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Impeachment-Anhörungen: EU-Botschafter Gordon Sondland belastet Trump schwer
Aus 10vor10 vom 20.11.2019.
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Impeachment-Ermittlungen Schlüsselzeuge belastet Trump – er selbst sieht sich entlastet

  • Ein zentraler Zeuge in den Impeachment-Ermittlungen gegen Donald Trump hat dem US-Präsidenten mit Blick auf ein Telefonat Ende Juli offen widersprochen.
  • Der US-Botschafter bei der EU, Gordon Sondland, sagte bei einer öffentlichen Anhörung im Repräsentantenhaus aus, er habe am 26. Juli mit Trump telefoniert – was der Präsident bestreitet.
  • Das Telefonat habe fünf Minuten gedauert, sagte Sondland. Er sei damals in einem Restaurant in Kiew gewesen.

Sondland sagte, er habe im Umgang mit der Ukraine auf ausdrückliche Anordnung Trumps mit dessen persönlichem Anwalt Rudy Giuliani zusammengearbeitet.

Giuliani habe ein «Quid pro quo» – also eine Gegenleistung – für ein Treffen des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski mit Trump im Weissen Haus verlangt, sagte Sondland. Trump hat stets dementiert, dass es ein «Quid pro quo» mit Selenski gegeben habe.

Der wichtigste Zeuge für die Demokraten

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  • Die Demokaten hatten das Ziel, mit dem Zeugen Sondland Amtsmissbrauch des Präsidenten zu beweisen.
  • Amtsmissbrauch, weil er Militärhilfe für die Ukraine zurückhielt, um im Gegenzug Ermittlungen gegen seinen politischen Gegner zu erwirken.
  • Damit sind sie heute zweifellos einen grossen Schritt weitergekommen.
  • Denn Sondlands Aussagen untermauern ihre Vorwürfe so klar, wie das bis jetzt nie der Fall war.

Sondland sagte unter Eid, Giuliani habe im Gegenzug für ein Treffen im Weissen Haus eine öffentliche Ankündigung gefordert, dass die Ukraine Untersuchungen einleiten werde, die Trumps politischem Rivalen Joe Biden schaden könnten.

Trump-Anwalt bestreitet Zeugenvorwurf

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Der persönliche Anwalt von US-Präsident Donald Trump, Rudy Giuliani, bestreitet einen Kernpunkt der Impeachment-Ermittlungen: In einem Interview von Blaze TV sagte der 75-Jährige am Mittwoch (Ortszeit), er habe nie die US-Militärhilfe für die Ukraine mit Schlüsselfiguren in der Affäre besprochen.

Die Demokraten im US-Repräsentantenhaus wollen herausfinden, ob Trump Militärhilfe in Höhe von umgerechnet rund 361 Millionen Euro als Druckmittel einsetzte, um die Ukraine zu Ermittlungen zu bringen, die ihm im US-Wahlkampf nutzen könnten.

«Herr Giuliani brachte die Wünsche des Präsidenten der Vereinigten Staaten zum Ausdruck, und wir wussten, dass diese Untersuchungen für den Präsidenten wichtig waren.» Giuliani habe das auch den Ukrainern direkt gesagt.

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Sondland: «Es war uns klar, dass diese Ermittlungen dem Präsidenten wichtig sind»
Aus News-Clip vom 20.11.2019.
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Sondland betonte mit Blick auf einen Termin für ein Treffen im Weissen Haus: «Gab es ein Quid pro quo? (...) Die Antwort ist ja.» Der Botschafter schränkte allerdings ein, dass er das nie von Trump persönlich gehört habe. Sondland unterstrich, er habe Aussenminister Mike Pompeo und Trumps geschäftsführenden Stabschef Mike Mulvaney stets auf dem Laufenden gehalten.

Gab es ein Quid pro quo? (...) Die Antwort ist ja.
Autor: Gordon Sondland

Sondland sagte weiter, er sei auch zur Erkenntnis gelangt, dass eingefrorene Militärhilfe für die Ukraine erst freigegeben werde, wenn es eine Ankündigung der Ukraine zu Untersuchungen gebe. Er habe seine Sorgen über dieses «potenzielle Quid pro quo» mit den Ukrainern geteilt.

Sondland schwört.
Legende: Sondland bestätigte nun selbst, dass es das Gespräch gegeben hat. Keystone

Nie selbst gehört

In diesem Punkt allerdings bestätigte Sondland einen Verdacht der Demokraten nicht: «Ich habe nie vom Präsidenten gehört, dass die Hilfe von der Ankündigung von Untersuchungen abhängig ist», sagte Sondland. Das sei vielmehr seine «persönliche Annahme» gewesen.

Sondland betonte, er und andere mit der Ukraine befasste US-Regierungsvertreter hätten nicht mit Giuliani zusammenarbeiten wollen. «Ich war damals wie heute der Ansicht, dass die Männer und Frauen des Aussenministeriums – und nicht der persönliche Anwalt des Präsidenten – Verantwortung für Ukraine-Angelegenheiten übernehmen sollten.» Bereits vor Sondland hatten mehrere Zeugen Giuliani vorgeworfen, am Aussenministerium und am Nationalen Sicherheitsrat vorbei eine parallele Ukraine-Politik verfolgt zu haben.

Trump sieht sich durch Sondland-Aussage entlastet

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  • US-Präsident Donald Trump sieht sich durch die Aussage des US-Botschafters bei der EU, Gordon Sondland, in den Impeachment-Ermittlungen entlastet.
  • Trump zitierte am Mittwoch in Washington aus der laufenden Aussage Sondlands im Kongress, als dieser von einem Telefonat mit Trump Anfang September berichtete.
  • Sondland sagte, er habe den Präsidenten in jenem Gespräch gefragt, was dieser von der Ukraine wolle. «Ich will nichts», antwortete Trump demnach. «Ich will kein Quid pro quo. Sagen Sie Selenski einfach, dass er das Richtige tun soll.»
  • Trump sagte dazu, genau dies habe er in jenem Telefonat mit Sondland gesagt. Die Angelegenheit sei damit erledigt.

Sondland widersprach Trump auch in einem weiteren Punkt: Der Botschafter bestätigte, er habe am 26. Juli mit Trump telefoniert. Das Telefonat habe fünf Minuten gedauert, sagte Sondland. Er sei damals in einem Restaurant in Kiew gewesen.

Ein Mitarbeiter der US-Botschaft in Kiew, David Holmes, hatte vor wenigen Tagen im Kongress ausgesagt, er habe am 26. Juli jenes Telefonat zwischen Sondland und Trump in dem Restaurant mitgehört. Trump habe sich dabei ausdrücklich danach erkundigt, ob Selenski Ermittlungen in die Wege leiten werde, die Biden schaden könnten. Sondland habe geantwortet: «Er wird es tun.» Er habe hinzugefügt, Selenski werde alles tun, «um was Sie ihn bitten».

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Noch fehlt der ultimative Beweis
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46 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Steiner  (Thomas Steiner)
    Gordon Sondland widerspricht also Trumps Aussage. Jetzt stellt sich natürlich die Frage: Wer lügt? Ueber Gordon gibt es dazu nichts zu finden, aber Trump hat in 993 Tagen 13'435 mal in der Oeffentlichkeit falsche und/oder irreführende Aussagen gemacht..
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    1. Antwort von Markus Weilenmann  (markusweile)
      Diese Frage ist nicht so schwierig zu beantworten, denn es gibt ja verschiedene Belastungszeugen, dh. alle Personen, die damals mit Sondland und Holmes gemeinsam in einem Restaurant in Kiev tafelten. Sodann gibt es auch ein (öffentlich zugängliches) Telefonprotokoll, in welchem Trump von Selensky ja selber einen "Gefallen" für eine Visite im Weissen Haus fordert. Weiter gibt es eine ganze Kette von belastenden Aussagen, angefangen bei Botschafter Taylor, Col. Ltd Vindman, Botschafter Kent usw.
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  • Kommentar von Hans Schneider  (Hans Schneider)
    Diese Hearings zeigen auf eindrückliche Art auf, auf welcher Seite jemand steht. Nicht Fakten sind wichtig, weil diese letzlich gar nicht interessieren, sondern Vermutungen, Annahmen und Interpretationen. Wenn diese dann mein Hass zu Trump bestätigen sind diese für mich dann "Fakt". Leute überlegt einmal was da abgeht! Es ist in der Tat eine riesige Politshow und die muss weiter gehen, weil die Demokraten das verlorene Gesicht retten wollen. Fazit: Verlierer sind am Schluss alle! Tragisch!!
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    1. Antwort von Markus Weilenmann  (markusweile)
      So ein Unsinn: Es ist das Weisse Haus, das alle möglicherweise belastenden Unterlagen wie Emails, Protokolle, Telefonmitschnitte usw. zurück hält und damit die untersuchende Behörde dazu zwingt, weitgehend auf Zeugenaussagen abzustellen. Diese sind besonders dann aussagekräftig, wenn sie ein zusammenhängendes, in sich stimmiges Bild der Abläufe ergeben und die verfügbaren Dokumente, wie bspw. das von Trump höchstselbst veröffentlichte Telefonprotokoll mit Selinsky ergänzen.
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  • Kommentar von Heinrich Müller  (Heinrich)
    Gab es ein Quid pro quo? (...) Die Antwort ist ja. Klar, im Interesse der US-Steuerzahler, denn die korrupte Obama-Regierung hatte dafür gesorgt, dass der Sohn J. Bidens bei Burisima jeweils 50 Millionen US-Dollar erhalten sollte. Die US-Demokraten im Kongress wollten die Korruption in der Ukraine weiter dulden. Mehr ist da nicht drin. Schliesslich hat der US-Steuerzahler den Präsidenten gewählt!
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    1. Antwort von Thomas Steiner  (Thomas Steiner)
      Das stimmt nicht: Die Wahlmänner haben Trump gewählt, bei der Bevölkerung hatte Hillary Clinton 3 Millionen Stimmen mehr!
      Und abgesehen davon können nur Steuerzahler wählen, die auch den US-Staatsbürgerschaft besitzen..
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    2. Antwort von Markus Weilenmann  (markusweile)
      Dass der Sohn Bidens von Burisma 50 Mio USD erhalten solle, ist eine glatte Lüge!
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