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Hochburgen geraten ins Wanken Republikaner verlieren immer mehr Sitze in lokalen US-Wahlen

Seit Trumps Amtsantritt haben die Republikaner bei lokalen Ersatzwahlen vermehrt Niederlagen eingefahren. Eine Übersicht.

Ausgerechnet in Donald Trumps Wahlbezirk Palm Beach schnappte die Demokratin Emily Gregory diese Woche einem Republikaner den Sitz weg. Die Ersatzwahl für das Parlament von Florida ist die neuste von zahlreichen republikanischen Niederlagen seit Trumps Amtsantritt. Den Republikanern gelang es in dieser Zeit nie, einen Sitz von den Demokraten zu erobern.

Sieg in Trumps Hinterhof

Emily Gregorys Sitz war zuvor fest republikanisch. Sie schlug den Republikaner Jon Maples mit nur 2.4 Prozent. Trump distanzierte sich sofort von der Niederlage – obwohl er Maples anfangs unterstützte.

Frau steht lächelnd vor Haus mit amerikanischer Flagge.
Legende: Emily Gregory ist die 29. Demokratin, die seit Beginn von Donald Trumps zweiter Amtszeit einen vorher republikanischen Sitz erobert. Keystone

Die Demokraten feierten den Sieg als jüngstes Zeichen dafür, dass sich die Wählerinnen und Wähler vor den Midterms im November von Trump und den Republikanern abwenden könnten.

Mehrere Siege in republikanischen Gebieten

In mehreren traditionell republikanischen Regionen konnten die Demokraten zuletzt Erfolge verbuchen. Bobbi Boudman gelang im März 2026 ein überraschender Sieg in einem ländlichen Bezirk in New Hampshire, wo sie mit rund 52 Prozent gegen den Republikaner Dale Fincher gewann.

Einschätzung von USA-Korrespondent Andrea Christen

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Die Partei des US-Präsidenten verliert bei den Zwischenwahlen, den Midterms, Sitze im Kongress. Diese Faustregel wird schon fast als Gesetz der politischen Schwerkraft angesehen. Die Republikaner stehen also ohnehin im Gegenwind: Nicht nur stellen sie mit Donald Trump den Präsidenten (und kontrollieren beide Kongresskammern), sie stellen auch einen Präsidenten mit schlechten Umfragewerten. Es wird für die Republikaner wohl sehr schwierig, ihre hauchdünne Mehrheit im Abgeordnetenhaus zu halten. Es dauert noch bis zum Wahltermin am 3. November, und man sollte nicht zu viel in einzelne Ersatzwahlen hineininterpretieren. Und doch ist ein Muster erkennbar. Die Demokraten haben mit dem Thema der hohen Lebenshaltungskosten («Affordability») eine wirkungsvolle Wahlkampfbotschaft gefunden – und konnten teils bemerkenswerte Erfolge verbuchen. Das könnten Vorboten einer Wahlschlappe für die Republikaner sein. Und die Demokraten hoffen wohl, dass es sogar gelingen könnte, was eigentlich unwahrscheinlich ist: auch die Mehrheit im Senat zu erlangen.

In Texas erzielte Taylor Rehmet im November 2025 einen erstaunlichen Durchbruch: Er gewann die Nachwahl in einem tiefroten Bezirk, in dem Trump 2024 noch mit 17 Punkten Vorsprung gewann. Rehmet setzte sich mit 57 Prozent der Stimmen gegen die konservative Aktivistin und Republikanerin Leigh Wambsganss durch.

Mann mit Bart gestikuliert in einem Innenraum
Legende: Taylor Rehmet spricht am 31. Januar 2026 zu den Medien, nachdem er eine Nachwahl für den Senat von Texas gewonnen und damit einen bislang zuverlässig republikanischen Wahlbezirk erobert hat. Keystone/KXAS

In Arkansas folgte ein weiterer bemerkenswerter Erfolg: Alex Holladay gewann im März 2026 die Nachwahl in einem Bezirk, der zuvor republikanisch gewesen war. Sein Sieg stellt einen seltenen demokratischen Erfolg in einem stark republikanisch dominierten Bundesstaat dar.

Mehrere Sitze in Virginia

In Virginia holten die Demokraten bei der Wahl des Abgeordnetenhauses im Jahr 2025 64 Sitze – 13 davon waren zuvor in republikanischer Hand.

Weisse, klassizistische Gebäude mit Säulen, blauer Himmel
Legende: Im State Capitol von Virginia politisieren seit den Wahlen im November 13 Demokraten und Demokratinnen mehr als zuvor. Keystone/Ryan M. Kelly

Kurz vor den Wahlen unternahmen die Demokraten den Vorstoss, die Kongresswahlkreise des Bundesstaates vor den nächsten Wahlen neu zu ziehen. Mit dem Wahlsieg bleibt dieses Bestreben weiter auf Kurs.

Miami neu von Demokratin regiert

Im Dezember 2025 fiel eine weitere republikanische Bastion: In Miami setzte sich Eileen Higgins in der Bürgermeisterwahl mit rund 60 Prozent der Stimmen gegen den von Trump unterstützten Republikaner Emilio González durch und beendete damit eine knapp 30‑jährige republikanische Vorherrschaft im Rathaus. Die 61‑Jährige ist zugleich die erste Frau an der Spitze der Stadt. Trump persönlich schaltete sich in den Wahlkampf ein, was dem Rennen nationale Aufmerksamkeit verlieh.

Weitere Verluste der Republikaner

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  • Fünf Sitze in der Generalversammlung von New Jersey (November 2025)
  • Drei Sitze im Senat von Mississippi (November 2025)
  • Zwei im Sitze im Senat von Iowa (Januar/August 2025)
  • Ein Sitz im Repräsentantenhaus von Georgia (Dezember 2025)
  • Ein Sitz im Senat von Pennsylvania (März 2025)

Weichenstellung für die Midterms

Heather Williams, Präsidentin des «Democratic Legislative Campaign Committee», betonte, dass die steigenden Benzin- und Lebensmittelpreise viele Menschen belasten und dies zu wachsender Unzufriedenheit mit den Republikanern führe – was sich nun auch an den Urnen zeige.

Mann mit gesenktem Haupt
Legende: Die jüngsten demokratischen Siege könnten im Hinblick auf die Midterms ein schlechtes Vorzeichen für die Republikaner sein. Getty Images/Samuel Corum

Die Serie demokratischer Erfolge in zuvor republikanisch geprägten Gebieten deutet auf eine spürbare Verschiebung der politischen Stimmung in den USA hin. Ob sich dieser Trend jedoch national verfestigt oder nur ein Vorbote lokaler Frustrationen bleibt, wird sich bei den Midterm-Wahlen im Herbst zeigen. Erst dann zeigt sich, ob die Demokraten ihren Schwung tatsächlich in landesweite Gewinne ummünzen können.

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SRF 4 News, 25.3.2026, 6 Uhr ; 

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