Weltklimavertrag mit mehr als 190 Staaten, der Ende 2015 in Paris vereinbart werden soll.

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50 Kommentare

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  • Kommentar von Alaphia Zoyab, Aarau
    Erderwärmung/Klimawandel, das heisst nichts anderes als das sich die Natur auf eine neue Phase einstellt. Es gilt den Dreck des Naturschädlings Mensch beiseite zu räumen. Was dummerweise für den Menschen ziemlich schädlich ist. Nicht aber für Mutter Natur, die wird's mit Sicherheit überleben.
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    1. Antwort von Peter Meier, Zürich
      "Mutter Natur" schon - Aber wie viele Arten nehmen wir mit ins Grab?
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  • Kommentar von Rainer Fauser, Augsburg
    Die Natur hat nur ein übergeordnetes Problem,das auch für die human verursachte Klimaveränderung die Ursache ist:Es gibt zu viele Menschen weltweit!Nur das getraut sich auch der IPCC nicht auszusprechen:Es braucht rigorose Geburtenkontrollen mit entspr. Sanktionen,nur dann sinkt die Anzahl an Menschen wieder!Zugegeben, ein heisses Eisen,das sich kaum einer anzufassen traut.Hier auf Eigeninitiative zu setzen,wäre Traumtänzerei,denn die Meisten sind Egoisten;Ausnahmen vorhanden!->Kinderverzicht!
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    1. Antwort von Hans Knecht, Torny
      Rainer Fauser, wer sagt dass sie den Text nicht bewusst aus purem Ego. geschrieben haben? Hätte ihre Mutter so gedacht, dann würden sie nicht existieren. Sehen sie Menschen doch als etwas positives eine Bereicherung an. Und man versuche es mal mit Nächstenliebe! Ohne Kinder bricht Schritt für Schritt das ganze Gesellschafts-, Wirtschafts- und Altersvorsorgesystem zusammen. Gerade D. ist da ein "gutes" Beispiel mit geringer Geburtenquote und zwei Generationen verzögert entsprechender Altersarmut
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  • Kommentar von J.Baltensperger, Zürich
    Hatte nicht die SVP an der Generalversammlung abgestimmt und den Klimawandel abgelehnt? Vielleicht braucht's auch hier eine Durchsetzungsinitiative!
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