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Grossbritannien zieht Huawei den Stecker beim 5G-Ausbau
Aus Tagesschau vom 14.07.2020.
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Huawei erhält Absage Statt goldenes Zeitalter nun Eiszeit

«Kein Land im Westen ist so offen für chinesische Investitionen wie Grossbritannien», das sagte der britische Finanzminister 2015 als Xi Jingping in Grossbritannien auf Staatsbesuch war, um eine goldene Ära zwischen den beiden Ländern einzuläuten. Nur fünf Jahre später sagt dieselbe Regierung, dass der chinesische Technologiekonzern Huawei am Ausbau des 5G Netzwerkes gestoppt wird. Aus der goldenen Ära ist eine Eiszeit geworden.

Die Beteiligung von Huawei am Ausbau des 5G Netzwerkes ist nur das bekannteste Beispiel chinesischer Investitionen, aber längst nicht das einzige. Grossbritannien gehört zu den beliebtesten westlichen Ländern für Investitionen. Chinesische Unternehmen sind am Ausbau von neuen Kernkraftwerken beteiligt, an Batteriespeichern, sowie an der Ölförderung in der Nordsee. Chinesische Fonds halten Anteile am Flughafen Heathrow sowie an der Wasserversorgung. Über die letzten zehn Jahre soll das Investitionsvolumen gemäss Schätzungen 50 Milliarden Pfund betragen haben.

Druck aus den USA

Die heutige Kehrtwende der Regierung war erwartet worden, denn sie hatte den Rückhalt für den Ausbau durch Huawei in der eigenen Tory-Partei verloren. Analog zur international kritischen Haltung hat sich auch in Grossbritannien die Stimmung gegen die Chinesen gewendet. Dazu beigetragen hat die Corona-Pandemie, wobei den Chinesen vorgeworfen wird, das Ausmass der Gefahr vertuscht zu haben. Das neue Sicherheitsgesetz, das die Chinesen in Hongkong eingeführt haben, haben die Briten als ehemalige Kolonialmacht besonders scharf kritisiert. Entscheidend war am Ende aber der zunehmende Druck aus den USA und deren Sanktionen gegen Huawei. Die USA sind zurzeit besonders wichtig für die Briten, denn sie hoffen nach dem Brexit auf ein rasches Freihandelsabkommen mit den Amerikanern.

Rückzug chinesischer Investoren

Der heutige Entscheid war also politisch unumgänglich, doch er hat einen hohen wirtschaftlichen Preis. Die Briten haben im europäischen Vergleich sowieso eine schlechte Netzleistung und dies wird wohl auch so bleiben. Denn der Ausbau des Netzes wird sich verzögern und gemäss Regierung sicherlich zwei Milliarden Pfund teurer.

Zusätzlich hatte der chinesische Botschafter Liu Xiaoming in London vor einigen Tagen bereits gewarnt, dass ein Ausschluss dazu führen könnte, dass die chinesischen Investoren sich zurückziehen. Also weitere wirtschaftliche Einbussen und ein möglicher Handelskrieg drohen.

Die britische Regierung, sie hatte ein goldenes Zeitalter mit China und eine grossartige Zukunft nach dem Brexit versprochen. Doch nun findet sie sich in einer sich stark veränderten geopolitischen Lage wieder: Statt glorreiche Zukunftspläne zu schmieden, muss sie schwerwiegende und wirtschaftlich teure Entscheidungen treffen.

Henriette Engbersen

Henriette Engbersen

Grossbritannien-Korrespondentin, SRF

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Engbersen ist seit Frühling 2017 Grossbritannien-Korrespondentin von SRF. Sie ist seit 2008 für das Schweizer Fernsehen tätig, zuerst als Ostschweiz-Korrespondentin und später als Redaktorin der «Tagesschau».

SRF 4 News, 14.07.2020, 14:00 Uhr

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22 Kommentare

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  • Kommentar von Henriette Rub  (Sylou)
    Bravo Uk. Leider ist die Schweiz dazu zu feige. 5G braucht kein MENSCH, das benötigen nur Konzerne, um uns zu überwachen. Big Data in Form von Spyware in jedem neuen Gerät. Und darauf ist Jeder, der das kauft, auch noch stolz.
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  • Kommentar von Andy Gasser  (agasser)
    Ironisch wie China ein Einmischen in die inneren Angelegenheiten anprangert bei Hong Kong, hier aber nun Großbritannien kritisiert für eine innere Angelegenheit. Es zeigt einfach dass das Regime in Peking einfach nur Kontrolle und Macht ausüben will.
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  • Kommentar von Charles Grossrieder  (View)
    Denke nach dem Brexit wäre es wahrscheinlich besser für die Briten sich gleich als deren 52. Staat ein zu schreiben; als dauernd deren fünftes Rad am Wagen spielen zu müssen. Sie hatten es eh nie sehr warm mit uns Continental Europeans. Es würde ihnen auch wieder koloniales Übergefühl zurück geben.
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