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In 700 Metern Tiefe USA helfen bei fieberhafter Suche nach verschollenem U-Boot

  • Ein U-Boot der indonesischen Marine ist am Mittwoch während einer Übung vor Bali verschwunden.
  • Mehr als 20 Schiffe und ein weiteres U-Boot beteiligen sich an der Suche. Den verschollenen Seeleuten bleiben nur noch wenige Stunden.
  • Verschiedene Nationen, darunter auch die USA, haben Hilfsschiffe und -Material entsandt.
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Aus dem Archiv: Indonesisches U-Boot vor Bali gesunken
Aus Newsflash vom 22.04.2021.
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Die Uhr tickt: Für die Rettung der 53 Seeleute in dem vor Bali vermissten U-Boot bleibt nicht mehr viel Zeit. Experten schätzen, dass der Sauerstoff nur noch bis zum frühen Samstagmorgen reicht. Der Kontakt zur «KRI Nanggala-402» war am frühen Mittwochmorgen abgerissen. Seither sucht die indonesische Marine mit Hilfe anderer Länder unermüdlich nach dem Schiff.

Auch die USA haben ihre Hilfe angeboten. «Auf Einladung der indonesischen Regierung entsenden wir Fluggeräte, um bei der Suche nach dem vermissten U-Boot zu helfen», twitterte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby, am Donnerstag (Ortszeit). Verteidigungsminister Lloyd Austin werde am Freitag mit seinem indonesischen Kollegen Prabowo Subianto über weitere Hilfen sprechen.

Es würden 21 Kriegsschiffe, darunter ein U-Boot eingesetzt, sagte ein Sprecher der indonesischen Streitkräfte. Auch mehrere zivile Schiffe mit Sonartechnik und ferngesteuerten Unterwasserfahrzeugen an Bord suchten das Meer ab. Singapur, Malaysia, Australien und Indien hätten ebenfalls Schiffe und Flugzeuge geschickt.

700 Meter Tiefe wären «fatal»

Das 1395 Tonnen schwere und knapp 60 Meter lange U-Boot hatte den Kontakt am frühen Mittwochmorgen während einer Übung verloren. Es war in Surabaya auf Java in See gestochen und befand sich zu dem Zeitpunkt etwa 95 Kilometer nördlich von Bali.

Die Marine befürchtet, dass das U-Boot 600 bis 700 Meter unter Wasser liegen könnte. Das Schiff ist aber nur dafür ausgelegt, bis zu einer Tiefe von 250 bis 500 Metern zu tauchen. Alles darüber hinaus sei fatal, sagte ein Militärsprecher. An Bord sind 49 Besatzungsmitglieder, drei Kanoniere und der Kommandant.

Beten für die Verschollenen

Die Suche konzentriert sich vorwiegend auf ein Gebiet, in dem am Mittwoch ein Ölfleck im Wasser entdeckt worden war. Laut Marine-Stabschef Yudo Margono wurde in der Region ein metallisches Objekt in 50 bis 100 Metern Tiefe geortet, das «sehr magnetisch» sei. Ob es sich dabei um die «KRI Nanggala-402» handele und ob das Objekt schwebe oder auf dem Meeresgrund sei, sei aber noch unklar, hiess es.

Der indonesische Präsident Joko Widodo will in die Hafenstadt Banyuwangi auf Java reisen, von der die Rettungsschiffe in See gestochen sind. In einer Fernsehansprache hat er die Menschen aufgefordert, für die Rettung der Seeleute zu beten.

40 Jahre altes U-Boot aus Deutschland

Angehörige warteten derweil auf Nachrichten von den Suchtrupps. Yayak Dwi Ernawati sagte, sie glaube an die sichere Rückkehr ihres Schwiegersohnes, der ihre Tochter erst vor zwei Monaten geheiratet habe. «Drei Tage nach der Hochzeit reiste er nach Surabaya ab und hat uns am Montag mitgeteilt, dass er an der Militärübung teilnehmen werde», zitierte die Nachrichtenagentur «Antara News» die Frau. «Wir haben bisher keine vollständigen Informationen vom Militärstützpunkt bekommen.»

Das diesel-elektrisch angetriebene U-Boot wurde Ende der 70er-Jahre von dem Unternehmen Howaldtswerke-Deutsche Werft in Kiel gebaut. Eine Generalüberholung wurde 2012 in Südkorea abgeschlossen. Es ist eins von insgesamt fünf U-Booten der indonesischen Marine.

SRF 4 News, 23.04.2021, 09:00 Uhr;

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Weierstrass  (PWeierstrass)
    "Laut Marine-Stabschef Yudo Margono wurde in der Region ein metallisches Objekt in 50 bis 100 Metern Tiefe geortet, das «sehr magnetisch» sei."

    U-Boote werden mit besonderen Verfahren gerade so behandelt, dass sie weder magnetisch sind, noch dass sie das Magnetfeld der Erde stören - gerade damit sie nicht von Magnetsensoren aufgespürt werden. Liegt hier ein Übersetzungsfehler vor?
  • Kommentar von Thomas Trefzer  (ttre)
    Wenn nur die Hälfte dieses Aufwands für die Flüchtlinge im Mittelmeer eingesetzt würde könnte man ein vielfaches an Meschenleben retten....
    1. Antwort von Oskar Utzinger  (Oskar65)
      immer und überall muss jemand ein Haar in der Suppe suchen. z.K.
    2. Antwort von Sam Meier  (tsam39947)
      Ist ein schlechter Vergleich. Im Gegensatz zu den Flüchtlingen sind die Soldaten im U-Boot in staatlichem Auftrag unterwegs und unterstehen damit auch der Fürsorgepflicht des Staats.
  • Kommentar von Peter Weierstrass  (PWeierstrass)
    Ein U-Boot, das nicht fährt, ist praktisch "unsichtbar". Es gibt keine Geräuschquellen, die man auswerten könnte. Und Funkkontakt ist unter Wasser auch nicht möglich, weil das Salzwasser als Faraday-Käfig wirkt. Man kann nur mit einem geschleppten, aktiven Sonar den Meeresboden absuchen, um das U-Boot zu finden. Es sieht leider gar nicht gut aus. :-(