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Hinterzog Manafort Steuern? Zeuge belastet Trumps Ex-Wahlkampfchef schwer

Gerichtszeichnung, Mann beantwortet vor Gericht Fragen des Anwalts.
Legende: Rick Gates (sitzend, rechts) bringt durch seine Aussage seinen Ex-Chef Manafort (zweiter von links) in Bedrängnis. Keystone
  • Paul Manafort, Ex-Wahlkampfchef von US-Präsident Trump soll mittels diversen schwarzen Auslandskonten Steuern hinterzogen haben.
  • Dies sagte sein langjähriger Vertrauter und Mitarbeiter Rick Gates vor Gericht – er ist der zentrale Zeuge des Prozesses.
  • Manafort muss sich seit vergangenem Dienstag wegen Steuer- und Bankbetrugs vor einem Gericht nahe Washington verantworten.

Die Schlinge um Paul Manafort zieht sich zu. Im Prozess gegen den ehemaligen Wahlkampfmanager Trumps hat der zentrale Zeuge den Angeklagten belastet. Nach Angaben der «Washington Post» sagte Manaforts langjähriger Mitarbeiter Rick Gates vor Gericht aus, er habe gemeinsam mit Manafort 15 schwarze Auslandskonten unterhalten.

Auf Anweisung des Beschuldigten habe er von dort Gelder an Manafort geschickt. Sie als Darlehen statt als Einkommen deklariert gewesen seien, um Steuern zu hinterziehen.

Laut der Zeitung hofft Gates dank seinen Aussagen auf Strafmilderung. Er habe nämlich auch eingeräumt, dass er Hunderttausende Dollar von Manafort gestohlen habe. Auf die Frage, ob er gemeinsam mit Manafort Straftaten begangen habe, sgate Gates «Ja».

Erstes Verfahren wegen Russland-Ermittlungen

Gates hatte sich im Februar im Rahmen einer Vereinbarung mit Sonderermittler Robert Mueller für schuldig bekannt. Das Verfahren gegen Manafort ist das erste, das sich im Zuge von Muellers Russland-Untersuchungen ergeben hat.

Allerdings haben die Vorwürfe nicht direkt mit dem Kern von Muellers Ermittlungen zu tun, ob es im Wahlkampf 2016 Absprachen des Trump-Lagers mit Russland gab. Trump nennt Muellers Untersuchungen eine «Hexenjagd».

Legende: Video Trumps Ex-Kampagnenmanager angeklagt abspielen. Laufzeit 04:33 Minuten.
Aus Tagesschau vom 30.10.2017.

Der 69-jährige Manafort steht seit vergangenem Dienstag wegen Steuer- und Bankbetrugs vor dem Gericht in Alexandria. Er wird beschuldigt, den Behörden Einkünfte in Millionenhöhe verschwiegen zu haben, die er als politischer Berater in der Ukraine machte. Ausserdem wird ihm vorgeworfen, Banken belogen zu haben, um Kredite in Höhe von 20 Millionen Dollar zu bekommen.

Trumps Wahlkampfchef

Manafort stand zunächst unter Hausarrest. Seit Juni sitzt er aber im Gefängnis, nachdem die Ermittler ihn beschuldigt hatten, Einfluss auf Zeugen nehmen zu wollen. Trump hat sich von ihm distanziert.

Manafort leitete von Juni bis August 2016 den Wahlkampf Trumps. Der Lobbyist und Politikberater war dabei unter anderem für den wichtigen Parteitag zuständig, bei dem sich Trump die Nominierung seiner Partei sicherte. In einem weiteren Verfahren in Washington, das im September beginnen soll, werden Manafort unter anderem Geldwäsche, Falschaussage und kriminelle Verschwörung vorgeworfen.

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36 Kommentare

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  • Kommentar von Johannes Rösinger (JohMuc)
    Gott bin ich froh dass ich Deutscher bin und in der EU lebe. Was Trump und Putin für Unruhe stiften muss ihnen erstmal einer nachmachen. Das einzige was ich hoffe für die Amerikaner und die demokratischen Länder der Welt ist, dass Trump nicht wieder ins Amt gehievt wird mit russischer Hilfe. Das würde der Welt wirklich gut tun, wenn zumindest einer von den Beiden von der Bildfläche verschwindet. Noch besser wären Beide!
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  • Kommentar von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
    Politisch motivierte Hexenjagd, wie in allen übrigen diktatorischen Systemen üblich. Manafort ist sicher ein übler Kerl, aber er hat jetzt Probleme mit der Justiz, weil er auf der falschen Seite der Macht war. Wer auf der richtigen Seite ist und sich dazu loyal verhält (Clinton-Gang) hat keine bzw. kaum Probleme mit der Justiz zu befürchten. Mit Trump werden die wahren Verhältnisse offengelegt, die wirkliche "Macht" wird herausgefordert und muss aus dem Schatten treten.
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    1. Antwort von Hans Vetsch (Psan)
      Ihnen ist schon bewusst dass das republikanisch dominierte Parlament diese angeblich von den Demokraten ausgelöste "Hexenjagd" gestartet hat, oder? Können sie mir erklären wie die Clintons dafür verantwortlich sind?
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    2. Antwort von Florian Kleffel (Hell Flodo)
      Mag sein. Dennoch: Wäre es nicht langsam an der Zeit, einzusehen, dass "Drain the Swamp" nur Wahlkampf war und dass Trump selbst genauso in einem Sumpf steckt wie die Clintons? Wie man gerade in einem skrupellosen Geschäftsmann und neoliberalem Regelaufheber und Steuersenker einen Heilsbringer gegen die amerikanische Plutokratie sehen kann, ist mir schleierhaft.
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    3. Antwort von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
      Es ist einerlei, in welcher Partei die Leute sind. Sie sind entweder mit oder gegen "die Macht", wie z.B. Ron Paul bei den Republikanern. Es ist nicht von ungefähr, dass Aussenseiter Trump und nicht ein anderer Republikaner vom "Establishment" gewählt wurde. Es haben genug US-Bürger das Spiel durchschaut und genug davon.
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    4. Antwort von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
      "...mir schleierhaft." Trump wollte im Gegensatz zum "Clinton"-Gang kein Krieg gegen Russland (der atomar zu werden droht). Genügt das?
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    5. Antwort von Alex Volkart (Lex18)
      An Herr Bernoulli: Diese angebliche politische Hexenjagd ist ein Hirngespinst von Herr Trump. Herr Mueller ist bei den Demokraten wie auch bei Republikanern hoch angesehen. Herr Muellers Chef ist ein Republikaner und selbst viele Republikaner wollen ja wissen was genau passiert ist. Herr Trump hat definitiv Dreck am Stecken, was seine Bewunderer einfaxh nicht wahrhaben wollen.
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    6. Antwort von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
      @ A. Volkart: Trump hat wohl keine weisse Weste. Trotzdem ist, wenn man sich genau informiert, die Russland-Affäre eine Lüge um Trump zuerst als Kandidaten und dann als Präsidenten zu schaden und um die USA auf Kurs zu halten gegen Russland. Z.B. haben Ex-Geheimdienstler höchsten Ranges (!) herausgefunden, dass die Server der Demokraten lokal an Ort und Stelle und nicht über's Netzt gehackt wurden.
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    7. Antwort von Michel Koller (Mica)
      Soso... " Ex-Geheimdienstler höchsten Ranges". Plötzlich sind solche Aussagen dann nichts als die reine Wahrheit aber entsprechen sie nicht der eigenen Vorstellen sind es dann doch nur Lügen. Es ist irgendwie amüsant...
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    8. Antwort von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
      @ M. Koller: Die Russland-Affäre wird als politisch motivierte Lüge erklärt von u.a. Jack Matlock (Ex-US-Botschafter in Moskau), Ray McGovern (Ex-CIA-Mitarbeiter, Mitglied Veteran Intelligence Professionals for Sanity: "Still Waiting for Evidence of a Russian Hack"), Paul Craig Roberts (Ex-US-Vizefinanzminister, Journalist), William Binney (Ex-technischer Direktor der NSA) u.a. Von Binney existieren aufgezeichnete Interviews, in denen er die Sachlage erklärt.
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    9. Antwort von Alex Volkart (Lex18)
      An Herr Bernoulli: Die Aufklärung dieser sogenannten Russland-Affäre fand so viel ich weiss erst während seiner Amtszeit statt. Also keine spur von Verhinderung seiner Kandidatur. Von lokalen Hackerattacken auf die Demokraten habe ich noch nie was gehört. Ausser von einem Kollegen der sich nur über trump-hörige Medien informiert, was beweist das man es nicht glauben kann.
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  • Kommentar von Andreas Meier (Epikur)
    Das wirklich komische hier ist nicht die Absehbarkeit der verschupften Trump-Groopies hier, die sogar nocht abstreiten würden, dass Wasser nass wäre wenn Trump das Gegenteil behaupten würde. Sondern die hahnebüchene Bigotterie eben jener Leute, die zwar in einem demokratischen Rechtsstaat leben, aber für einen notorischen Lügner und Hobby-Autokraten fanen. Welche Bigotterie? Naja, wenn jemand aus Obambas Umfeld auch nur einen Hundertstel dessen getan hätte, würde man den Scheiterhaufen fordern.
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    1. Antwort von Daniel Schmidlin (Queren Life)
      Da liegen Sie wohl richtig, dass die Obama-Administration nur ein hundertstel dessen getan hat, was Trump und co getan haben.
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    2. Antwort von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
      Unter Obama haben die USA noch mehr Bomben abgeworfen als unter Bush. Unter Obama haben die USA Libyen mit zerstört und Syrien z.T., wurden dort aber durch die Russen gestoppt.
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