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Tank-Tourismus in Österreich
Aus Tagesschau vom 13.03.2022.
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Hoher Ölpreis «Tank-Tourismus»: Schweizer fahren für Benzin nach Österreich

Da Benzin derzeit so teuer ist, tanken viele Autofahrer im nahen Ausland. Das spürt man besonders im Rheintal an der Grenze zu Österreich – ein Augenschein.

So teuer war Benzin in der Schweiz noch selten. Deutlich über zwei Franken kostet in diesen Tagen vielerorts ein Liter Bleifrei. Das führt an der Grenze zu Österreich zu einem regelrechten «Tank-Tourismus». Vom St. Galler Rheintal nehmen derzeit viele Autofahrerinnen und Autofahrer eine 10- bis 15-minütige Fahrt auf sich, um jenseits der Grenze günstiger den Tank füllen zu können.

Auch in Lustenau im Westen des Bundeslandes Vorarlberg trifft man derzeit viele Schweizerinnen und Schweizer an. «Dort wo es billiger ist, kaufe ich das Benzin. Je nach Verdienst macht das sehr viel aus», sagt ein Autofahrer aus der Ostschweiz. Ein anderer rechnet vor, dass der Preisunterschied in Österreich zwischen 20 und 30 Franken für einen vollen Tank betrage.

In Österreich tankt sich's am günstigsten

Wegen der tieferen Mineralölsteuern und dem starken Franken tanken derzeit viele Schweizer Autofahrerinnen und Autofahrer in Österreich. Denn Österreich ist das günstigste unserer Nachbarländer, wie ein Blick in die Statistik des Touring Club Schweiz (TCS) zeigt.

Am vergangenen Freitag bezahlte man in Österreich für einen Liter Bleifrei im Durchschnitt 1.73 Franken – in der Schweiz 2.11 Franken. Den Geschäftsführer der Eni-Tankstelle in Lustenau freut das: «Wir machen momentan 30 Prozent unseres Umsatzes mit Schweizerinnen und Schweizern», sagt Herbert Oberschneider.

Politik diskutiert über Preisnachlass

Die hohen Benzinpreise sorgen in der Schweizer Politik für Diskussionen. Links und Rechts zeigen sich uneinig in der Frage, ob und wie der Bundesrat eingreifen soll. Für konkrete Massnahmen spricht sich Christian Imark, Nationalrat (SVP/SO), aus: «Es gibt Treibstoffzölle, Treibstoff-Zollzuschläge und die Mehrwertsteuer. Rund die Hälfte des Benzinpreises geht an den Staat. Da hat der Bund einen hohen Handlungsspielraum, vorübergehend auf Steuern für alle zu verzichten.»

Der Bund hat einen hohen Handlungsspielraum, vorübergehend auf Steuern für alle zu verzichten.
Autor: Christian Imark Nationalrat (SVP/SO)

Anders sieht das Regula Rytz, Nationalrätin (Grüne/BE): «Wirtschaftssanktionen haben zum Ziel, Putin in die Knie zu zwingen und diesen unglaublich zerstörerischen Krieg zu beenden. Ich denke, die meisten Menschen in der Schweiz sind bereit, höhere Preise zu bezahlen.»

Frankreich kündigt Spritpreis-Rabatt von 15 Cent pro Liter an

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Frankreich will mit einem milliardenschweren Hilfspaket die Belastungen für Autofahrer, Transportunternehmen und Landwirte durch die gestiegenen Spritpreise dämpfen. Geplant sei ein Rabatt von 15 Cent pro Liter Kraftstoff ab dem 1. April, sagte Ministerpräsident Jean Castex der Zeitung «Le Parisien» vom Samstag.

Das summiere sich etwa bei einem PKW mit 60-Liter-Tank an der Zapfsäule auf neun Euro Entlastung pro Tankvorgang. Der Rabatt solle vier Monate lang gewährt werden und werde den Staat voraussichtlich rund zwei Milliarden Euro kosten.

Während die Politik über mögliche Massnahmen diskutiert, läuft jenseits der Grenze das Geschäft. Die Zunahme des «Tank-Tourismus» in Österreich zeige auch eine Auswertung der Hochschule St. Gallen (HSG), erklärt SRF-Korrespondent Urs Schnellmann im Rheintal. «Die Kartenzahlungen von Schweizerinnen und Schweizern für Treibstoff in Österreich haben im Vergleich zu 2019 – also vor Corona – um satte 25 Prozent zugenommen.»

Tagesschau, 13.03.2022, 19:30 Uhr;

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222 Kommentare

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  • Kommentar von SRF News (SRF)
    Liebe Community, vielen Dank für die angeregte Diskussion rund um die steigende Benzinpreise und den Tank-Tourismus in Österreich. Wir wünschen einen schönen Abend. Liebe Grüsse, SRF News
  • Kommentar von Andreas Ineichen  (AIneichen)
    Es ist kein Menschenrecht die Umwelt kaputt zu machen indem man Benzin verbrennt. Wer meint, ein entlegener Wohnort "berechtige" ihn oder sie dazu, diese Welt kaputt zu machen, indem man Benzin verbrennt, führt die Logik ad absurdum.

    Öl ist noch viel zu billig. Ein Liter Benzin müsste mind. CHF 10.- kosten. Und ja, das würde alles sehr viel teurer machen. Und ja, das wäre richtig und wichtig, damit wir endlich aufhören, ungebremst CO2 zu produzieren. Vieles wäre dann auch wieder wertvoll.
  • Kommentar von Roger Stahn  (jazz)
    Auch wenn das Regula Rytz (Nationalrätin Grüne/BE) anders sieht; weder werden die Wirtschaftssanktionen Russland oder ihren Präsidenten in die Knie zwingen, noch sind die meisten Menschen in der Schweiz bereit, höhere Preise zu bezahlen. Mein bescheidener Wunsch hierbei ist oder auch Utopie, wenn wir in der Schweiz wieder Politiker in Ämter wählen würden, die tatsächlich eine Ahnung von Weltpolitik oder überhaupt von jeglicher Materie eine Ahnung und Praxis einbringen. Klar, ein frommer Wunsch.
    1. Antwort von Dorothee Meili  (DoX.98)
      Dürfte ich Sie noch bitten, den einen oder anderen Namen zu nennen, damit ich mir von Ihrem frommen Wunsch ein konkretes Bild machen kann. Danke! Im Moment überlege ich allerdings auch schon, wie ein ehemaliger Kantonsarzt uns durch diese Krise schaukeln kann. Und zur Weltpolitik: ich sehe eigentlich, dass im Augenblick niemand so richtig sattelfest ist. Bin froh um bewegliche intelligente Menschen welcher Herkunft auch immer.