Ausgerechnet in Donald Trumps Wahlbezirk Palm Beach schnappte die Demokratin Emily Gregory diese Woche einem Republikaner den Sitz weg. Die Ersatzwahl für das Parlament von Florida ist die neuste von zahlreichen republikanischen Niederlagen seit Trumps Amtsantritt. Den Republikanern gelang es in dieser Zeit nie, einen Sitz von den Demokraten zu erobern.
Sieg in Trumps Hinterhof
Emily Gregorys Sitz war zuvor fest republikanisch. Sie schlug den Republikaner Jon Maples mit nur 2.4 Prozent. Trump distanzierte sich sofort von der Niederlage – obwohl er Maples anfangs unterstützte.
Die Demokraten feierten den Sieg als jüngstes Zeichen dafür, dass sich die Wählerinnen und Wähler vor den Midterms im November von Trump und den Republikanern abwenden könnten.
Mehrere Siege in republikanischen Gebieten
In mehreren traditionell republikanischen Regionen konnten die Demokraten zuletzt Erfolge verbuchen. Bobbi Boudman gelang im März 2026 ein überraschender Sieg in einem ländlichen Bezirk in New Hampshire, wo sie mit rund 52 Prozent gegen den Republikaner Dale Fincher gewann.
In Texas erzielte Taylor Rehmet im November 2025 einen erstaunlichen Durchbruch: Er gewann die Nachwahl in einem tiefroten Bezirk, in dem Trump 2024 noch mit 17 Punkten Vorsprung gewann. Rehmet setzte sich mit 57 Prozent der Stimmen gegen die konservative Aktivistin und Republikanerin Leigh Wambsganss durch.
In Arkansas folgte ein weiterer bemerkenswerter Erfolg: Alex Holladay gewann im März 2026 die Nachwahl in einem Bezirk, der zuvor republikanisch gewesen war. Sein Sieg stellt einen seltenen demokratischen Erfolg in einem stark republikanisch dominierten Bundesstaat dar.
Mehrere Sitze in Virginia
In Virginia holten die Demokraten bei der Wahl des Abgeordnetenhauses im Jahr 2025 64 Sitze – 13 davon waren zuvor in republikanischer Hand.
Kurz vor den Wahlen unternahmen die Demokraten den Vorstoss, die Kongresswahlkreise des Bundesstaates vor den nächsten Wahlen neu zu ziehen. Mit dem Wahlsieg bleibt dieses Bestreben weiter auf Kurs.
Miami neu von Demokratin regiert
Im Dezember 2025 fiel eine weitere republikanische Bastion: In Miami setzte sich Eileen Higgins in der Bürgermeisterwahl mit rund 60 Prozent der Stimmen gegen den von Trump unterstützten Republikaner Emilio González durch und beendete damit eine knapp 30‑jährige republikanische Vorherrschaft im Rathaus. Die 61‑Jährige ist zugleich die erste Frau an der Spitze der Stadt. Trump persönlich schaltete sich in den Wahlkampf ein, was dem Rennen nationale Aufmerksamkeit verlieh.
Weichenstellung für die Midterms
Heather Williams, Präsidentin des «Democratic Legislative Campaign Committee», betonte, dass die steigenden Benzin- und Lebensmittelpreise viele Menschen belasten und dies zu wachsender Unzufriedenheit mit den Republikanern führe – was sich nun auch an den Urnen zeige.
Die Serie demokratischer Erfolge in zuvor republikanisch geprägten Gebieten deutet auf eine spürbare Verschiebung der politischen Stimmung in den USA hin. Ob sich dieser Trend jedoch national verfestigt oder nur ein Vorbote lokaler Frustrationen bleibt, wird sich bei den Midterm-Wahlen im Herbst zeigen. Erst dann zeigt sich, ob die Demokraten ihren Schwung tatsächlich in landesweite Gewinne ummünzen können.